Die Diamantenhand – Ein sowjetischer Filmklassiker könnte Europa helfen

Die Diamantenhand – Ein sowjetischer Filmklassiker könnte Europa helfen
 
1969 wurde der Filmklassiker „Die Diamantenhand“ in der Sowjetunion produziert. Millionen haben diesen Film gesehen und sehen ihn heute noch. In diesem Film gibt es einen Drei-Sekunden-Moment, der den Politikern der Europäischen Union helfen könnte, ihre Entscheidung, russisches Gas nicht in Rubel bezahlen zu wollen, zu korrigieren.
 
 
In der vergangenen Woche hatte Präsident Putin überraschend verkündet, dass man zukünftig an die Staaten, die ihren Platz in der „Liste der unfreundlichen Staaten“ eingenommen haben, russisches Gas nur noch gegen russische Rubel verkaufen wolle. Die Reaktionen der westlichen Staaten war schon beeindruckend. Wie ein Schwarm aufgeregter Hühner, die plötzlich den Fuchs neben sich bemerkten, lief und gackerte alles durcheinander.
 
Schnell fand man sich zusammen, um die Situation zu beraten. Egal, wie man sich entscheiden würde, der „Putin-Fuchs“ würde seine Opfer unter den gackernden Hühnern so oder so finden. Entweder die Sanktionen hebeln sich selber aus, oder aber … hören wir mal rein, in die drei Sekunden des Filmklassikers „Diamantenhand“.
 
Video: Diamantenhand
 
Sie haben verstanden? Keine russischen Rubel, kein russisches Gas.
 
Wie es scheint, hat sich Deutschland und wohl noch einige andere Länder entschieden, kein russisches Gas mehr zu erhalten, denn in Rubel will man nicht bezahlen. Alles, was Rang und Namen hat in Deutschland, hat sich so geäußert.
 
So erklärte Herr Scholz, der Kanzler des Großen Deutschlands, dass man weiterhin in Euro bezahlen werde. Und alle anderen Mitgliedsländer der G-7 wollen auch nicht in Rubel bezahlen – teilte er bei der Gelegenheit gleich noch mit. Das Witzige ist, dass Kanzler Scholz sich auf Verträge bezieht, die Russland zu erfüllen habe und da sind Euro als Zahlungsmittel vereinbart. Dass Deutschland und viele andere westliche Länder hundert- und tausendfach abgeschlossene Verträge einfach im Rahmen ihrer Sanktionsorgasmen nicht einhalten – das stört den Kanzler des Großen Deutschlands in seiner oberlehrerhaften Arroganz nicht.
 
Herr Habeck, Wirtschaftsminister in Deutschland, wiederholte die Worte des Kanzlers – vielleicht war es aber auch umgekehrt, dass der Kanzler die Worte von Habeck wiederholte … na, ist auch egal, man zeigt Einigkeit in der Regierung. Auch Habeck will nicht in Rubel bezahlen. Und er meinte, dass die G-7 bereit sind, alles was passiert, durchzustehen. Selbst, wenn Russland das Gas abschaltet, wird man standhalten.
 
Spannend wird es, wie die betroffenen Firmen reagieren werden, denn nicht Herr Scholz und nicht Herr Habeck bezahlen das Gas, sondern deutsche Firmen. Und wenn sie den Aufforderungen der deutschen Regierung folgen, tja … soll ich den Drei-Sekunden-Film nochmal wiederholen?
 
Video: Diamentenhand
 
Interessant ist die Entwicklung der Zahlenakrobatik, die die europäischen Politiker veranstalten. Je näher der Tag „X“ rückt, also der Tag, wo das Gas nicht mehr ausreicht, um so optimistischer werden die Aussagen zu dem Zeitpunkt, wo Europa und somit auch Deutschland, vollständig unabhängig von russischen Energieträgern werden. Zuerst waren es sieben Jahre, dann fünf Jahre, gestern noch zwei Jahre und heute hören wir in allen deutschen Nachrichten, dass man mit allen Situationen fertig wird, man sei auf alle Szenarien vorbereitet. Toll, wie sich das alles im Westen entwickelt.
 
