Das Image des russischen Rubels – man übertreibt in Deutschland

Das Image des russischen Rubels – man übertreibt in Deutschland

 

Die beste russische Währung ist der Rubel. Da besteht kein Zweifel. Der Vorteil besteht darin, dass Russland noch eine eigene Währung hat. Andere Länder haben sich entschlossen, ihre nationale Währung, im Interesse des Großen und Ganzen, aufzugeben. Und Deutschland lobt jetzt den Rubel.

 

 

Nun wollen wir es nicht übertreiben. Nicht ganz Deutschland lobt den Rubel, sondern nur das Journal „Focus“, aber nach all dem Negativen, was die deutschen Medien in den letzten Jahren über Russland verbreiten, ist so ein Artikel, der die russische Währung lobt, doch schon eine kleine Sensation.

Und die russischen Medien, sogar die „Rossiskaja Gaseta“, berichten über diesen Beitrag im „Focus“. Man hebt hervor, dass der „Focus“ meint, dass der russische Rubel alle Schwierigkeiten und Probleme der letzten Jahre erfolgreich gemeistert hat. Den Sanktionen des Westens hat er widerstanden, den außenpolitischen und außenwirtschaftlichen Herausforderungen und auch den rückläufigen Einkaufsquoten für Erdöl durch den Westen. Auch die großen Ereignisse auf dem Welthandelsmarkt hat der russische Rubel ohne große Schwankungen weggesteckt.

Und der „Focus“ bemerkt, dass sich die Finanzsituation Russlands erheblich verbessert hat. Der Rubel hat sich stabilisiert im Verhältnis zum Dollar und Euro und deshalb kann man den Rubel in diesem Jahr durchaus als beste Währung der Länder mit einer sich gut entwickelnden Wirtschaft anerkennen.

Dass man sich im Westen mehr und mehr für den Rubel interessiere liege auch daran – so meint der „Focus“, dass man im Westen, bedingt durch die Politik der Zentralbanken, mit Geld kein Geld mehr verdienen kann.

Und derjenige, der unkritisch diesen Beitrag des „Focus“ liest und anschließend zu seiner Sparkasse stürzt, um seine dortigen Konten zu kündigen und das Geld in Russland zu investieren, handelt sicher voreilig.

Natürlich kann man in Russland Geld verdienen – viel Geld sogar und vermutlich auch leichter als in Deutschland. Es gibt viele Nischen, die noch nicht besetzt sind und es gibt viele Russen, die ehrlich arbeiten wollen, ehrlich etwas aufbauen wollen (und auch können), die aber kein Geld dafür haben und somit einen finanzkräftigen Partner suchen – auch durchaus einen Ausländer.

Aber derjenige Ausländer, der glaubt, mit seinen Euros in Russland Geld verdienen zu können, der irrt. Mit Euros kann man kein Geld verdienen. Die Prozente der Banken für Geldanlagen sind genauso mies wie in Deutschland und auch Russland spricht schon von Strafzinsen für Geldanlagen in ausländischer Währung.

Nun kann man natürlich die Euro in den so hochgelobten Rubel umtauschen und mit diesen Rubeln eine Festgeldanlage schaffen. Für ein Jahr bieten russische Banken zwischen 5-6 Prozent – traumhafte Zinsen für einen Deutschen. Aber der Deutsche sollte das Kursrisiko nicht vergessen und es ist nun mal eine Tatsache, dass sich der Kurs des Rubels entwickelt und es besteht die Gefahr, dass man am Ende des Festgeldes dieses mit Zinsen ausbezahlt bekommt und nach dem Rücktausch in Euro weniger Geld hat, als noch vor einem Jahr.

Also auch in Russland macht es – zumindest für einen Ausländer, der nicht in Russland lebt, keinen Sinn, sein Geld in Rubel anzulegen – egal in welcher Form.

Sinn macht es aber, sein Geld real zu investieren. Man kann in Immobilien investieren, die in Russland einen stabilen Wert darstellen. Man kann mit einem jährlichen Wertzuwachs von bis zu vier Prozent rechnen und wenn man diese Immobilie vermietet, können auch hier durchaus bis zu fünf Prozent als Reingewinn übrigbleiben.

Aber auch andere Investitionsmöglichkeiten mit dem Rubel gibt es – hier muss man eben nur den richtigen Partner, mit der richtigen Geschäftsidee vor Ort finden. Das Problem besteht eben nur darin, diesen Partner zu finden, insbesondere, wenn man die russische Sprache nicht beherrscht. Agenturen, die Kontakte zwischen russischen und deutschen Partnern herstellen könnten, scheint es nicht zu geben und die, die es gibt, interessieren sich nur für Millionäre und nicht für denjenigen, der kleinere Beiträge investieren oder riskieren will.

Somit bleibt als Fazit, dass der „Focus“ mit seinem lobenden Beitrag über die russische Währung prinzipiell sicher nicht falsch liegt, aber zu sehr überhitzen sollte man das Lob auch nicht – der kühle Verstand sollte bei Geld immer an erster Stelle stehen. 

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