die andere meinung – Satanowski & Co. kritisieren russische Zurückhaltung

die andere meinung – Satanowski & Co. kritisieren russische Zurückhaltung
 
Zitieren tue ich die Meinung anderer nicht, weil ich selber keine eigene Meinung habe. Ich zitiere Meinungen anderer, um keinen Monolog, in den von mir genutzten Sozialmedien, zu etablieren. Ich zitiere die Meinung anderer, auch wenn diese nicht mit meiner Ansicht übereinstimmt. Ich möchte damit meinen Zuschauern die Meinungs- und Informationsvielfalt in Russland näherbringen und Sie zu ergänzenden Kommentaren anregen. 
 
 
Satanowski, ein bekannter Politologe, Mitarbeiter im russischen Verteidigungsministerium, wird in den letzten Wochen häufiger in den russischen Medien zitiert. Die letzte markante Aussage von ihm lautet, dass Russland den Westen damit glücklich macht, dass es seinen Haupt-Joker nicht nutzt.
 
 
Russland wiederholt ununterbrochen – so Satanowski, dass man das Thema des Einsatzes von Atomwaffen nicht diskutieren wolle. Es werde keinen Einsatz von Atomwaffen in der Ukraine geben. Mit dieser kategorischen Festlegung ermöglicht Russland dem Westen, dass dieser sich entspannt zurücklegen kann und nichts zu befürchten braucht. Der Westen kann alles machen was er für richtig hält, denn er hat keine ersthaften Folgen seitens Russlands, die die eigene Existenz bedrohen, zu befürchten.
 
Satanowski meint, dass die feindlichen Aktivitäten des Westens im Verhältnis zu Russland nur dann eingedämmt werden können, wenn sowohl die USA, wie auch deren Verbündete immer mit dem Schlimmsten rechnen müssen.
 
Viele Menschen in Russland zeigen sich heute, während der Militäroperation, von einer viel besseren Seite, als man es eigentlich von ihnen, resultierend aus den Erfahrungen mit ihnen in der Vergangenheit, erwartet hätte. Aber das alleine reicht nicht, um mit dem heutigen Niveau der Konfrontation mit dem kollektiven Westen bestehen zu können. Satanowski kritisiert, dass viele Persönlichkeiten, Entscheidungsträger Russlands sich heute weigern, die Möglichkeit einer nuklearen Antwort auf mächtige externe Bedrohungen zu diskutieren. Dies ist seltsam.
 
Der russische Präsident Putin hat angeordnet, eine neue elektronische Basis für die dokumentale Erfassung von Reservisten zu schaffen. Hier sollen viele russische Behörden ihre Zuarbeit leisten und auch zukünftig für ständige Aktualisierung sorgen. Federführend sind das Digitalisierungsministerium und die Steuerbehörde sowie das Verteidigungsministerium. Damit sollen die Fehler, die während der Teilmobilmachung ersichtlich wurden, zukünftig vermieden werden. Erfasst werden u.a. die Meldeadresse, Eigentumsverhältnisse, das Strafregister, Fahrerlaubnis, Gesundheitszustand, Telefonnummer, elektronische Adresse.
 
"Der Feind hört nur auf, dir zu schaden, wenn er tödliche Angst vor dir hat. In der Sekunde, in der du zweihundert Mal wiederholt hast, dass ein Atomkrieg keineswegs unsere Methode ist, dies ganz allgemein nicht unsere Methode ist, ist klar, dass der Feind aufhört Angst zu haben. Er beruhigt sich und sagt: "OK, Leute, das einzige Werkzeug, das ihr habt, benutzt ihr nicht. Danke."
 
Das Fehlen einer direkten Reaktion Russlands, gibt den USA völlig freie Hand. Diese reden ganz offen über den Einsatz von Atomwaffen in Europa und über eine Zerstörung von Atomkraftwerken im östlichen Teil Europas – meint Satanowski.
 
Der Beschuss des Atomkraftwerkes in Saporosche kann nur beendet werden, wenn Russland daran erinnert, dass man die Möglichkeit nutzen werde, Entscheidungszentren anzugreifen und zu zerstören.
 
Völlig ungeniert kommentiert man in den USA, dass ein atomarer Konflikt in Europa die amerikanischen Wähler nicht beunruhigt. Deshalb gibt es den Beschuss des ukrainischen Atomkraftwerkes und man spricht über Sabotageplanungen in weißrussischen Atomkraftwerken. Und es wird viel über den Suwalski-Korridor bei Kaliningrad gesprochen. Wissen wir, wie viele Truppen sich dort konzentriert haben - fragt Satanowski in einer bekannten russischen TV-Sendung.
 
