Erste ernsthafte Defizite in Kaliningrad

Erste ernsthafte Defizite in Kaliningrad

 

Das Informationsportal „NewsBalt“ informierte über erste ernsthafte Defizite in Kaliningrad. Und Leidtragende sind ausgerechnet Mitarbeiter der Stadtverwaltung.

 

 

Der Leiter für die Kaliningrader Grünflächen, Dmitri Petrenko informierte die interessierten Kaliningrader, dass durch den Bürgermeister ein Dokument, welches vermutlich er erarbeitet hatte, bestätigt worden ist. In diesem Dokument wird die Vorgehensweise festgelegt, wie man in Kaliningrad Grundstücke einstufen will, die einer besonderen Aufmerksamkeit, eines besonderen Schutzes bedürfen. Also ähnlich wie der Denkmalschutz, wird es auch ein Territorienschutz geben. Um die Grundstücke festzulegen, die eines besonderen Schutzes und der besonderen Aufmerksamkeit der Stadt benötigen, soll eine Arbeitsgruppe geschaffen werden.

Um dieses wichtige Vorhaben der Stadtentwicklung anschaulich für die Kaliningrader zu dokumentieren, verwendete der Beamte der Kaliningrader Stadtverwaltung die Königsberger Karte aus dem Jahre 1931, eine etwas veraltete Variante, denn es gibt auch Stadtkarten aus dem Jahre 1937, wenn auch selten.

Noch seltener scheinen aber aktuelle Stadtkarten der Stadt Kaliningrad zu sein, vielleicht erste Auswirkungen der Corona-Virus-Krise im Gebiet. Für deutsche Bürger natürlich erfreulich, auf einer deutschen Karte zu sehen, wo die Stadt besonders zu schützende Gebiete sieht. Aber Deutsche haben wir in Kaliningrad nur sehr wenige. Die Kaliningrader, die sich mehr um das heutige Leben kümmern, können mit der Labiauer Straße oder aktueller, der Herman-Göring-Straße, recht wenig anfangen. Aber die Gagarin-Straße ist ein Begriff im modernen Kaliningrad.

Angesprochen, warum er eine deutsche Karte für die Illustrierung der geplanten Entwicklung Kaliningrads verwendet, kommentierte Herr Petrenko: „Das Territorium hat eine Historie und deshalb hat die Verwendung der Vorkriegskarte rein historischen Charakter.“

Mit dieser Logik müssten alle Kaliningrader Karten abgeschafft werden, denn die ganze Stadt Kaliningrad hat eine Vorkriegshistorie. Und dann müsste man auch den Bürgermeister wieder mit „Herr“ anreden und nicht mit „Gospodin“ – nicht wahr?

Und NewsBalt erinnerte an die kürzlichen Äußerungen des Kaliningrader Staatsanwaltes, der den Begriff „Germanisierung“ als politischen Begriff bezeichnete. Er, als Staatsanwalt, arbeite nicht mit politischen Begriffen. Er arbeite mit dem russischen Gesetz und er werde dies umsetzen. Einige haben dies schon zu spüren bekommen – allerdings bisher noch kein Beamter.

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Kommentare ( 2 )

  • Jan Heller

    Veröffentlicht: 15. April 2020 16:49 pm

    Ich möchte Herrn Dmitri Petrenko ungekannt keine böse Absicht unterstellen. Immerhin benutzt er den Plan von 1931, der noch nicht die politisch unkorrekten Strassennamen Königsbergs zeigt. Vielleicht will er die Dimensionen damals zu heute aufzeigen bezüglich mehr oder weniger Grünflächen. Insgesamt dürfte die Stadt aber nach den drastischen Zerstörungen und dem sozialistischen Auf- und Umbau deutlich grüner geworden sein. Ich vergleiche da Kaliningrad gerne mit Magdeburg, da auch diese Stadt stark verdichtete Altbauarreale besaß und nach den Flächenzerstörungen grundsätzlich neu konzipiert wurde mit entsprechend großen Freiflächen.
    Sei es drum, für Archäologen sind alte Pläne Pflicht. Bei Garten- und Landschaftsbauern bleibt ein kleines Fragezeichen.

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 15. April 2020 16:52

      Der Herr Petrenio hat in der Zwischenzeit sein Facebook-Konto dicht gemacht. Es waren wohl zu viele, die ihm gesagt haben, wie er sich als bezahlter Beamter des Staates zu verhalten hat.

  • Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 19. April 2020 00:24 pm

    Da hat wohl der Gospodin Petrenko als russischer Beamter des Jahres 2020 nach nunmehr fast 75 Jahren Kaliningrad, damals fast vollständig zerstört und nun wieder teils anders aufgebaut, nicht nur ein historisches Problem mit der Stadt und seinem heutigen Beruf.

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