Alle lieben Kaliningrad und wollen es „Heim ins Reich“ holen

Alle lieben Kaliningrad und wollen es „Heim ins Reich“ holen

 

Natürlich lieben nicht alle Kaliningrad. Die Deutschen lieben Königsberg. Aber die Weißrussen lieben Kaliningrad. Beide vereint die Idee, diese 15.000 Quadratkilometer „Heim ins Reich“ zu holen. Und beide haben die gleiche Begründung: Wir waren schon immer für das Gebiet verantwortlich.

 

 

EurasienDaily veröffentlichte am 12. Dezember einen Beitrag, wonach der Vertreter des Institutes der GUS-Teilnehmerländer in Weißrussland Nikolai Sergejew vorgeschlagen hat, das Krim-Szenario des Jahres 1954 zu wiederholen. Allerdings soll die Krim nicht wieder an die Ukraine verschenkt werden, sondern das Kaliningrader Gebiet und die Gebiete Pskow und Smolensk sollen an Weißrussland übergeben werden.

Hintergrund ist, dass Russland und Weißrussland gegenwärtig über eine Integration verhandeln, also aus zwei Staaten einen Staat machen wollen. Und Weißrussland hat damit Bauchdrücken, obwohl man sich vor zwei Jahrzehnten zu einem derartigen Szenario verpflichtet hatte.

Um den Weißrussen diesen Schritt etwas schmackhafter zu machen, soll das Land einen erheblichen Gebietszuwachs zu Lasten Russlands bekommen, um dann den Antrag zu stellen, als „autonomer Okrug“, also autonomes Gebiet, dem Bestand der Russischen Föderation beizutreten.

„Einen dümmeren Gedanken kann man sich kaum vorstellen“, wird ein Telegramm-Kanal zitiert, der diese Nachricht verbreitete.

Und EurasiaDaily hat inoffiziell erfahren, dass Nikolai Sergejew bei der gegenwärtig in Moskau stattfindenden wissenschaftlich-praktischen Konferenz „Verbündete Staaten: Erreichtes, Probleme, Perspektiven“ anwesend ist. Am 4. November 2019 soll er, aus Anlass des russischen Feiertages der Volkseinheit, durch den russischen Präsidenten Putin persönlich mit der „Puschkin-Medaille“ für die Festigung der weißrussisch-russischen Beziehungen ausgezeichnet worden sein.

Und erinnert wird daran, dass vor einem halben Monat der weißrussische Präsident Lukaschenko während eines Treffens mit dem russischen Gouverneur des Gebietes Kaliningrad erklärt hat: „Kaliningrad ist unser Gebiet, wir waren dafür verantwortlich und fühlen uns in erster Linie verantwortlich und nicht Russland. Noch während der Zeit der Sowjetunion gab es viele Gespräche darüber, das Kaliningrader Gebiet an Weißrussland zu übergeben.“

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