Eine Nachricht die erschreckt und irgendwie Stalingrad-Assoziationen produziert

Eine Nachricht die erschreckt und irgendwie Stalingrad-Assoziationen produziert
 
Um fünf Uhr klingelt bei mir jeden Morgen der Wecker und wenige Augenblicke später wird die Nachrichtenlage studiert, um zu erfahren, was in den letzten fünf Stunden passiert ist, in denen ich geschlafen habe. Heute früh schockte mich die Information des russischen Verteidigungsministeriums zum Kapitulationsangebot für die ukrainischen NAZIonalisten.
 
 
Insgesamt, als ich die umfangreichere Meldung gelesen hatte, entstand eine Art „Stalingrad-Eindruck“, so wie ich die Ereignisse aus der Schule und dem Studium kenne. Die Faschisten befanden sich in einer ausweglosen Situation, hatten sich in einer Stadt, deren Bevölkerung sie ermordet und drangsaliert hatten, verschanzt und versuchten den Befehl des Führers auszuführen – kämpfen bis zum letzten Mann und sterben nach der letzten Patrone.
 
Das russische Verteidigungsministerium informierte über abgefangene Funksprüche, worin die im Stahlwerk Eingeschlossenen ihre dramatische Lage schildern und Kiew um Erlaubnis bitten, kapitulieren zu dürfen. Der Führer des ukrainischen Volkes forderte jedoch die Stellungen bis zum letzten Mann, bis zur letzten Patrone zu halten, obwohl es kaum noch Munition, kein Wasser und kein Essen gibt. Bald – so ist zu befürchten, wird auch die Luft in den unterirdischen Katakomben knapp werden … und das dürfte wohl durchaus wörtlich verstanden werden.
 
Das russische Verteidigungsministerium hat sich mit einer Kapitulationsaufforderung an die Eingeschlossenen gewandt und ihnen angeboten, ihr Leben zu wahren.
 
„Unter Berücksichtigung ihrer katastrophalen Lage im Asow-Stahlwerk und ausgehend von humanitären Prinzipien, schlagen die russischen Streitkräfte den Kämpfern der NAZIonalistischen Einheiten und den ausländischen Söldnern vor, ab sechs Uhr am 17. April die Waffen schweigen zu lassen und diese niederzulegen. Allen, die die Waffen niederlegen, wird das Leben garantiert.“
 
Die russischen Streitkräfte schlagen folgenden Ablauf für die praktische Umsetzung vor:
 
Ab fünf Uhr Moskauer Zeit Herstellung von ununterbrochenen Nachrichtenverbindungen zwischen beiden Seiten und ständiger Informationsaustausch.
 
Ab 5.30 Uhr Beginn des Regimes „vollständige Ruhe“
 
Ab 6.00 Uhr beginnen beide Seiten Flagge zu zeigen. Die russischen Einheiten hissen rote Flaggen, die ukrainische Seite weiße Flaggen entlang des gesamten Territoriums des Stahlwerkes. Weiterhin werden alle Nachrichten- und Informationskanäle genutzt, um die Einhaltung des Regimes „vollständige Ruhe“ zu bestätigen.
 
Im Zeitraum von sechs bis 13 Uhr bewegen sich die unbewaffneten Kämpfer, egal, ob es sich um ukrainische Einheiten oder ausländische Söldner handelt, in das Freie.
 
Das Asow-Stahlwerk ist der einzige Bereich in der Stadt Mariupol, der noch umkämpft wird. Die Stadt, der Hafen und umliegende Gebiete sind bereits vollständig unter Kontrolle der russischen Armee.
 
Der abschließende Satz in der Verlautbarung des russischen Verteidigungsministeriums lautet:
 
„Die Kapitulation ist die einzige Chance zu überleben.“
 
 
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Kommentare ( 2 )

  • Bastian Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 17. April 2022 13:58 pm

    Wir werden heute sehen, was wird. 13.00 Uhr Moskauer Zeit sind seit zwei Stunden vorbei. Falls sich letztendlich diese "Kämpfer" dazu entschließen sollten, ihr Leben zu retten, dann wird Wolodomir der Komiker zu Kiew zum Rumpelstielzchen. Dann weiß er, daß er verloren hat. Da helfen dann auch keine Selbstsuggestionen mehr. Einen Goebbels-Darsteller, wollt ihr den ... , nimmt ihm dann wohl keiner mehr ab.
    Ich hatte diesen Beitrag bewußt noch zurück gehalten. Jetzt ist es bei mir hiwer im Westen fast 14:00 Uhr. Rossija 24 hat noch nichts verkündet, daß sich auch nur einer der Asow - Sölner-Armee-Kämpfer ergeben hätte. Alle glauben wohl wirklich an den Ersatz, so wie 1945 der Glaube an die Ersatz-Heeresgruppe Wenk (hieß er doch wohl meiner Erinnerung nach). Hoffen und Harren macht diesmal wohl die meisten zu - toten - Narren.

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 17. April 2022 14:09

      ... kein einziges Medium, welches ich in Russland verfolge, hat auch nur mit einem einzigen Buchstaben irgendetwas berichtet oder angedeutet. Es ist eben das Regime "Stille" angesagt. Die jetzt vergangenen zwei Stunden sind das Regime "erwartungsvolle Stille".

  • Müller-Thurgau

    Veröffentlicht: 17. April 2022 15:37 pm

    In den Katakomben gibt es wohl etwas, das auf keinen Fall bekanntwerden soll. Das war in Stalingrad so nicht der Fall. Hitler konnte Rückzug und gar Kapitulation nicht ausstehen, denn dadurch wurde sein Nimbus beschädigt und das der der "unbesiegbaren" Wehrmacht. Bis zum Schluß forderte er, daß Stellungen ohne Rücksicht auf Verluste gehalten werden mußten. Diese Art der Kriegsführung kostete zahllose Soldaten das Leben, die man später noch gebraucht hätte.
     
    Keine Ahnung, ob der Aufruf in Mariupol die Asow-Nazis hervorlockt. Einige versuchen es vielleicht, andere werden dabei von eigenen Leuten erschossen, manche hoffen vielleicht noch auf Entsatz durch Mansteins Heeresgruppe Don .... ach nein, das verwechsle ich mit damals.

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