Baltische Staaten trauen eigener Courage nicht

Baltische Staaten trauen eigener Courage nicht

 

Vor Jahren haben die drei baltischen Staaten beschlossen, aus dem Energieverbund mit Russland auszuscheiden und sich dem westeuropäischen Energiesystem anzuschließen. Nun scheinen die Staaten nicht überzeugt, dass sie für ein Ausscheiden bereit sind.

 

 

Als die baltischen Staaten den Entschluss fassten, aus dem Energieverbund „BRELL“ auszusteigen, brachten sie das Kaliningrader Gebiet in eine äußerst schwierige Energielage. Kaliningrad konnte den Bedarf an Elektroenergie für das Gebiet nicht selbst sicherstellen und war somit auf Lieferungen aus dem russischen Mutterland angewiesen. Diese konnten aber nur im Transit, also durch Nutzung des Energieverbundes BRELL erfolgen.

Genauso war Kaliningrad auf mögliche Havarieleistungen der baltischen Staaten angewiesen, wenn es, wie vor einigen Jahren, zu einem Stromausfall kommt und die baltischen Staaten Kaliningrad mit Havariestrom versorgten. Dies ist aber nur möglich, wenn die Energiesysteme miteinander harmonisieren.

Mit dem Ausscheiden aus dem Stromverbund wäre Kaliningrad energietechnisch isoliert gewesen und ein Funktionieren der Wirtschaft und des täglichen Lebens wäre gefährdet. Deshalb wurde beschlossen, in Kaliningrad ein großformatiges Energieinvestment zu starten. Es wurden innerhalb kürzester Zeit vier neue Energieerzeugerstationen, Lagerstätten für Gas und Kohle geschaffen. Für Notfälle wurden große leistungsfähige mobile Generatoren nach Kaliningrad geschafft.

So war Kaliningrad Mitte vergangenen Jahres in der Lage, im Fall der Fälle sich völlig autark mit Strom zu versorgen. Das System wurde getestet und es erwies sich als arbeitsbereit.

Aber die baltischen Staaten unternahmen nichts, bzw. nur sehr wenig, um ihre erklärten Pläne zum Ausscheiden aus dem Stromverbund umzusetzen. Wie der Direktor des größten Kaliningrader Stromerzeugerwerkes kommentierte, fühlten sich die baltischen Staaten sehr unsicher und nicht überzeugt, dass das westliche System in ihren Ländern funktioniert.

Somit sagten die baltischen Staaten die testweise Abschaltung des Energieverbundes BRELL ab und nutzen diesen weiterhin. Erstmals war eine Testabschaltung im Juni/Juli 2019 geplant und diese fand nicht statt. Für das Jahr 2020 gibt es gar keine Informationen über geplante Teste des neuen Energiesystems.

 

 

Kaliningrad hatte im Mai 2019 das Energiesystem BRELL für 72 Stunden abgeschaltet und sich problemlos autonom mit Strom versorgt.

Der im Juni 2018 mit der EU und Polen unterzeichnete Energieversorgungsvertrag sieht vor, dass die baltischen Länder bis zum Jahre 2025 aus dem BRELL-Verbund aussteigen müssen und ihr Energienetz mit dem westeuropäischen zu synchronisieren haben.

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Kommentare ( 1 )

  • Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 18. Februar 2020 03:27 pm

    Wenn man davon ausgeht, daß Energiefachleute für Deutschland voraussagen, daß nach der Abschaltung der deutschen Atom- und Kohlekraftwerke dann fanzösischer und tschechischer Atomstrom eingekauft werden muß, weil die Grundlast bei Windstille und Dunkelheit durch Windmühlen und Solarfelder nicht mehr gewährleistet ist, dann fragt man sich, wer von deren Beratern (oder heißt das jetzt auf Genderdeutsch - von deren Berat-enten) einer Frau Dr. in Physik solche Entscheidungen eingeflüstert hat.
    Da werden sich die Balten gesagt haben, bei den Deutschen und vor allem bei den Polen sind die drei die Angeschi...en, wenn nicht genügend Kraft auf der Leitung liegt. Also bleiben wir doch, wo wir sind. Verträge können auch gekündigt werden.

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