Deutscher findet Goldene Knolle im Kurganer Gebiet

Deutscher findet Goldene Knolle im Kurganer Gebiet
 
Bei meinem Besuch im Gebiet Kurgan hatte ich viele Eindrücke, auch Eindrücke zur Landwirtschaft. Und ich nutzte die Gelegenheit, mit dem Duma-Abgeordneten Alexander Wladimirowitsch Iltjakow über dieses Thema zu sprechen. Er bestätigte im Gespräch: Deutsche Landwirte können nicht nur die Goldene Knolle anbauen, sondern sich auch eine silberne Nase verdienen.
 
 
Videoeinspielung: Zitat Duma-Abgeordneter Alexander Wladimirowitsch Iltjakow
 
Russland hungert nicht. Wer nach Russland reist, sieht, dass alle Hoffnungen des Westens, Russland in die Knie zu zwingen, weit ab sind von jeglicher Realität. Russland hat nach dem Jahre 2014 eine beispiellose Entwicklung in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens durchlaufen. Russland hat allen Grund, selbstbewusst und optimistisch in die Zukunft zu schauen.
 
Videoeinspielung: Zitat Duma-Abgeordneter Alexander Wladimirowitsch Iltjakow
 
Mein Besuch im Gebiet Kurgan zeigte mir einerseits, dass ich stolz darauf sein kann, Staatsbürger des größten Landes der Erde zu sein. Aber er zeigte mir auch andererseits, dass wir in Russland ein unglaubliches Entwicklungspotential haben. Einer der Bereiche ist die Landwirtschaft.
 
Videobegleitung: Zitat Duma-Abgeordneter Alexander Wladimirowitsch Iltjakow
 
Bei einer Fahrt durch das Kurganer Gebiet, gemeinsam mit dem Chefarchäologen des Gebietes, sah ich die riesigen Weizenfelder, die kein Ende nehmen wollten.
 
Videoeinspielung: Chefarchäologe und unendliche Weizenfelder im Kurganer Gebiet
 
Ich sah auch andere, kleinere Felder links und rechts der Straße, wo links hervorragende Früchte wuchsen und rechts irgendetwas langsam aus der Erde kroch. Die Qualität der Bodenbearbeitung ist äußerst unterschiedlich.
 
Videobegleitung: Spaziergang durch das Dorf Polowinka
 
Ich machte einen Spaziergang durch das Dorf „Polowinka“ – natürlich voll auf Romantik, russische Romantik, eingestellt.
 
Plötzlich stand ich vor einem Gebäude. Es stand leer und war wohl ausgebrannt. Seine ehemalige Schönheit konnte das Gebäude trotzdem nicht verstecken. Ich fand übrigens eine ganze Reihe dieser historischen Gebäude, die alle um einen neuen Chosain, einen neuen Besitzer, bettelten.
 
Und während ich in dem abgebrannten Gebäude, ein wenig leichtsinnig exkursierte, kam mir der Gedanke, dass es doch nicht so teuer und nicht so aufwendig wäre, dieses ehemalige Krankenhaus des Dorfes, in dem heute 800 Einwohner leben, als Wohnhaus instand zu setzen. Leben wie zur Zarenzeit, mit wenigen Schritten zu einem malerischen See.
 
Videoeinspielung: Ehemaliges Krankenhaus des Dorfes
 
Aber nur so leben, einfach nur so … das macht keinen Sinn. Sinn macht es, wenn sich ein deutscher Bauer, der für sich, aus unterschiedlichen Gründen, in Deutschland keine Perspektive als Landwirt sieht, für sich hier eine neue Zukunft aufbaut – so dachte ich mir.
 
Videobegleitung: Zitat Duma-Abgeordneter Alexander Wladimirowitsch Iltjakow
 
Wir wissen, in Deutschland ist Grund und Boden teuer, Arbeitskräfte sind teuer und Flächen zum Verkauf sind nicht mehr ausreichend vorhanden. Wir kennen die Situation in den familiären Bauernwirtschaften in Deutschland, wo es zwei, drei oder mehr Erben gibt, die den väterlichen Hof unter sich aufteilen müssen. Nicht immer ist dies vorteilhaft oder möglich. Abfindungen untereinander, die die Erben vereinbaren, reichen selten, um in Deutschland einen neuen Betrieb aufzubauen. In Russland aber stellen diese Summen häufig ein Vermögen dar, völlig ausreichend, um eine große Bauernwirtschaft mit allem, was das Herz begehrt, aufzubauen.
 
