Deutscher Bundeskanzler will Russlands Gesellschaft spalten

Deutscher Bundeskanzler will Russlands Gesellschaft spalten
 
Herr Olaf Scholz hat sich gestern, in einer dramaturgisch gut gestalteten Rede, an sein deutsches Volk gewandt. Er hat seinem Volk erklärt, dass nicht das russische Volk schuldig ist an dem Krieg. Es ist Putins Krieg.
 
 
Die Deutschen haben schon seit vielen Jahren über die staatsgelenkten Medien der Bundesrepublik Deutschland alle notwendigen Informationen über Putin erhalten. Nichts Gutes war dabei. Putin war schon immer Böse. Es wurden Putins Schlösser überall in Russland gezeigt, Putins Yacht, die fluchtartig Hamburg verlassen hat, wurde gezeigt. Deutschland zeigt Putins Gift, mit dem Putins Gegner ermordet werden sollten. Putins Hacker griffen den Bundestag an und nun zeigt man Putins Krieg.
 
Herr Olaf Scholz versucht mit seiner Rede einen Keil zwischen der russischen Gesellschaft und Putin zu treiben. Begleitet wird sein Versuch mit vielfältigen Expertenmeinungen, die zwar alle niemals in Putins Nähe waren, die aber alle genau wissen, wie isoliert Putin ist und wie dieser sich abschottet. Man will damit der Welt signalisieren, dass Putin in einer völlig anderen Welt lebt, als der Rest der Welt, insbesondere der russischen Welt. Und wer nur deutschsprachige Medien konsumiert, dem fällt es sehr leicht, dies alles zu glauben.
 
Ich selber habe niemals Kontakt mit meinem Präsidenten gehabt – ignorieren wir mal meinen intensiven Briefwechsel zum Erhalt der russischen Staatsbürgerschaft im Jahre 2020 mit ihm. Und ich erlaube mir die Einschätzung, immerhin bin ich russischer Experte, dass ich nicht sehe, dass Putin sich isoliert oder sich von der russischen Gesellschaft abschottet. Nach meinem Geschmack ist er viel zu viel „unter den Massen“, … dass ich mir die Frage stelle, wann der Mann sich denn erholt, wann er schläft oder einfach mal einen Tee genießt. Allerdings schaue ich auch russische Medien und mir fällt es somit leichter, zu der Überzeugung zu kommen, dass sich mein Präsident nicht isoliert.
 
Herr Scholz, Sie mögen mit Ihrem Auftritt sicherlich einen Großteil des Großen deutschen Volkes im wiedervereinten großen Deutschland überzeugt haben. Aber Ihr verbaler Angriff auf die russische Gesellschaft, wird die russische Gesellschaft nicht spalten. Die russische Gesellschaft wird nur weitere notwendige Distanz zum undankbaren Deutschland und den undankbaren Deutschen schaffen – eine Distanz, die nach 30 Jahren Erniedrigung durch deutsche Politiker und deutsche Politik dringend notwendig ist.
 
Sie, Herr Olaf Scholz, beschuldigen meinen Präsidenten, dass er die Zeit zurückdrehen will.
 
Meinen Sie damit, dass Putin das möchte, was Sie, die Deutschen, seit 1949 schon lange getan haben? Sie haben Ihr Reich wieder errichtet, obwohl das verbrecherische Deutschland, schuld an zwei Weltkriegen, eigentlich längst das Recht verwirkt hatte, als eigenständiger Staat weiter zu existieren. Aber Deutschland wurde Schritt für Schritt wieder zu alter Größe gebracht. Es fehlen nur noch die verlorenen Gebiete im Osten Europas. Vorsichtshalber hat Deutschland sein Ostdeutschland, welches noch bis 3. Oktober 1990 in Form der DDR existierte, schnell mal in Mitteldeutschland umbenannt. Sie, die Deutschen, haben sich niemals mit der Teilung Deutschlands abgefunden. Sie haben niemals die Existenz der DDR akzeptiert. Und Sie haben mit ihrer Politik, mit Ihren Handlungen, Ihr Ziel erreicht – die Wiedererrichtung des Großen Deutschlands.
 
Und Sie, Herr Olaf Scholz, wollen das gleiche Recht anderen Ländern verweigern?
 
Putin will keine Sowjetunion wiedererrichten. Er träumt von einer Staatengemeinschaft, wo sich Gesellschaften zusammenschließen, die kulturelle, wirtschaftliche und politische Gemeinsamkeiten haben. Europa hat sich doch auch zur Europäischen Union zusammengeschlossen? Der Westen darf alles und Russland darf nichts – habe ich Sie da richtig verstanden, Herr Olaf Scholz?
 
