Die verwöhnten Wessi-Söldner in der Ukraine

Die verwöhnten Wessi-Söldner in der Ukraine
 
Man kann sicher viel Schlechtes über die ukrainische Armee berichten, aber es gibt auch Momente, wo man diese Armee in Schutz nehmen muss – in Schutz nehmen vor den verwöhnten Muttersöhnchen aus dem Westen, die als Söldner viel Kopfgeld in möglichst kurzer Zeit verdienen wollen.
 
 
 
In meinem Bekanntenkreis gibt es, geopolitisch bedingt, auch Militärs – aktive und weniger aktive. Und wenn wir miteinander Gedanken und Meinungen austauschen, hatte ich mal die perfekte Lösung des „amerikanischen Problems“ skizziert. Mit Spannung schauten alle auf mich, als ich erklärte, dass eigentlich eine einzige klassische Bombe ausreiche, um die amerikanische Armee zur Kapitulation zu zwingen. Man muss diese nur auf die Fabrik werfen, wo Coca-Cola produziert wird. Ohne Coca-Cola wird der US-Soldat schnell demotiviert und somit einsatzunfähig. Alle lachten verständnisvoll und wir tranken ein großes Glas gut gekühlten Kwas auf das Soldatenleben in der russischen Armee.
 
Der sowjetische Soldat, der russische Soldat aber auch der NVA-Soldat kannte natürlich keine Coca-Cola oder die sozialistische Alternative dazu, während irgendwelcher Übungen. Da gab es einen Liter Frischwasser am Tag in die Feldflasche. Das musste ausreichen für Zähneputzen, Rasieren und Durst löschen.
 
Irgendwelche anderen Leckereien, die es im übersichtlichen Angebot in der Soldatenkantine oder dem Offizierskasino in der Kaserne gab, konnten wir in den sozialistischen Armeen unter Übungsbedingungen natürlich auch vergessen. Insbesondere in der Führungsebene Kompanie, Bataillon und Regiment war Bescheidenheit angesagt.
 
In meinen jungen Jahren war ich Oberoffizier in einem Regimentsstab und schlief die wenigen Stunden Schlaf, die uns unser Chef gönnte, auf drei zusammengestellten Zelthockern. Als Kopfkissen diente meine Schutzmaskentasche, als Decke, wenn wir im Wintereinsatz waren, mein ABC-Schutzumhang.
 
Wir wurden auf den Krieg vorbereitet und der Krieg braucht keine verhätschelten Muttersöhnchen, die ohne Hamburger und Cola nicht kämpfen können, sondern konsumentwöhnte einsatzwillige Soldaten, bereit auch das Wertvollste zu geben, was sie besitzen: das Leben.
 
Nun scheint die Ukraine nicht davon überzeugt zu sein, dass sie mit ihren eigenen Soldaten die Mission Russlands zur EntNAZIfizierung ihrer US-verdorbenen Heimat aufhalten kann und wirbt um jeden …
 
Video: Werbefilm für die ukrainische Armee
 
… oi, … tschuldigung, da ist wohl etwas schief gegangen, das war nicht der Einspieler, den ich Ihnen zeigen wollte. Hier nun das richtige Video:
 
Video: Ausländischer Söldner flüchtet
 
Nun, das war eigentlich auch nicht das richtige Video – ich wollte Ihnen glückliche ausländische Söldner zeigen, die in der Ukraine für die Freiheit und Demokratie der Ukrainer kämpfen, Frau und Kinder dafür zu Hause im Stich lassen, dafür aber mit viel Geld zurückkommen – tja, wenn sie denn zurückkommen.
 
Aber ich habe keinen Film mit glücklichen Söldnern gefunden. Viele dieser westlichen Muttersöhnchen beschweren sich über die Dienstbedingungen in der ukrainischen Armee:
 
Video: Zerstörung eines Ausbildungszentrums für ausländische Söldner
 
Ja, es ist schon traurig anzusehen, wenn die gemütliche Kaserne mit Betten, weichen Matratzen, Fernheizung und Casino durch russische Raketen unbewohnbar gemacht wird. Wobei, die dort befindlichen Soldaten haben sich nicht beschwert … sie konnten sich nicht mehr beschweren, denn sie sind alle tot.
 
Aber die, die heute noch leben, zeigen sich unzufrieden mit den Dienstbedingungen. Ein brasilianischer Söldner hat dem Informationsportal UOL ein Interview gegeben und seiner geschundenen Seele freien Lauf gelassen.
 
Er ist am 16. April in die Ukraine gekommen, also gerade mal zwei Wochen im Land, in dem er den Russen zeigen will, wo der Hammer hängt.
 
Zusammen, mit weiteren 60 ausländischen Anwärtern auf den Heldentod, fuhren sie in das Ausbildungslager. Das Essen dort war sehr schlecht, Hygienebedingungen wurden nicht beachtet und es gab viele, die mit Corona-Virus infiziert waren.
 
Mich hat niemand in der NVA gefragt, ob mir das Essen schmeckt oder nicht. Ich selber habe mir diese Frage während der Übung auch nicht gestellt. Wichtig war, dass der Magen Ruhe gibt. Auch ich habe als Offizier in der Schlange gestanden und mir meinen Schlag Essen aus der Feldküche ins Kochgeschirr knallen lassen. Der heiße Tee wurde in den verkeimten Metallbecher meiner Feldflasche gefüllt, wo ich mir regelmäßig die Hand und den Mund verbrüht habe. Keiner hat sich über solche Kleinigkeiten aufgeregt.
 