Ich möchte nur so ganz nebenbei an den deutschen Landwirt Stefan Dürr erinnern, der in Russland mit Nichts anfing und heute einer der größten Landwirte in Russland ist.
 
Meine Frage, ob Ausländer in Russland Grund und Boden erwerben können, beantwortete Alexander Iltjakow ziemlich eindeutig mit „Ja“.
 
Videoeinspielung: Duma-Abgeordneter Alexander Iltjakow zum Kauf von Grund und Boden
 
Natürlich sieht die juristische Praxis nicht ganz so einfach aus, denn Gesetze besagen eindeutig, dass eine ausländische Privatperson keinen Grund und Boden kaufen kann. Die russischen Gesetze geben aber die Möglichkeit, eine juristische Person, also z.B. eine GmbH zu schaffen und diese kann Grund und Boden erwerben. Qualifizierte Anwälte, die interessierte Deutsche beraten, gibt es in Russland und es gibt bereits im Kaliningrader Gebiet eine ganze Reihe von deutschen Landwirten, die diese Möglichkeiten genutzt haben.
 
Videoeinspielung: Duma-Abgeordneter Alexander Iltjakow zur Gesetzlichkeit in Russland
 
Vielleicht ein paar Worte, etwas abschweifend, zum Kaliningrader Gebiet und vielleicht auch dazu, warum ich plötzlich keine Werbung für deutsche Landwirte im Kaliningrader Gebiet mehr mache. Alles hat natürlich eine Ursache.
 
Zum einen bin ich der Ansicht, dass das Kaliningrader Gebiet ein geopolitisch hochbrisantes Gebiet ist und die Sicherheitsinteressen Russlands es erfordern, den ständigen Aufenthalt einer größeren Anzahl von Ausländern im Gebiet zu beschränken. Die Erfahrungen der jüngsten Vergangenheit haben gezeigt, dass es Personen gibt, die Russland nicht loyal gegenüberstehen und das Land sich genötigt sah, diesen Personen Einreiseverbote auszusprechen. Als namentliches Beispiel sei der Deutsche Manfred Roeder erwähnt, der Mitte der 90er Jahre ein lebenslanges Einreiseverbot erhielt. Ihm folgten danach weitere Deutsche mit Einreisebeschränkungen.
 
Dazu kommt, dass eine große Anzahl ausländischer Unternehmer und Unternehmen im kleinen Kaliningrader Gebiet, zu systemrelevanten Verschiebungen in der Wirtschaft, Landwirtschaft und anderen Bereichen führen könnte. Auch dies entspricht nicht den Sicherheitsinteressen Russlands in seiner geographisch westlichsten Region und Insel in der NATO-Landschaft.
 
Trotzdem sollten Ausländer, so auch Deutsche, die Möglichkeit erhalten, wie überall in der Welt, so auch in Russland, sich wirtschaftlich zu engagieren, wenn sie dies denn möchten. Platz im riesigen russischen Mutterland gibt es – so eben auch im Kurganer Gebiet. Und gerade für die Landwirtschaft ist ausreichend Platz vorhanden. Hören wir kurz rein, was Alexander Wladimirowitsch mir hierzu mitteilte:
 
Videoeinspielung: Duma-Abgeordneter Alexander Iltjakow zu freien landwirtschaftlichen Flächen
 
Neben der Frage des Grund und Bodens und der Frage nach Arbeitskräften, steht natürlich auch immer die Frage nach der Technik, die für die Landwirtschaft gebraucht wird. Als ich mit Alexander Iltjakow, dem Duma-Abgeordneten, durch die Stadt Kurgan fuhr, kamen wir an einem Gebäudekomplex vorbei, der meine Aufmerksamkeit erregte. Ich fragte Alexander, was dies für ein Gebäudekomplex ist und hörte mit großen Augen und noch größeren Ohren seine erstaunliche Antwort:
 
