Die Zeiten ändern sich – Ausländische Valuta out in Russland

Die Zeiten ändern sich – Ausländische Valuta out in Russland
 
Russland hat verschiedenste eingreifende Maßnahmen für den Wirtschafts- und Finanzsektor nach dem 24. Februar beschlossen. Ziel ist die Stabilisierung der Wirtschaft und den Schutz des Landes vor den Sanktionen. Nun trifft man auf Folgen, die es bisher noch nie im Leben des Landes gegeben hat.
 
 
Zum Schutz des Finanzsystems hat der russische Präsident Putin am 28. Februar einen Erlass unterzeichnet, der den Pflichtverkauf von 80 Prozent der Valutaeinnahmen durch die russischen Firmen an den Staat regelt. Damit wollte der Staat weitere Valutaeinnahmen erzielen, um seinen Verpflichtungen nachkommen zu können.
 
Wenige Tage danach, wurde ein weiterer Schritt gegangen und eine Kommission von 12 Prozent für den Kauf von Valuta (Dollar, Euro, Pfund) an der Börse eingeführt. Gleichzeitig gab es Limite für die Ausfuhr von Valuta ins Ausland und es durften keine Zahlungen für Verpflichtungen aus Eurobonds ohne Genehmigung der Regierung vorgenommen werden.
 
Machte der Rubelkurs, nach dem 24. Februar einen gewaltigen Sprung nach oben, begann schon bald nach Verhängung dieser Maßnahmen die Talfahrt, was in diesem Falle positiv zu werten ist. Heute hat der Rubel seinen gewohnten Kurs im Verhältnis zur Währung der Feindesländer eingenommen.
 
Soweit zur Erklärung der Vorgeschichte.
 
Neben einer Reihe von Lockerungen bei den o.g. Maßnahmen, ist aber der Pflichtverkauf von Valuta im Umfang von 80 Prozent der Einnahmen geblieben. Das Problem ist, dass jetzt niemand Valuta kaufen will – ein Umstand, den es in der modernen Geschichte Russlands niemals gegeben hat. Dollar und Euro waren gottähnliche Erscheinungen und jeder versuchte, so viel wie möglich dieses Göttlichen zu besitzen.
 
Probleme haben jetzt die Firmen, die exportieren und natürlich Valutaeinnahmen haben. Sie können diese nicht verkaufen, da niemand im größten Land der Erde Valuta braucht oder haben möchte, denn man kann mit Dollar und Euro nichts mehr anfangen. Da niemand mehr irgendetwas einkaufen kann, braucht man keine ausländische Währung. Der Russe fährt auch nicht mehr ins Ausland in Urlaub. Somit braucht man auch hier keine Feindgelder. Die großen Importfirmen importieren auch nichts mehr und brauchen somit auch keine ausländische Währung.
 
Nach wie vor gibt es Einschränkungen innerhalb Russlands Valuta als Bargeld zu erhalten, es zu verkaufen und es ins Ausland zu überweisen zu irgendwelchen Verwandten oder Bedürftigen. Auch hier gibt es also keinen Bedarf mehr.
 
Das Westgeld hat also fast über Nacht seine traditionelle Funktion des Göttlichen verloren. Jetzt rollt der Rubel und dies wiederum hat zur Folge, dass der Kurs weiter fällt. Es gibt sogar Analysten, die sehen den Dollar bei 30 Rubel, gegenwärtig liegt er um die 80 Rubel. Aber so weit wollen wir noch nicht träumen, zumindest nicht in diesem Monat.
 
Das Problem ist nun, dass die Firmen mit Valutaeinnahmen ihre gesetzlichen Verpflichtungen gegenüber dem Staat nicht erfüllen können. Damit hat wohl der Staat selber nicht gerechnet, dass es so einfach sein kann, sich von der Feindeswährung zu lösen. Und so verkündet die Zentralbank, dass man keine Strafen für diejenigen aussprechen wird, die den Verkauf aus den genannten Gründen nicht vornehmen können. Sofern das Gesetz nicht aus Böswilligkeit verletzt wird, will die Zentralbank Geduld und Wohlwollen zeigen.

 

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Kommentare ( 1 )

  • Wladi

    Veröffentlicht: 13. April 2022 17:26 pm

    Wenn es so ist,passt alles.

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