 
Die westlichen Muttersöhnchen wollen gegen die Russen kämpfen und mokieren sich über Hygieneprobleme. Wären es echte Soldaten, so hätten sie es gelernt, sich den Arsch mit Gras abzuwischen und die beschissenen Hände mit Urin zu waschen.
 
Aber dieser brasilianische Soldat mit Familiennamen Di Olivier beschwerte sich, dass er sich nur zweimal in der Woche duschen durfte. Und er vermisste in der Unterbringung eine Munitionskammer.
 
Seine persönlichen Sachen musste er in einer Grube lagern, die mit Zweigen abgedeckt wurde. Tja, was dachte denn dieser brasilianische Heldenanwärter, wo er seine Sachen aufbewahren kann? In einem Soldatenspind in einem Laufgraben?
 
Ungeachtet dass die Dienstbedingungen sehr schlecht waren, wurden sie zu einem anstrengenden intensiven Training gezwungen. Besonders trainiert wurden Angriffe aus der Luft. Und dann kam wirklich ein Angriff aus der Luft, allerdings nicht von russischen Flugzeugen, sondern vom Virus Corona und unser Held erkrankte, wie alle anderen ausländischen Helden in seiner Gruppe.
 
Einer seiner Kameraden, ein Pole, war wohl zu ungeduldig und konnte den Heldentod auf dem Schlachtfeld nicht abwarten und beging Selbstmord. Er wurde, wie es sich für einen Söldner gehört, an Ort und Stelle verscharrt. Ob ihn irgendjemand vermissen wird, interessierte niemanden.
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Kommentare ( 4 )

  • Anton Amler

    Veröffentlicht: 3. Mai 2022 11:46 pm

    Hallo Uwe!
    Nicht jeder hat den "Feinschliff" eines Internates genossen, aber über die GST erlernte man schon die Kunst des Antretens, des korrekten Marschierens... daß man beim Zielen das Gewehr nach Höhe und Seite so einzurichten hat, daß..., und daß eine Karte das Verkleinerte, Geebnete, maßstabsgerechte Grundrißbild... ist.
    Auch zivile Studenten traten regelmäßig zum Sport an, ich, aus dem Unterstand der Kampfbahn der Militärakademie, inclusiv dem Erklimmen der Spitze eines hoch aufgehängten Taues.
    Dieser Kenntnisstand war das Bordpäckchen fast aller, die einberufen wurden.
    Das Tragen langer Unterbekleidung beim unregelmäßigen Wochenendausgang, bzw das aufgekrempelte Vorzeigen des abgeschnittenen Unterteils - 60% aller Offiziere immer am Standort, und bei kleinsten Unregelmäßigkeiten 100 % - das heute zu erklären gleicht dem Versuch, Blinden Farben zu beschreiben.
    Ich kann nur hoffen, daß die Russen, wenn schon nicht vermeidbar, auf möglichst viele so geschilderte "Wessis" treffen!

  • Anton Amler

    Veröffentlicht: 3. Mai 2022 15:25 pm

    Damit nicht der Eindruck entsteht, ich würde die Gefahr, die durch schlecht ausgebildete, oder unmotivierte Söldner an hochmodernen Waffen besteht, verharmlosen, hier nun ein kleiner Nachtrag.
    Schon deutsche HJ-Kinder trugen Ritterkreuze, weil besonders sehr junge Menschen schnell bis zur Selbstaufgabe zu begeistern sind.
    Ausgerüstet mit der Marschverpflegung "heilige Nation" bringen sie sich bedenkenlos ein, wohingegen ein gestandener Mann, der schon etwas aufgebaut, und somit auch zu verlieren hat, in einer aussichtslosen Situatio die Bereitschaft zur Kapitulation in sich trägt.
    Das zeigt nicht Feigheit, sondern von mir aus auch Gott gewollten Lebenswillen - "Einsicht in die Notwendigkeit" - wie uns dereinst gelehrt wurde.
    Alle bislang eingetretenen Schäden können den noch teilweise verbissen Kämpfenden nicht annähernd den Dresdeneindruck vom 13.02.45,
    vermitteln, geschweige denn den Text - Auferstanden aus Ruinen - vollumfänglich zu verstehen.
    Sie hörten noch keine Stalinorgel !

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 3. Mai 2022 15:48

      "Sie hörten noch keine Stalinorgel !" ... Ich modernisiere mal: Sie hörten noch keine Kinschal-Rakete !

  • Vogonendichter

    Veröffentlicht: 3. Mai 2022 16:25 pm

    Auch sollte man nicht den Unterschied unterschätzen, Ob man an einer Waffe richtig ausgebildet wurde und das auch Üben konnte oder ob man nur ne kurze Einweisung bekommen hat.
    Ich kann mir nicht vorstellen, das zB. der veraltete Gepard wirklich sinnvoll eingesetzt werden kann.
    Ich meine Radarreichweite 15km aber Waffenreichweite nur 5km? Das ist wie ein Signalfeuer, in übergrosser Leuchtreklame, für moderne Hubschrauber oder Flugzeuge.
    Auch sollte man den Umstand nicht unterschätzen, Ob man etwas zu verteidigen hat oder ob man keine Bindung zum Land hat.
    Asov hat keine Bindung zum Donbass, deswegen würden sie wohl eher flüchten, wenn sie könnten.
    Aber für Russland sind es die Brüder und Schwestern.

  • Anton Amler

    Veröffentlicht: 3. Mai 2022 19:45 pm

    Uwe!
    Das werden sie auch nicht, denn sie war dann schon da, bevor sie sie hören konnten.

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