In einer unglaublichen Arroganz und Überheblichkeit haben Sie Herr Scholz, gemeinsam mit Ihren Politikerkollegen in den anderen Ländern ihrer Solidargemeinschaft, die Befürchtungen, die Sorgen und Nöte Russlands zu seiner Sicherheit einfach ignoriert. Sie beschuldigen Russland, dass es nicht an einer diplomatischen Lösung von Problemen interessiert ist. Russland fühlt sich von der NATO bedroht und Sie, also die westlichen Verantwortlichen, antworten Russland: Die NATO ist nicht böse. Und Sie meinen wirklich, dass dieses BlaBla Russland zufriedenstellt? Glauben Sie wirklich, wir sind blind und taub und leiden an Alzheimer? Russland erinnert sich genau an alle Ereignisse, die nach 1990 stattfanden … in Jugoslawien, in Libyen, in Syrien, im Irak. Bestimmt habe ich noch etwas vergessen.
 
Russland hat jetzt sein Schicksal, seine Sicherheit, selber in die Hand genommen. Sie, Herr Olaf Scholz, wollen mit der Ihnen, vom deutschen Volk übergebenen Macht, Russland und seiner Gesellschaft maximal Schaden zufügen. Russland ist daran gewöhnt, dass Deutschland uns Schaden zufügt.
 
27 Mio. sowjetischer Menschen, viele davon Russen, haben die Deutschen in vier Jahren ermordet – erinnern Sie sich, Herr Olaf Scholz?
 
Eine Million Leningrader Bürger durften in 900 Tagen verhungern, während die deutschen Soldaten sich mit gestohlenen Lebensmitteln vor den Toren Leningrads die Bäuche vollstopften und sowjetische Frauen vergewaltigten.
 
Sie, Herr Olaf Scholz, beschuldigen Russland eines militärischen Überfalls auf die Ukraine. Wir können es nennen, wie wir wollen. Ich sehe, dass Russland mit dieser militärischen Operation seine staatliche Sicherheit gewährleistet. Wenn Ihr Deutschland, wenn Ihr Präsident Deutschlands, der damals noch Außenminister war, seine Versprechen als Garantiemacht in der Ukraine erfüllt hätte – erinnern Sie sich, Herr Olaf Scholz? – dann hätten wir heute nicht die Situation die wir haben.
 
Ich weiß, dass meine Worte Sie nicht erreichen, weil Sie gar kein Interesse an der Meinung von Menschen haben, die sich auch um die Interessen Russlands Sorgen machen. Sie hören meinem Präsidenten Putin nicht zu. Warum sollten Sie einfachen Bürgern, dazu noch russischen Bürgern, die nicht Ihrer Meinung sind, zuhören.
 
Ich habe mich vor rund 30 Jahren aus Deutschland verabschiedet und ich habe alles richtig gemacht. Dieses undankbare, un-souveräne, US-hörige Deutschland, war nie mein Deutschland, schon gar nicht mein Vaterland. Schämen Sie sich Herr Olaf Scholz für Ihren gestrigen Auftritt.

 

 

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Kommentare ( 4 )

  • Jean-Marie Bouny

    Veröffentlicht: 25. Februar 2022 22:12 pm

    Vielen Dank für dieses schöne Bekenntnis !

  • Jürgen Konzack

    Veröffentlicht: 26. Februar 2022 09:53 pm

    eine wunderbare Zusammenfassung der vergangenen und heutigen Geschehnisse .Ich stimme ihnen vollkommen zu und machen sie weiter so!

  • Berndt Willy Schumacher

    Veröffentlicht: 27. Februar 2022 01:12 pm

    Guten Morgen Erichowitsch, ich möchte meine Zustimmung für das Video ausdrücken. Du hast es gut getroffen. Vor allem schätze ich, daß du durch den Telegram Kanal deine Reichweite sehr vergrößern konntest. Es ist nur ein kleiner Beitrag zu Vergrößerung der russischen Medienreichweite, aber er ist sehr wichtig. Für mich ist es ein Jammer, zuzusehen, daß Rußland im gegenwärtig tobenden Medienkrieg nur zweiter Sieger bleiben wird. Aber ich bin zuversichtlich. Bleibe gesund und mach's gut. Viele Grüße aus NB.

  • Anton Amler

    Veröffentlicht: 27. Februar 2022 17:01 pm

    Hut ab - für diesen Beitrag!
    Solche Formulierungen fließen einem nicht so einfach aus der Feder, dazu bedarf es einer durch Erleben erworbenen Überzeugung.
    Die Zahl derer mit unserer Vergangenheit, und dem damit verbundenen Verständnis, wird nicht nur zeitbedingt, sondern auch medial gestützt, immer kleiner.
    In Bälde wird kaum noch ein wahres Wort über die Geschichte Ostdeutschlands, bereits zu "Mitteldeutschland" mutiert, nach dem zweiten Weltkrieg zu hören sein.
    Die Geschichte lehrt aber auch, daß, "aus dem Auge", nicht auch gleich "aus dem Sinn" ist !!!
    Niemand will uns heute glauben, daß auch wir uns an dem System und manchem Vertreter schadensbehaftet gerieben haben, aber die Frage, wie Kriege entstehen, wer sie verursacht , und warum, wem sie nützen, und daß man sie verhindern muß, diese Einstellung war gefestigt.
    Die Vorkommnisse in der Ukraine sind das Ergebnis langfristiger, nicht hinnehmbarer Bemühungen des Westens.
    Sollte es zum Krieg kommen, der sieht dann anders aus.

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