Das ramponierte deutsche Image

Das ramponierte deutsche Image
 
Schnell scheint man in Deutschland die Ereignisse des Jahres 2013 in der Ukraine vergessen zu haben. Damals war, neben anderen europäischen Vertretern, Herr Steinmeier, in seiner Eigenschaft als deutscher Außenminister und heute Präsident der Bundesrepublik Deutschland, als Garantiegeber für den „demokratischen Erneuerungsprozess“ in der Ukraine aufgetreten. Wenige Stunden später erfolgte der Staatsstreich.
 
 
Heute wissen wir, dass dieser Staatsstreich von den USA organisiert und finanziert wurde. Deutschlands Garantieversprechen waren das Papier nicht wert, auf dem es geschrieben stand. Es erfolgten auch keinerlei politische Reaktionen Deutschlands und anderer Länder, um den Staatsstreich zu beenden. Man packte einfach seine Koffer und reiste nach Hause.
 
Die Welt hatte verstanden: Deutschlands Versprechen, Deutschlands Garantien sind nichts wert. Damit setzt Deutschland eigentlich nur die Politik fort, die es schon im vorigen Jahrhundert gepflegt hatte, denn auch der Nichtangriffspakt mit der Sowjetunion wurde gebrochen.
 
Deutschland hat anscheinend diese Ereignisse vergessen, denn der Bundeskanzler Olaf Scholz hat mit dem ukrainischen Präsidenten Selenski die Frage der Garantiemacht besprochen, die Deutschland gerne einnehmen würde. Im Vorfeld hatte Selenski öffentlich darum gebeten, dass sich Garantiemächte für ein Abkommen mit Russland zur Verfügung stellen mögen. Großbritannien hatte ganz schnell erklärt, dass man sich nicht in der Lage fühle, diese Rolle zu übernehmen. Aber Deutschland will die Rolle spielen – und das, trotzdem es schon zweimal die Welt, konkret die Sowjetunion und die Ukraine betrogen hatte.
 
Glaubt Deutschland wirklich, dass Russland sich mit solcher Garantiemacht einverstanden erklärt, einer „Macht“, die überhaupt nicht neutral ist, sondern gegen Russland einen Wirtschaftskrieg führt? Die deutschen Politiker, die solche internationalen Aktivitäten vorschlagen, scheinen nun sämtlichen Realitätssinn verloren zu haben.
 
Zu Wort gemeldet hat sich dann auch der ukrainische Außenminister Dmitri Kuleba. Er meinte, dass die Staaten des Westens zu wenig tun, um die Ukraine zu unterstützen. Er betonte, dass er hierbei in erster Linie Deutschland meine. Deutschland suche immer nach Ausflüchten. Deutschland müsse mehr tun, bevor es nicht zu spät dafür ist.
 
Nun, Herr Kuleba, in der jüngsten ukrainischen Geschichte müssen Sie sich doch auskennen und sich erinnern, wie feige sich der deutsche Vertreter Herr Steinmeier 2013 davonstahl und das Garantieversprechen, erst wenige Stunden zuvor gegeben, nicht einhielt. Und Deutschland wird auch zukünftig kein solider Garantiegeber sein. Sie, Herr Kuleba, haben es völlig richtig erkannt: Deutschland sucht immer nach Ausflüchten.

 

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Kommentare ( 1 )

  • Mombo

    Veröffentlicht: 31. März 2022 08:58 pm

    Die Jahreszahlen sind mit 2014 richtig: Der umjubelte Steinmeierbesuch war am 21.2.2014, der Putsch unmittelbar darauf.
    Damals, zum Steinmeierbesuch , schrieb die "Welt" noch:
    "....Und gegen die Russen werde es nicht gehen, wenn es in der Ukraine eine nachhaltige Lösung geben soll...."

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