Aufatmen in Kaliningrad – die neue russische Regierung ohne Kaliningrad-Personalien

Aufatmen in Kaliningrad – die neue russische Regierung ohne Kaliningrad-Personalien

 

Mit Spannung wurde am Dienstag die Ernennung der neuen russischen Regierung erwartet. Tagsüber gelangten Gerüchte über Personalien an die Öffentlichkeit. Die offizielle Vorstellung der Regierung erfolgte in den Abendstunden.

 

 

Es war in den letzten Tagen sehr ruhig in Kaliningrad. Entgegen sonstiger Traditionen, gab es keine Gerüchte um eine mögliche Abberufung des Kaliningrader Gouverneurs nach Moskau. Das wiederum ließ insgeheim befürchten, dass es wohl doch so kommen wird, dass Kaliningrad wohl seine „Neue-Politikergeneration-Hoffnung“ verlieren wird.

Aber diejenigen, die dies befürchtet hatten, können sich nun ein gutes Glas russischen Krim-Wein genehmigen und entspannt zurücklehnen: Anton Alichanow bleibt dem Gebiet erhalten. Diejenigen, die aber auf eine Abberufung gehofft haben, bleibt nur das Proletariergetränk Wodka, um den Ärger herunter zu spülen.

Die neue russische Regierung, die Kaliningrad-Domizil seinen Lesern in Bild und Ton etwas später vorstellen wird, besteht aus:

Premierminister Michael Mischustin

Diesem zur Seite steht ein

Erster Vizepremier, Andrej Belousow,

dessen Ernennung als „Glücksfall“ für den neuen Premier bezeichnet wurde. Belousow war bisher Berater des russischen Präsidenten Putin.

Weiterhin gibt es sieben Vizepremiers. In der alten Regierung gab es neun Vizepremiers. Fünf Vizepremiers aus der alten Regierung sind in der neuen Regierung nicht mehr vertreten.

Die Anzahl der Minister bleibt unverändert. In der alten Regierung gab es 22 Ministerien und in der neuen Regierung wird dies ebenfalls so sein.

Neun Ministerien erhielten einen neuen Minister. Hierzu gehören:

  • Bildungsministerium
  • Wirtschaftsministerium
  • Ministerium für Wissenschaft und Hochschulwesen
  • Justizministerium
  • Sportministerium
  • Kulturministerium
  • Gesundheitsministerium
  • Ministerium für Arbeit und Soziales
  • Ministerium für Digitalisierung

Alle anderen Ministerien behielten ihre Chefs. Besonders hervorzugeben ist die personelle Stabilität im:

  • Außenministerium
  • Verteidigungsministerium
  • Ministerium für Zivilschutz
  • Innenministerium
  • Finanzministerium

 

 

Nach der Vorstellung der neuen Regierung, nannte der russische Premierminister Michael Mischustin das Wachstum der russischen Wirtschaft als wichtigste Aufgabe der neuen Regierung. Ohne ein Wachstum der Wirtschaft können die Aufgaben die vor dem Land stehen und die der russische Präsident Putin gestellt hat, nicht erfüllt werden.

Premierminister Michael MischustinDie Erfüllung der bisherigen Nationalprojekte erfolgte in einem viel zu langsamen Tempo. Dies muss sich ändern – betonte der neue Premier. Insbesondere vor dem russischen Finanzminister stehen kolossale Aufgaben, um diesen Prozess in seinem Fachgebiet zu begleiten und zu unterstützen.

Der neue alte Finanzminister Anton Siluanow kommentierte, dass die notwendigen Finanzen, insbesondere für die Aufgaben, die im Sozialbereich zu erfüllen sind, bereits vollständig vorhanden sind. Auch die zusätzlich vom russischen Präsidenten geforderten Sozialmaßnahmen für die Bevölkerung sind finanziell abgesichert. Siluanow informierte, dass sein Ministerium in Monatsfrist den russischen Staatshaushalt überarbeiten wird, um die Gesamtfinanzierung der gestellten Aufgaben abzusichern.

Premier Mischustin forderte weiterhin, das Investitionsklima in Russland radikal zu verbessern. Dies ist eine erstrangige Aufgabe. Es ist notwendig, ein völlig neues Klima im russischen Unternehmertum zu organisieren, um einen neuen Investitionszyklus zu starten.

 

 
 
 
               
                                                                                                                                                                                                                                                                                            
Reklame

Kommentare ( 4 )

  • Frank Werner

    Veröffentlicht: 2. Februar 2020 14:39 pm

    Da können Sie aufatmen. Aber so wie ich jetzt lese, war die Gefahr nie besonders groß. Sind in der Regierung ja alles alte Bekannte, Freunde und Nachbar von ihm. Und die Allgemeinheit staunt ja schon, wie lukrativ der Staatsdienst in der RF ist. Gut, wundern tuts einem nicht wirklich.

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 2. Februar 2020 14:41

      ... was wissen Sie, was ich nicht weiß? Von wem sprechen Sie?

  • Frank Werner

    Veröffentlicht: 2. Februar 2020 14:46 pm

    Vom neuen MP, Michail Mischustin .

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 2. Februar 2020 14:50

      ... ach so, ich hatte in einem anderen Sinnzusammenhang gedacht.

      Ihr Kommentar liest sich so, als ob Ihnen lukrativ bezahlte Staatsdiener nicht gefallen. Warum? Wer gut arbeitet, soll auch gut verdienen. Und die Politiker scheinen in Russland gut zu arbeiten, ansonsten würde Russland doch nicht da stehen, wo es heute steht - trotz aller Sanktionen und Anfeindungen ...

  • Frank Werner

    Veröffentlicht: 2. Februar 2020 14:55 pm

    ... und vor allem sind sie meist noch so nett, dass sie die ganze Verwandschaft und Freunde teilhaben lassen. An Grundstücken, Firmenbeteiligungen usw. ... ich würde mal sagen die Leute stehen weit besser als Russland da ...

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 2. Februar 2020 14:58

      ... nun, das sind Ihre persönlichen Eindrücke und Wertungen. Ich habe den Eindruck, dass es Russland mit jedem Tag besser geht und den Menschen auch ... Ich mache einfach nur die Augen auf ... jeden Tag, auf der Straße, in den Supermärkten, in den teuren Boutiquen der Stadt, in den Restaurants ...

  • Frank Werner

    Veröffentlicht: 2. Februar 2020 15:03 pm

    Kaliningrad, St. Petersburg, Moskau ist nur ein kleiner Ausschnitt ... klar ist von dem gewonnen Reichtum auch eine Krumme bei Iwan Iwanowitsch angekommen ... aber die Basis, das zu halten, wurde vernachlässigt. Und Rohstoffe alleine reichen dafür nicht und sichern auch nicht mehr die Zukunft ... mit dem Rest sieht es doch sehr, sehr trübe aus.

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 2. Februar 2020 15:07

      ... woher beziehen Sie Ihre Einschätzung zu den "Resten"? Es wird in diesem Riesenland immer Personen aller Sozialschichten geben. Wenn Personen z.B. in irgendeinem Dorf ganz hinten in Sibirien oder gleich rechts hinter dem Ural nicht den Lebensstandard haben wie Iwan Iwanowitsch in Kaliningrad oder Fritz Müller in Köln, so bedeutet dies doch nicht, dass er unglücklich und unzufrieden ist. Die Menschen leben ihr eigenes Leben und erfüllen selten die Glücksvorstellungen, die sie nach den Vorstellungen von westlichen Bürgern haben sollten.

Um zu kommentieren, müssen Sie sich registrieren oder einloggen.

Autorisierung