Videoeinspielung: Duma-Abgeordneter Alexander Iltjakow zum Export russischer Technik
 
Haben Sie gewusst, dass Deutschland russische Landtechnik in einem derartigen Umfang importiert? Und wer in Russland in die Landwirtschaft investiert, einheimische Technik kauft, einheimische Arbeitskräfte einstellt und das anbaut, woran der russische Staat ein Interesse hat, kann auf umfangreiche Subventionen hoffen. Auch hier biete ich Ihnen an, an meinem Gespräch mit Alexander teilzunehmen:
 
Videoeinspielung: Duma-Abgeordneter Alexander Iltjakow zu landwirtschaftlichen Subventionen
 
Damit ich richtig verstanden werde … ich rühre hier nicht die Werbetrommel, um eine neue Massenauswanderung von unzufriedenen Deutschen aus Deutschland, wie vor 300 Jahren geschehen, zu organisieren. An einer derartigen Völkerwanderung ist weder Deutschland noch Russland interessiert. Russland ist nicht an Masse, sondern an Klasse interessiert. Und diejenigen qualifizierten und ehrlichen deutschen Landwirte, die sich für einen neuen Start in Russland, z.B. im Kurganer Gebiet interessieren, finden ganz bestimmt kompetente Ansprechpartner vor Ort – es lässt sich viel organisieren.
 
Videoeinspielung: Duma-Abgeordneter Alexander Iltjakow zur Rolle des Dorfes in Russland
 
Und, stellen Sie sich vor, Sie sind als deutscher Landwirt im Kurganer Gebiet erfolgreich tätig. Das zieht andere Interessierte an … nicht unbedingt andere Landwirte, aber andere Deutsche, die sehen wollen, wie ein Deutscher im tiefen russischen Land lebt und arbeitet. Das bringt mich zum Stichwort Tourismus, Agrartourismus. Und wenn sich dann noch ein Deutscher findet, der im Dorf Polowinka drei, vier, fünf der halbverfallenen kleinen Holzhäuser „for`n Appel und `nen Ei“  kauft und diese für Touristen instand setzt, ist ein Aufblühen des Dorfes und der Infrastruktur vorprogrammiert. Sie wären die Goldene deutsche Knolle, mit einer silbernen Nase, in diesem Dorf.
 
Videobegleitung: Sonnenaufgang im Dorf Polowinka – Copter-Flug
 
Aber es geht nicht nur um das Dorf Polowinka … Kurgan hat auf seinen 71.000 Quadratkilometern viele Dörfer und der Kurganer Gouverneur Wadim Michailowitsch Schumkow wurde mir als strenger, konsequenter und erfolgsverwöhnter Gouverneur beschrieben. Mit anderen Worten – ich gehe davon aus, dass der Gouverneur nicht daran interessiert ist, Deutsche ins Land zu holen, die keinen Erfolg haben – vorausgesetzt, alle kommen mit ehrlichen Absichten und sauberem Herzen.
 
Videoeinspielung: Duma-Abgeordneter Alexander Iltjakow zur Korruption in Russland
 
Vielleicht noch ein abschließendes Wort.
 
Vor einiger Zeit hatte ich mich mit der Landwirtschaft in Kaliningrad beschäftigt. Dabei stieß ich auf eine ganze Reihe deutscher Namen, die sich im Kaliningrader Gebiet tummeln. Mit diesem und jenem hatte ich direkten Kontakt. Und ich erfuhr im Rahmen meiner Recherchen, dass es auch deutsche Landwirte im Kaliningrader Gebiet gibt, deren Reputation, zumindest in Deutschland, zweifelhaft ist. Auch im Kaliningrader Gebiet beschäftigen diese Leute die Gerichte. Die Namen sind bekannt und es hat für diese keinen Zweck, weder direkt noch indirekt über ein Engagement im Kurganer Gebiet nachzudenken.
 

 

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