Ich wollte nochmal daran erinnern, dass in der vergangenen Woche noch von einer absoluten Katastrophe gesprochen wurde, wenn man auf das russische Gas verzichtet – so wie es die Zwergenstaaten Polen, Litauen, Lettland und Estland fordern.
 
Russische Quellen erinnern, dass die Europäische Union – also die Union der Eigennützigen und Uneinigen, bis 2030 seinen Gasverbrauch um 30 Prozent senken will. Russland liefert aber 40 Prozent des benötigten Gases. Bleibt eine Differenz von 10 Prozent. 25 Prozent Öl und 50 Prozent Kohle erhält die EU auch aus Russland.
 
Mal ehrlich, meine lieben Zuschauer und Leser, glauben Sie wirklich, dass Russland die EU noch bis 2030 beliefern wird, bis die Banditen, wie Lawrow sie bezeichnete, in aller Seelenruhe ihre Energiepolitik neu organisiert haben und dabei sich täglich neue Gadosti, also Gemeinheiten, gegen Russland ausdenken?
 
Am Montag wurde Dmitri Peskow, der Kreml-Sprecher gefragt, was denn passiert, wenn die westlichen Banditen und Bankräuber ab 1. April nicht in Rubel bezahlen. Peskow sagte: Das wissen wir noch nicht, wir arbeiten daran. Naja, ich glaube dem Kreml eigentlich alles, aber das glaube ich dem Kreml nicht. Was passiert, wenn der Rubel nicht rollt … kommen Sie, schauen wir uns nochmal das Drei-Sekunden-Video an:
 
Video: Diamentenhand
 
Vielleicht darf ich Sie nochmal daran erinnern, wie Deutschland sich retten will, wenn das russische Gas wegbleibt.
 
Sie erinnern sich, dass Ihr hochbezahlter Wirtschaftsminister Habeck vor ein paar Tagen in Katar war? Von dort übermittelte er eine Erfolgsmeldung. Katar hilft, alles bestens. Ich fand das schon etwas merkwürdig. Verfügt Katar über so viele Förderreserven, dass man einfach mal so den deutschen Bedarf decken kann? Der Wirtschaftsminister von Katar brachte dann am Wochenende Klarheit in die Angelegenheit. Man habe keine Reserven für Deutschland. Tja, was hat denn Habeck da in Katar gemacht und wovon hat er gesprochen?
 
Dann gab es das Versprechen von Biden, Europa mit 15 Milliarden Kubikmeter Gas zu helfen. Alles kein Problem – sagte Biden vor ein paar Tagen in Polen und wieder waren alle begeistert. Etwas leiser, nicht alle scheinen es gehört zu haben, sagte er, dass man nur noch die asiatischen Staaten überzeugen müsse, auf diese Menge zu verzichten und schon strömt das Gas nach Europa. Und selbst wenn die Asiaten verzichten, hungern und frieren, damit es den Deutschen und den Europäern gut geht, so steht die Frage, woher die restlichen 125 Milliarden Kubikmeter kommen, denn Russland liefert 140 Milliarden Kubikmeter Gas jedes Jahr nach Europa.
 
Alle Gaserzeugerländer der Welt fördern jedes Jahr eine bestimmte Menge, es gibt da eine ganz natürliche Obergrenze. Und diese Menge ist weltweit aufgeteilt. Fällt irgendein Lieferant aus, entsteht ein Loch. Nimmt man Umverteilungen vor, entstehen an anderen Stellen Löcher – logisch, nicht? Genau so geht es mit allen anderen Rohstoffen – also z.B. landwirtschaftlichen Erzeugnissen.
 
Und jetzt rufen wir uns zum Schluss meiner langatmigen Erzählung noch schnell ins Gedächtnis, dass Deutschland für seine Wirtschaft Gas, Strom und Öl braucht. Gibt es das nicht, wird die Wirtschaft wohl stillstehen, Entlassungen, Zusammenbruch des Exports, Zusammenbruch des so schon überschuldeten Haushaltes, Inflation, Preisesteigerungen, Protestdemonstrationen und irgendwann könnte es sein, dass sich Herr Scholz, Gospodin Haberbeck und Frau Baerbock an die Notstandsgesetze der Bundesrepublik erinnern – Einsatz der Bundeswehr im Landesinneren.
 
