Am Anfang stand das Wort. Wann kommen Atomwaffen nach Kaliningrad?

Am Anfang stand das Wort. Wann kommen Atomwaffen nach Kaliningrad?

 

Die Rüstungsspirale hat schon längst begonnen, sich zu drehen. Selbst Blinde können dies sehen. Schritte der einen Seite, folgen Schritte der anderen Seite. Das Kaliningrader Gebiet spielt in der weltweiten Militärpolitik eine zentrale Rolle.

Kaliningrad ist zu einem der wertvollsten militärischen Standorte der Russischen Föderation geworden. Das hatte Russland allerdings so nicht geplant. Geplant war, erinnert man sich an die Zeiten bis 2014, die völlige Entmilitarisierung des Kaliningrader Gebietes. Und diejenigen, die durch das Kaliningrader Gebiet reisten, werden sich erinnern, dass man auf Schritt und Tritt auf leere Militärobjekte stieß. Der Prozess der Entmilitarisierung wurde im Jahre 2014 beendet. Russland hatte verstanden, dass die Politik des Westens ganz schnell dazu führen kann, dass die staatliche Unversehrtheit Russlands eine Wunde erhalten könnte.

 

 

Einen Schock löste bei den westlichen Militärs die Stationierung der Iskander-Raketen im Kaliningrader Gebiet aus. Diejenigen, die sich ein wenig in der Militärszene auskennen, werden sich sicher wundern, warum ausgerechnet die Iskander-Raketen soviel Unruhe im Westen auslösen. Es gibt ganz andere Waffen im Kaliningrader Gebiet, die die Militärs viel mehr beunruhigen müssten. Auch diese Waffen sind kein Geheimnis – sie werden auf jeder Militärparade in Kaliningrad am 9. Mai gezeigt.

 

 

Nun aber gibt es in der allgemeinen Entwicklung eine neue Tonlage – vorerst nur eine Wortmeldung. Aber vom Wort zur Tat ist es ja nur ein kleiner Schritt.

Ausgangspunkt der Wortmeldung eines russischen Militärexperten war die Information, dass Polen bei den USA in großer Anzahl F-35 Jagdflugzeuge kaufen will. Es ist das souveräne Recht Polens zu kaufen, wozu es finanziell in der Lage ist und was das Land meint zu brauchen.

Es ist aber auch das gute Recht der polnischen Nachbarn darüber nachzudenken, ob diese Einkäufe Polens eventuell die eigenen Interessen beeinträchtigen, insbesondere die Sicherheitsinteressen.

Und so meinte der Präsident der Russischen Assoziation für Baltische Forschungen, Doktor der Wirtschaftswissenschaften und Politologe Nikolai Meschewitsch/Николай Межевич in einem Interview, dass Russland als Antwort auf diese F-35-Jäger im Kaliningrader Gebiet Atomwaffen stationieren sollte. Auch Weißrussland sollte über die Folgen der polnischen Einkäufe nachdenken, denn bis Weißrussland brauchen diese unsichtbaren Flugzeuge nur wenige Augenblicke. Er empfahl über eine weitere Vervollständigung des Systems der Luftverteidigung nachzudenken. Für die russische Armee hat er die Vorstellung, dass man das Kaliningrader Gebiet – so wie zu sowjetischen Zeiten – im vollen Umfang wieder militärisch nutzen sollte.

 

 

Der Politologe erinnerte an die Zeiten Gorbatschows, wo es eine TV-Sendung mit dem Titel „… wenn ich Direktor wäre …“ gegeben habe. Dort konnte jeder seine Vorschläge veröffentlichen, die er in seiner Firma umsetzen würde, wenn er Direktor wäre. Und wäre ich Direktor, so würde ich Atomwaffen in Kaliningrad stationieren, so der Militärexperte.

 

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