Satanowski forderte die Entscheidungsträger in Russland auf, sich ein Beispiel an dem kleinen Land Katar zu nehmen. Dieses kleine Land war nicht bereit, seine eigenen Prinzipien dem Westen zu opfern und hat mit seinem Verhalten den Westen gezwungen, den Rückzug anzutreten. Russland sollte von diesem Land lernen.
 
Prigoschin, Unternehmer und Gründer der Organisation „Wagner“ informierte in einem Interview mit einem finnischen Medium, dass ein ehemaliger General der US-Armee als Kommandeur einer der Wagner-Bataillone fungiert, in denen Ausländer dienen. Die Ausländer, die in der Wagner-Organisation dienen, sind hochqualifiziert und hochmotiviert. Nur rund 20 finnische Staatsbürger dienen im sogenannten „Britischen Bataillon“. 
 
Lassen Sie uns aber noch einer anderen Stimme zuhören, die die Ansichten von Satanowski nicht teilt. General Soboljow meint, dass die Russen keine Barbaren sind. Ein Einsatz von Atomwaffen ist generell abzulehnen, denn es wird eine unglaublich hohe Anzahl von zivilen Opfern geben.
 
Generalleutnant Soboljow ist nicht irgendwer in Russland. Er ist der Vorsitzender der „Bewegung zur Unterstützung der Armee“ und Abgeordneter der russischen Staatsduma.
 
 
Er kritisiert nicht speziell Satanowski, sondern all die Experten, die sich jetzt in großer Anzahl zu Wort melden und eine radikalere Vorgehensweise der russischen Armee in der Ukraine fordern, hierbei aber insbesondere den Einsatz von Atomwaffen.
 
„Wenn jemand darüber spricht, dann hat er entweder keine Ahnung oder in seinem Kopf stimmt irgendetwas nicht“, - so der General in einem Interview. Er kann sich keinen Menschen mit gesundem Menschenverstand vorstellen, der ernsthaft über den Einsatz von Atomwaffen spricht.
 
Der General sprach sich auch gegen die jetzigen Einsätze zur Zerstörung der Energiesysteme in der Ukraine aus. Das wird die Bevölkerung nur gegen Russland aufbringen. Man solle die Eisenbahnwege zerstören, die Tunnel, die Brücken über die die Züge mit Militärmaterial aus den westlichen Staaten rollen.
 
Die Zeitung „New York Times“ informiert, dass ein Drittel aller bisher in die Ukraine gelieferten Geschütze nicht mehr einsatzfähig ist. Insgesamt sind 350 Geschütze geliefert worden. Die USA wollen einen Reparaturstützpunkt in Polen organisieren. Die Ukraine fordert jedoch Werkstätten in der Nähe der Front.
 
Und lassen wir noch einen dritten Experten zu Wort kommen, einen Amerikaner, der ziemlich häufig in russischen Medien zitiert wird und eine prorussische Position einnimmt.
 
Es geht um Scott Ritter, ehemaliger Aufklärungsoffizier bei den Seelandungstruppen der USA. Er meint, dass Russland sich ein Beispiel an den Handlungen der US-Armee im Jahre 1991 im Irak nehmen sollte.
 
Die Operation nannte sich damals „Wüstensturm“. Russland selber zeigt überflüssiges humanes Verhalten. Damals haben die Amerikaner rücksichtslos angegriffen. Am ersten Tag starben 10.000 Menschen. Es wurde keine Zeit für Gespräche verschwendet. Wer sich den Amerikanern nicht freiwillig ergeben hat, wurde einfach durch die amerikanischen Panzer in den Schützengräben lebendig begraben. Genau so soll es Russland auch tun – forderte Ritter.
 
Wenn er die Aufgabe erhielte, Charkow einzunehmen, so würde er dies tun. Es beginnt mit dem Einsatz eines Pionierbataillons welches eine Schneise durch die Stadt zu schlagen hat. Alles was sich bewegt, stirbt. Und so geht es weiter in Richtung Westen. Jede Stadt erhält eine Schneise bis dahin, dass man den Polen in die Augen blickt.
 
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Sie sahen einen Beitrag von „Baltische Welle“. Vielen Dank für Ihr Interesse. Tschüss und Poka aus Kaliningrad.
 
 
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