Eins plus Eins ist manchmal Vier. Nemzow-Meeting in Kaliningrad

Eins plus Eins ist manchmal Vier. Nemzow-Meeting in Kaliningrad

 

Am Samstag hatte die Kaliningrader liberale Gesellschaft zu einem Gedenkmeeting für den, vor genau fünf Jahren, in Moskau ermordeten russischen Politiker Nemzow in den Süd-Park Kaliningrads aufgerufen.

 

 

Die Veranstaltung fand bei sonnigem, aber kühlem Wetter statt. Das Meeting war von der Kaliningrader Stadtverwaltung für die Zeit von 13.30 Uhr bis 15.00 Uhr genehmigt wurden. Begonnen wurde die Veranstaltung gg. 14.00 Uhr, aber wurde, so wie genehmigt, um 15.00 Uhr pünktlich beendet.

An der Veranstaltung nahmen Vertreter der Partei „Jabloko“, der „Patrioten Russlands“ teil sowie Vertreter der Libertarianer Partei und des Nawalny-Stabes.

Redner, die auftraten, widmeten nur einen kleinen Teil ihrer Worte dem eigentlichen Fall, nämlich der Ermordung eines Menschen. Fast alle Redner forderten ein freies Russland, wobei alle offen ließen, was sie unter freies Russland verstehen.

Meeting zum 5. Jahrestag der Ermordnung des russischen Politikers Nemzow

Eine andere Forderung ließ allerdings ahnen, was man mit der Freiheitsforderung meinte, denn viele der Redner forderten ein von Putin freies Russland.

Wie üblich brachten fast alle Redner und Rednerinnen zum Ausdruck, dass das Land von Räubern, Dieben, Kriminellen und Vaterlandslosen Gesellen regiert und ausgebeutet wird.

Salomon Ginsburg, ein bei offiziellen Veranstaltungen des deutschen Generalkonsulats gern gesehener Oppositionspolitiker, forderte von der Stadt die Umbenennung des Südparks in „Freiheitspark Nemzow“.

Hervorgehoben werden muss, dass an dieser Veranstaltung, im Unterschied zu Protestmeetings von Herrn Nawalny, keine Kinder oder Jugendliche teilnahmen.

Das regionale Informationsportal „newkaliningrad“ informierte seine Leser, dass an der Veranstaltung 150 Personen teilgenommen haben, also 0,03 Prozent der Bewohner der Stadt Kaliningrad.

Die Organisatoren der Veranstaltung informierten, dass es 100 Teilnehmer gab.

Meine eigene Zählung ergab 70 Teilnehmer, wobei ich bereits 10 Polizisten, die für die Sicherheit der Veranstaltung und deren Teilnehmer verantwortlich zeichneten, bereits in dieser Zahl eingeschlossen habe. Somit zählt jeder auf seine Weise und kommt bei der Rechnung 1+1 eben zum Ergebnis „vier“.

Während der Veranstaltung kam es zu einem Zwischenfall, als ein geparktes Auto das Gelände verlassen wollte und die Versammelten dem Fahrzeug die Fahrt verwehrten. Dieser Zwischenfall löste mehr Aufmerksamkeit und Interesse bei den Versammelten aus, als die eigentliche Veranstaltung.

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