Ein Besuch in der Lugowaja in Kaliningrad endete tödlich

Ein Besuch in der Lugowaja in Kaliningrad endete tödlich

Vor einigen Tagen erhielt ich Besuch von einem Geschäftspartner. Bei der Verabschiedung begleitete ich ihn zum Grundstückseingang. Auf dem Weg dorthin gab es einen lauten Knacks. Er war auf ein Schneckenhaus getreten.

„Oi, verzeih mir“, - war seine Reaktion, mit einem bedauernden Blick auf das plattgetretene Schneckenhäuschen. Die Schnecke konnte seine Entschuldigung schon nicht mehr hören – sie war tot.

Im August 2018 kam es zu einem Zwischenfall im Luftraum von Estland. Der Pilot eines spanischen Militärflugzeuges schoss aus Versehen eine Luft-Luft-Rakete mit bestücktem Gefechtskopf ab. Gezielt hatte er auf ein französisches Militärflugzeug. Es sollte wohl einfach nur eine Übung sein – gegenseitiges Zielen, um bei Bedarf ins Ziel zu treffen. Zufällig wurde aber wirklich eine scharfe Rakete abgeschossen.

„Oi, verzeih mir“, - zum Glück verfehlte die Rakete ihr Ziel und der französische Pilot, im Unterschied zur Schnecke in der Kaliningrader Lugowaja, überlebte.

Im Jahre 2006 flog ein russisches Flugzeug in Richtung Kaliningrader Gebiet. Es verlor die Orientierung und stürzte auf litauischem Gebiet ab. Damals herrschte eine andere militärpolitische Situation und Russland konnte „Oi, verzeiht uns“, - den Litauern sagen und die Litauer verziehen.

Aber wir leben im Jahre 2019 und die Situation rings um Kaliningrad ist angespannt, vier Mal angespannter, als zu den angespanntesten Zeiten des Kalten Krieges – meint ein Wissenschaftler der Kaliningrader Kant-Universität.

Amerikanische strategische Bomber vom Typ B-52 trainieren mit äußerster Intensität Angriffe auf Kaliningrad. Wie ein US-General vor wenigen Tagen informierte, habe man alle Möglichkeiten, um die Luftverteidigung Kaliningrads auszuschalten. Warum will man die Luftverteidigung ausschalten? Natürlich um Kaliningrad zu zerstören.

Fliegen und trainieren tun unterschiedliche Anzahl von Flugzeugen. Sechs strategische B-52-Bomber wurden im März dieses Jahres auf einer Basis in England stationiert und begannen ihre Trainingsflüge. Im August wurden diese Flugzeuge gegen B-2-Flugzeuge ausgetauscht, die ebenfalls anfingen zu trainieren. Auch diese flogen Ende September wieder in die USA und es kamen vier neue B-52-Bomber nach England, um Angriffshandlungen zu trainieren. Alle diese Flugzeuge tragen Atombomben bzw. Flügelraketen mit Atomsprengköpfen mit sich.

Und am 23. Oktober informierten russische Medien, unter Bezugnahme auf internationale Quellen, dass ein weiteres amerikanisches strategisches Bombenflugzeug vom Typ B-52H eine Übung in der Nähe von Kaliningrad durchgeführt hat. Trainiert wurde die Vernichtung der Stadt Baltisk, wo sich der Stützpunkt der russischen Ostseeflotte befindet.

Das Flugzeug mit der Bordnummer 61-0025 mit der Rufbezeichnung BRIG01 flog von England aus in Richtung Kaliningrad und wurde um 15.40 Uhr Moskauer Zeit an den Grenzen zum Kaliningrader Gebiet geortet. Das Flugzeug bewegte sich in einer Höhe von 6.000 Metern. Die Fluggeschwindigkeit betrug 663 Kilometer/Stunde.

Und ich stelle mir nun vor,  dass dieser amerikanische Pilot seine Aufgabe erfüllt und den Angriff auf Kaliningrad trainiert. Und er führt Zielübungen durch – so, wie es der spanische Pilot 2018 auch getan hat. Und aus Versehen drückt dieser Pilot den falschen Knopf. Die Rakete benötigt nur Sekunden, um ins Ziel zu gelangen. Und dann?

Nun, vermutlich wird sich der amerikanische Pilot aus seinem Flugzeugfenster lehnen, zurückschauen und mit Blick auf das plattgemachte Kaliningrad sagen: „Oi, entschuldigt bitte.“

Die Kaliningrader werden die Entschuldigung schon nicht mehr hören können, denn sie sind tot.

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