Deutschland brüskiert Russland durch Nawalny-Interview mit russischem Blogger DUDCH

Deutschland brüskiert Russland durch Nawalny-Interview mit russischem Blogger DUDCH
 
Dmitri Peskow, Pressesprecher des russischen Präsidenten kommentierte am Dienstagmorgen, dass es keine neuen Informationen, keine neuen Erkenntnisse im Fall Nawalny gebe. Berlin schweigt weiterhin. Gleichzeitig wurde ein großes Interview des russischen Journalisten DUDCH mit Nawalny am heutigen Morgen freigeschaltet.
 
 
Man habe eigentlich erwartet, dass Berlin vielleicht doch etwas mitteile, doch etwas sage, aber man schweigt dort weiterhin – kommentierte Peskow. „Mehr habe ich nicht zu kommentieren“, - schloss der Pressesprecher des russischen Präsidenten.
 
Einer kleinen Sensation kommt gleich, dass Alexej Nawalny dem russischen Blogger Juri Dudch ein Interview gegeben hat. Dudch ist wohl der bekannteste TV-Blogger Russlands mit einem Millionen-Publikum. Seinen YouTube-Kanal haben rund acht Millionen User abonniert. In den ersten Stunden nach der Veröffentlichung des 140 Minuten langen Interviews haben rund eine halbe Million Interessierte das Interview, welches abwechselnd mit Nawalny und seiner Ehefrau, vermutlich in Deutschland, vermutlich in Berlin geführt wurde, angeschaut.
 
Für Interessierte und für diejenigen, die die russische Sprache verstehen, hier der direkte Link zum YouTube-Kanal WDUDCH und dem Interview (Klicken Sie auf die Grafik).
 
 
Beeindruckend ist, wie sich Nawalny, nach einer doch eigentlich tödlichen Dosis Nowitschok, vor der Kamera bewegt und völlig normal und konzentriert das Gespräch führt. Er scheint sich wesentlich schneller von der Vergiftung erholt zu haben, als Skripal, der angeblich 2018 in Großbritannien mit Nowitschok vergiftet worden sein soll.
 
Fragen ergeben sich für einen Außenstehenden dahingehend, wie es dem Team um „DUDCH“ gelungen ist, trotz gegenseitiger Reiseverbote, nach Deutschland zu gelangen, um dort das Interview zu führen. Man könnte davon ausgehen, dass die Mannschaft um DUDCH mindestens zehn Personen umfasst, denen die deutschen Behörden eine Einreisegenehmigung und sogar Visa erteilt haben. Kennt man die Bearbeitungsfristen für deutsche Visa für russische Staatsbürger, so ist die operative Arbeit deutscher Behörden doch beeindruckend.
 
Da Nawalny persönlicher Gast der Bundeskanzlerin Merkel ist und unter besonderem Schutz der deutschen Sicherheitsorgane, sich an einem geheimen Ort aufhalten soll, ist es bemerkenswert, dass dem DUDCH-Team trotzdem der Zugang zu Nawalny ermöglicht wurde. Diese Tatsache ist deshalb so bemerkenswert, weil gerade vor zwei Tagen offiziellen russischen Vertretern, im Rahmen konsularischer Betreuungsaufgaben, der Zutritt und das Gespräch mit Nawalny verweigert worden ist.
 
Somit kann man dieses Interview als weiteren Affront Deutschlands gegen das offizielle Russland verstehen.
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