Bundeskanzlerin Merkel durch russischen Staatsbürger beleidigt

Bundeskanzlerin Merkel durch russischen Staatsbürger beleidigt
 
Das föderale Informationsportal „Eurasia-Daily“ informiert am heutigen Freitag über mehrere Vorfälle in Russland. Vor den deutschen diplomatischen Vertretungen in Moskau, St. Petersburg und Nowosibirsk kam es zu sogenannten Einzelprotesten. Bereits vor einigen Wochen war das Generalkonsulat in Kaliningrad Schauplatz eines derartigen Protestes gewesen.
 
 
Während die Proteste in Moskau und Nowosibirsk zu keinerlei Reaktionen der russischen Rechtspflegeorgane führten, wurde Leonid Menschikow, der Protestierer vor dem deutschen Generalkonsulat in St. Petersburg, von der Polizei aufgefordert, sie in das zuständige Revier zu begleiten. Es ging um die Klärung des Umstandes, dass ein ausländisches Staatsoberhaupt beleidigt worden ist.
 
Grafik: Informationsbeitrag des Portals „EurasiaDaily“
 
Leonid Menschikow informierte die Medienvertreter, dass er ungefähr 30 Minuten vor dem Generalkonsulat der Bundesrepublik Deutschland gestanden hat. Während dieser Zeit zeigte er mehrere Plakate mit ähnlichem Inhalt, wie sie bereits in Kaliningrad gezeigt worden sind:
 
  • Die Saibert-Kinder sind im Konzentrationslager von Merkel
  • Merkel – Diebin russischer Kinder
  • Tauschen den Konsul gegen die Saibert-Kinder
und weitere Plakate.
 
Die bereits erwähnten Protestaktionen in Moskau und Nowosibirsk hatten die gleiche Thematik.
 
Leonid Menschikow kommentierte, dass sich die Polizei ihm gegenüber sehr korrekt verhalten habe. Allerdings ist ihm nicht klar – zitiert ihn das Informationsportal „Eurasia-Daily“ - warum man den russischen Präsidenten Putin beleidigen darf, aber Frau Merkel darf man nicht beleidigen.
 
 
Harry Murey, der Verteidiger der Familie Saibert, der das deutsche Jugendamt in Berlin ihre drei Kinder entzogen hat, zeigte sich empört über die Handlungen der Rechtspflegeorgane in St. Petersburg.
 
„Es ist empörend, dass die Behörden von St. Petersburg nicht nur nicht die Initiative der Russen, die sich gegen die Gesetzlosigkeit Deutschlands gegenüber russischen Bürgern wehren, nicht unterstützen, sondern auch die Handlungen Berlins bedingungslos unterstützt haben, die die Russen daran hindern, in ihre Heimat zurückzukehren. Tatsächlich ist St. Petersburg heute das 17. Bundesland Deutschlands. So sieht es aus mit dem Fenster nach Europa “, - sagte Murey gegenüber „Eurasia-Daily.“
 
Interessant in dieser Angelegenheit ist, dass die russische Gesellschaft anscheinend überhaupt kein Interesse an diesen Vorfällen hat. Als es zum Protest in Kaliningrad kam, waren eine ganze Reihe von regionalen Journalisten anwesend, die sogar ein Interview mit dem Protestierer führten. Aber nicht eine einzige russischsprachige Zeitung berichtete über den Protest.
 
Am gestrigen Tag protestierte wieder ein russischer Bürger vor der Kaliningrader Gebietsregierung. Bei seinem Protest ging es um die hohen Heizkosten in der Kleinstadt Baltisk. Für eine umfangreiche Berichterstattung fand sich sowohl Platz in liberalen Kaliningrader Medien, wie auch in den Sozialnetzwerken.
 
Grafik: Information zur Protestaktion von Sergej Dustin in Kaliningrader Medien
 
Die weiteren Protestaktionen am Freitag wurden durch die russischen Medien wiederum nicht zur Kenntnis genommen. Bei dem gegenwärtigen Verhältnis zwischen Deutschland und Russland ist dieses Schweigen der russischen Medien und der russischen Gesellschaft unverständlich. Geht es Russland darum, das Verhältnis zu Deutschland nicht noch weiter zu belasten? Oder geht Russland davon aus, dass es sich um eine innere Angelegenheit Deutschlands handelt und man deshalb keine Schritte unternimmt?
 
Das Schweigen sowohl der russischen, wie auch der deutschen Seite, macht nachdenklich. Was hindert Deutschland daran, mit Russland über diese Angelegenheit zu sprechen, wenn alle Fakten eindeutig und unstrittig sind?
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