Arme reiche US-russische Oligarchen oder der Bankier des Grafen von Monte Christo

Arme reiche US-russische Oligarchen oder der Bankier des Grafen von Monte Christo
 
Vor wenigen Tagen waren die russischen Medien voll mit Informationen zur Verhaftung eines sehr bekannten Oligarchen aus Russland. Peinlich bemüht, keinen medialen Fehler zu machen, versuchte man den Namen zu umschreiben und nicht direkt zu nennen. Friedmann soll es gewesen sein, den die Briten verhaftet haben.
 
 
Wer ist Friedmann?
 
Friedmann ist einer der reichsten Russen. Angefangen hat er wie „Du und Ich“, als kleiner Ingenieur und dann, nach 1990 ging es steil nach oben. Letztendlich ist er jetzt im wesentlichen bekannt als Besitzer der Finanzgruppe „Alpha“, als Banken- und Versicherungstätigkeit.
 
So richtig einordnen kann ich Friedmann Sr. trotzdem nicht, denn obwohl er einer der reichsten Leute der Welt ist, verhält er sich in einigen Dingen für mich unverständlich.
 
 
So soll niemand aus seiner Familie auch nur eine Kopeke … äh, ich meine natürlich Cent, seines Vermögens erben. Er will alles wohltätigen Zwecken zur Verfügung stellen – sagt er. Seine Eltern leben schon zwei Jahrzehnte in Deutschland. Sein volljähriger 22jähriger Sohn ist vor wenigen Monaten nach England ausgereist, behauptet von dort aus, Ukrainer zu sein und verurteilt die Politik Russlands. Gleichzeitig steht er aber auf der europäischen Sanktionsliste und beschwert sich darüber. Dann hat er noch zwei erwachsene und eine nichtvolljährige Tochter.
 
Wenn er also seine vielen Milliarden, nach seinem Tod, für humanitäre Dinge einsetzen will, so könnte er doch mit ein paar Milliönchen jetzt schon beginnen – einfach mal so testweise schauen, wie dankbar die Bevölkerung, die Kinder, die Eltern, die Invaliden, die Armen Russlands sind und sich darüber freuen. Und er weiß dann auch, dass er das Geld wirklich für Dinge eingesetzt hat, die seinen Vorstellungen von Humanität entsprechen. Nach seinem Tod machen das andere. Aber machen die das auch richtig?
 
Und dieser Friedmann, der sich natürlich auch auf der Sanktionsliste befindet, lebt in Großbritannien – bisher ungehindert. Da gibt es schon Turbulenzen im Kopf – nicht wahr?
 
Das „bisher“ war dann am Wochenende zu Ende, denn er soll verhaftet worden sein. Wenige Stunden später war er, nachdem er eine Kaution hinterlegt hat, wieder auf freiem Fuß. Wenn dem so ist, wird die ganze Sache noch unverständlicher. Eigentlich müssten doch die Briten froh sein, wenn dieser Friedmann das Land verlässt, denn das soll doch durch die Sanktionen erreicht werden. Aber er muss nun eine Kaution hinterlegen, damit er das Land nicht verlässt. Verstehen Sie dieses WirrWarr – meine lieben Leser und Zuschauer?
 
Nun gibt es natürlich auch Russen, die sich Gedanken machen. Und die kommen zu der Schlussfolgerung, dass der Westen jetzt einfach begonnen hat, die in den 90er Jahren angeworbenen russischen Verwalter, ihrer in Russland gestohlenen Vermögenswerte, zu entmachten. Sie werden nicht mehr gebraucht, sie kosten nur noch Geld. Auf die Politik des Landes haben sie immer weniger Einfluss und das, was sie in Russland verwalten, kann jeden Moment verstaatlicht werden. Also muss etwas getan werden, um wenigstens etwas zu retten.
 
So verhaftet man einen der bekanntesten Oligarchen mit russischer Staatsbürgerschaft, macht daraus ein aufsehenerregendes Geheimnis und alle anderen Oligarchen, die immer noch glauben, sich richtig und dauerhaft im Westen eingeschleimt zu haben, verstehen, dass der Westen jetzt Kasse machen will. Es wird abgerechnet und es trifft sogar solche Leute wie Friedmann, der erst vor wenigen Wochen erklärt hatte, dass er bereit ist, auf all sein Eigentum in der Ukraine verzichten zu wollen – zugunsten des ukrainischen Staates.
 
Damit hoffte er wohl, sich die Dankbarkeit des Westens erhalten zu können, was aber augenscheinlich nicht gelungen ist. Die paar Milliarden USD in der Ukraine reichen seinen westlichen Auftraggebern nicht. Sie wollen mehr, sie wollen alles. Und da Friedmann, glaubt man den russischen Medien, bereits begonnen hat, sich im großen Umfang von seinen russischen Aktiva zu trennen, ist da wohl viel zu holen, denn beim Verkauf von Aktiva erhält man ja etwas im Gegenzug. Wo wird das gelagert? Es gibt keinen Ort auf der Welt, wo man etwas lagern kann, schon gar nicht Geld oder Gold und die amerikanischen oder britischen Dienste erfahren nichts davon.
 
Somit hat der Westen erreicht, dass viele andere Oligarchen und reiche russische Unternehmer nun wohl auch in Panik verfallen. Zeit zum Verkauf irgendwelcher Aktiva ist kaum noch vorhanden. Sie müssen flüchten, wenn sie nicht auch riskieren wollen, unter irgendeinem Vorwand verhaftet zu werden. Allen ist doch klar, dass die Verhaftung von Friedmann speziell für das russische Publikum, welches sich im Westen aufhält, bestimmt war. Und bei ihrer Flucht lassen sie ihre Aktiva zurück – eine leichte Beute zum einfrieren oder auch zur Beschlagnahme.
 
Aber es gibt noch ein weiteres Problem. Wohin sollen diese Russen flüchten? Nach Russland? Möglich, aber haben sie dort noch genügend Geld, um weiterhin gut leben zu können? Aber eine ganze Reihe dieser Russen wird auch in Russland gesucht, staatsanwaltschaftlich. Somit versuchen diese nun vermutlich, sich im Westen den Status eines „guten Russen“ zu kaufen. Ein Großteil ihres ergaunerten Vermögens wird dabei wohl draufgehen.
 
Erinnern Sie sich noch an den Roman „Der Graf von Monte Christo“, als der Bankier von italienischen Banditen gefangen genommen wird? Man ließ ihn hungern und dursten. Und als er es vor Durst nicht mehr aushielt, bot man ihm Wein oder Wasser an. Hunderttausende sollte er bezahlen, Dukaten, Lira oder Franken. Er verlor alles. Genauso geht es jetzt wohl Friedmann, den anderen russischen Oligarchen und den untreuen russischen Unternehmern im westlichen Ausland.
 
Videoausschnitt auf Film „Der Graf von Monte Christo“
 
Russische Journalisten schreiben, dass es keinem Russen im Westen gelingen wird, sich dort den Status eines „Guten Russen“ zu erkaufen, egal wieviel Geld er dafür bereit ist zu bezahlen, denn für den Westen gibt es keine guten Russen. Es gibt nur reiche Russen, die man ausrauben muss. Und diese Journalisten empfehlen, dass es Zeit wird, dass das russische Rechtspflegesystem sich ein Beispiel an seinen westlichen Kollegen nimmt – allerdings nicht die West-Russen ausraubt, sondern einfach hinterfragt, woher das ganze Vermögen kommt.
 
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Sie sahen einen Beitrag von „Baltische Welle“. Vielen Dank für Ihr Interesse. Tschüss und Poka aus Kaliningrad.
 
 
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