Lassen Sie mich noch einen britischen Politologen zitieren – Antony Weber. Er meinte, dass die europäischen Länder keinen Gedanken an mögliche Rückwirkungen verschwendet haben, als sie die antirussischen Sanktionen planten. Er erwarte Massenproteste, denn die Bevölkerung ist auf große Preisveränderungen und andere Einschränkungen einfach nicht vorbereitet. Europa bleibt nichts weiter übrig, als seine Politik völlig zu überdenken.
 
Und eben habe ich noch eine Frau Professorin in der Sendung „Wiso“ von ZDF gesehen. Die strahlte förmlich vor Optimismus. Na dann, vor einer Woche noch Katastrophe, jetzt Optimismus. Warten wir es ab.
 
 
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Kommentare ( 3 )

  • Bastian Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 29. März 2022 19:43 pm

    Nun ja, Uwe Erichwitsch, alles ganz gut und schön beschrieben. Nun ist es ja aber so, daß zum Jahresende 2022 die Kohlekraftwerke, auch die modernen, sowie die Atomkraftwerke, die Merkel vor lauter Angst vor den zu erwartenden Flutwellen und den zukünftigen Erdbeben aus Fukoshima, nun ebenfalls zum Jahresende abgeschalten werden. Also müssen die noch nicht ausreichend das Land verschandelnden Windmühlen aufgestellt werden, von denen noch keiner genau weiß, wie diese wirklich CO²-vermeidend sind. Zusätzlich sollen doch Deutschlands Felder aus dem Weltraum durch die Solarwälder sehr gut zu erkennen sein. Zumal der prognostizierte enorme Zuwachs an notwendiger Energie von ca. 30 Prozent für die Modernisierung der Wirtschaft mit einberechnet worden ist. Jedem halbwegs Gebildeten ist doch auch bekannt, daß viele Produkte zwar Elektrik aber auch Erdgas und/oder Erdöl benötigen. Also sind doch diese giftgrünen Träume von Habeck und Konsorten auf die Schädigung der Wirtschaft ausgerichtet.

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 29. März 2022 20:17

      ... mit anderen Worten, Deutschland bekommt noch in diesem Jahr eine neue Regierung? Oder ... nein, vielleicht etwas anders formuliert ... die jetzige Regierung wird zurücktreten?

  • Anton Amler

    Veröffentlicht: 30. März 2022 09:30 pm

    Es ist unüblich, in Deutschland zurückzutreten - es sei denn, man hat Charakter, und ist Papst.

  • Anton Amler

    Veröffentlicht: 30. März 2022 16:22 pm

    Der unge- und -beliebte Michel wird noch gebraucht, denn wenigstens eine Wirtschaft sollte die Funktionalität der Kolonie "altes Europa" noch gewinnbringend aufrecht erhalten. Aber eben nur so lange, wie wir bei "Hü" auch "Hü", und nicht etwa "Hott" zu tun gedenken.
    Gut 70 Jahre hat es gebraucht, um die gesamte nicht US-Welt erfolgreich umzuprogrammieren.
    Erster und auch einziger Leitsatz:
    Wenn Ihr nicht so spielt, wie wir wollen, dann erschlagen wir Euch mit dem, was wir, und von da ab auch Ihr, unter Demokratie zu verstehen habt!!!
    Was würde uns eine neue Regierung also bringen, wenn man nicht auch dieser weltweit gezüchteten "Russophobie" den Nibus eines Naturgesetzes entzieht?
    Ich möchte auch keinen "Dom", der sich noch gegen keinen richtigen Raketenangriff bewehren mußte, über der Stadt, in der ein Parlament bedenkenlos unsere Interessen preis gibt, und mittels Sanktionen, dabei grün/alternativ träumend, an der Realität vorbei unseren steigenden Energiebedarf abzusichern gedenkt.

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