Drastische Lageeinschätzung zu Nordstream-2 in russischer Staatsduma

Drastische Lageeinschätzung zu Nordstream-2 in russischer Staatsduma
 
Der Duma-Abgeordnete Michael Deljagin vertrat die Ansicht, dass die „Grünen“ die deutsche Wirtschaft vernichten wollen. Anders sei deren Verhalten in der Energiepolitik Deutschlands nicht zu verstehen.
 
 
Die Partei „Die Grünen“ wehren sich gegen das Projekt „Nordstream-2“ und dies führt zur Vernichtung der deutschen Industrie – so Deljagin. Damit ruft er natürlich Aufmerksamkeit hervor und vielleicht auch bei vielen Unverständnis, denn bisher lebte Deutschland und die deutsche Industrie ja auch ohne Nordstream-2. Warum sollte also plötzlich die deutsche Wirtschaft den „Bach runtergehen“?
 
Deljagin vertrat im Gespräch mit Journalisten die Ansichten, dass es durchaus real sei, dass das Projekt „Nordstream-2“ nicht in Nutzung überführt wird. Zitiert wird der Grünen-Politiker Robert Habeck, der nach russischen Informationen für die Funktion des Wirtschaftsministers vorgesehen ist und der die Ansicht vertritt, dass es sich bei diesem Projekt um ein strategisches, aber nicht um ein kommerzielles Projekt handle. Es geht bei dem Projekt darum, Druck auf die Ukraine auszuüben und die Abhängigkeit der deutschen Politik von Russland zu erweitern.
 
Deljagin meint, dass Russland „Nordstream-2“ nicht braucht, aber die deutsche Industrie braucht diese Gasleitung. Richtig ist, dass Russland mit den Gaslieferungen Geld verdient. Aber wenn kein Gas nach Deutschland fließt, dann wird dieses Gas verwendet, um den Prozess der Gasifizierung Russlands mit höherem Tempo voranzutreiben. Gasprom wird natürlich diese Lösung nicht gefallen, aber das ist dem Rest des Landes „völlig wurscht“ ob Gasprom irgendetwas gefällt oder nicht – formulierte Deljagin.
 
Wenn Gasprom kein Gas durch seine Leitungen nach Deutschland schickt und somit kein Geld verdient, wird die Firma „Nowatek“ Flüssiggas über seine Logistik nach Europa verschicken und noch mehr Geld verdienen – meint der Duma-Abgeordnete.
 
Russland selber ist daran interessiert, dass die deutsche Industrie als strategischer Partner für Russland erhalten bleibt. Deutschland liefert nach Russland Maschinenbauerzeugnisse, also Erzeugnisse aus einem Wirtschaftsbereich, der in Russland in den 90er Jahren, dank der Privatisierungspolitik, die mit Hilfe der Amerikaner umgesetzt wurde, vollständig vernichtet wurde. Somit ist es für Russland wichtig, dass Deutschland in Europa als Lieferant für Maschinenbauerzeugnisse erhalten bleibt.
 
Sollte jedoch Deutschland den Weg der Deindustrialisierung einschlagen und somit zu einem polnischen oder moldawischen Staatsmodell mutieren, so ist Russland gezwungen, sich nach Alternativen umzuschauen, Zulieferer in China, Südkorea, Japan zu suchen. Noch besser wäre es jedoch – meint der Duma-Abgeordnete – wenn Russland diesen Industriezweig, der in den 90er Jahren vernichtet worden ist, wieder errichtet und selber das produziert, was das Land braucht.
 
Somit ist für den Duma-Abgeordneten Deljagin klar, dass Deutschland an der Gasleitung Nordstream-2 besonders interessiert sein muss. Er kommentierte, dass es nicht wenige Deutsche gibt, die sich für die deutsche Industrie stark machen. Es gibt aber auch Vertreter, die die Interessen anderer Länder zum Nachteil Deutschlands vertreten, also der USA, China und natürlich bestimmter Spekulanten, die in geostrategische angelsächsische Projekte eingebunden sind, welche zum Ziel haben, Europa auszuhöhlen. Deshalb treten sie gegen Nordstream-2 auf. Somit ist für ihn klar, dass die „Grünen“ die deutsche Industrie vernichten wollen.
 
Deljagin zeigte sich überzeugt, dass die Grünen siegen werden, denn, obwohl Präsident Biden beschlossen hatte, keine Sanktionen gegen Nordstream-2 zu verhängen, ist es gelungen, das Projekt weiter auszubremsen. Deljagin bedauerte Deutschland: Schade zu sehen, wohin sich die Heimat des modernen Ingenierings bewegt. Aber mit Optimismus meinte Deljagin, dass Russland vielleicht jetzt die Chance erhält, die entstehende Lücke zu füllen.
 
 
Reklame

Kommentare ( 0 )

Um zu kommentieren, müssen Sie sich registrieren oder einloggen.

Autorisierung