Europa-Bürger sollen frieren für den Sieg

Europa-Bürger sollen frieren für den Sieg
 
Immer häufiger lese ich in den Medien und sehe ich im Fernsehen Aufrufe von westlichen Politikern aus Europa, Energie einzusparen. Das erinnert an die Zeiten des faschistischen Deutschlands, wo das deutsche Volk dem Beispiel seines Führers folgen, auf Fleisch verzichten und mehrmals in der Woche Suppe essen sollte, um die Widerstandskraft gegen die Russen zu stärken.
 
 
Die ganzen Meldungen aus dem Westen verwirren mich ein wenig. Es gibt jede Menge Politiker, die fordern, überhaupt keine Energieträger mehr aus Russland zu kaufen. Ich finde, eine gute Idee.
 
Dann gibt es wieder Politiker und Experten, die warnen vor einer Katastrophe, wenn man vollständig auf russische Energieträger verzichtet. Ich finde das interessant und wäre durchaus interessiert zu sehen, wie denn diese Katastrophe aussieht.
 
Dann gibt es Politiker und Experten, die machen einen Mix aus der ganzen Angelegenheit und meinen, man könnte die ganze Sache mit der Energiekrise bewältigen, wenn man ein wenig sparsamer ist. Frau von der Leyen hat ihren qualifizierten Sparsamkeitsaufruf bereits veröffentlicht und ihr folgte Herr Borrell, der für Äußeres Zuständige in Europa.
 
So sollen die Bürger der Europäischen Union individuell Maßnahmen ergreifen, um die Abhängigkeit von russischem Gas zu senken. Mit anderen Worten: Man soll frieren, damit sich die Russen ärgern.
 
Ich versuche mir nun gerade vorzustellen, wie denn dieses individuelle Sparsamkeitskonzept aussehen könnte. Erste Gedankenanstöße hat Herr Borrell bereits gegeben, die ich gerne aufgreife. Er empfahl seinen europäischen Mitbürgern makroökonomische und technische Maßnahmen durchzuführen. Ich habe da mal im Internet gesucht, was denn makroökonomische Maßnahmen sind. Naja, es gibt da eine unheimliche Menge von Erklärungen. Aber Borrell meinte auch – das war ein wertvoller Hinweis – dass man die Heizung runterschrauben sollte. Und man soll auch weniger Wasser verbrauchen. Das hilft den westlichen Politikern bei der Pflege ihrer Russophobie so, als wenn man in Trockenzeiten mit Wasser spart oder während der Pandemie eine Maske trägt.
 
Meine lieben Zuschauer, ich höre bis in mein Kaliningrader Videostudio Ihre Lachanfälle, dabei gibt es überhaupt nichts zu lachen, das hat Misjö Borrell wirklich gesagt und ernst gemeint.
 
Nun gibt es offizielle West-Zahlen, die davon sprechen, dass Deutschland zu 40 Prozent vom russischen Gas abhängig ist. Meine Überlegung zur Einsparung ist, dass jeder deutsche Michel-Haushalt 40 Prozent einsparen muss, damit Deutschland über Russland siegen kann.
 
Die durchschnittliche mollige Temperatur in den Wohnungen während der Heizperiode liegt so bei 24 Grad. Schrauben wir nicht gleich 40 Prozent runter (man soll es ja nicht gleich übertreiben), sondern nur ein Drittel, dann kommen wir auf eine Zimmertemperatur von 16 Grad. Mit einer Strickjacke ist das durchaus zu ertragen.
 
Ähnlich sieht es mit dem Bade- oder Duschwasser aus. So um die 30 Grad sollte es in Friedenszeiten haben. Auch mit 20 Grad kann man gut leben. Ich lebe damit jeden Tag, wenn ich im Fitnessclub bin und nach der 80Grad-Sauna mich unter die kalte Dusche stelle.
 
Und man kann auch Wasser sparen. Wozu jeden Tag duschen oder ein Wannenbad nehmen. Einmal in der Woche reicht auch. Für den Sieg über Russland kann man ruhig mal den Gestank des Ehepartners oder Arbeitskollegen aushalten – obwohl, wenn alle stinken, dann fällt das ja nicht mehr auf.
 
Auch beim Essen könnte man Energie einsparen. Suppe macht man nur noch pisswarm und Schnitzel und Würstchen könnte man ja auf einem Grill warm machen, mit Holz, welches man vorher im Stadtwald gesammelt hat.
 
Wichtig ist natürlich auch Strom zu sparen. Anstelle der energieunbewussten Waschmaschine nimmt die deutsche Hausfrau wieder das Waschbrett. Der Kühlschrank wird abgeschaltet, denn bald liegt da sowieso nichts mehr drin. Die Preise für Lebensmittel werden so rasant wachsen, dass man sich mehr als zwei Tagesvorräte nicht mehr leisten kann. Und die können bequem auf dem Fensterbrett liegen.
 
Den energiefressenden Fernseher sollten Sie auch ausgeschaltet lassen. Lassen Sie sich die Neuigkeiten vom Wohnungsnachbarn erzählen. Wo der den Strom für seinen Fernseher herbekommt, soll Ihnen ja egal sein.
 
Und ich habe natürlich auch noch eine Empfehlung für die Großverbraucher von Energie – also z.B. die europäischen Politiker, die in Brüssel oder wahlweise in Strasburg sitzen. Schrauben Sie dort auch die Temperaturen im Parlamentsgebäude und in ihren Büros runter. Vielleicht helfen die runtergefahrenen Temperaturen ja die politischen Hitzköpfe ein wenig abzukühlen.
 
Sie können gerne in der Kommentarfunktion zu diesem Beitrag weitere Vorschläge machen, wie die deutsche Hausfrau, der geldbewusste deutsche Michel oder der überhitzte europäische Politiker durch makroökonomische Maßnahmen Russland in die Knie zwingen können.

 

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Kommentare ( 4 )

  • Winfried Ludwig

    Veröffentlicht: 9. März 2022 18:59 pm

    Das Problem an der ganzen Geschichte ist, dass vor allem die normalen Leute, die Arbeiter, die armen Rentner etc darunter leiden weil überall die Preise in die Höhe schiessen. Auch in Russland leidet das einfache Volk wegen Schließungen von ihren Betrieben ...
    Trotzdem Putin hat Recht und soll den schei...s verlogenen USA...rschlö...n und Westidioten mal zeigen dass nicht alles nur um Konsum geht...Das ist ja das was uns alle kaputtmacht...das Rennen nach dem Geld und immer mehr und immer noch mehr...

  • Bastian Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 9. März 2022 21:11 pm

    Uwe, Ihre "schöne" Aufzählung ist aber nur der Istzustand. Da gibt es doch aber hierzulande so grünes Gesindel, z.Zt. auch als Fachfremde in Regierungsverantwortung. In deren wirren Klima-Träumen kommen, aber ganz bestimmt nur bei den anderen, Autos mit Verbrennungsmotor nicht mehr vor. Alles wegen CO². Alle sollen Elektro-Karre fahren. Das die Herstellung derselben und der nötigen Infrastruktur, also der ""grünen" Windmühlen, des millionenfachen Aufstellens von Ladesäulen und der nötigen starken Kabelung, natürlich überhaupt kein CO² produziert, ist doch wohl Beweis für deren "grüne" Fachkompetenz. Aber naja, wer da ohne ein entsprechendes Studium oder weiterer Vorkenntnisse angeblich aus der Ecke des "Völkerrechts" kommt und Trampolin springt - bis an die Decke - was soll´s. Diese Leute sind sowas von unfähig mal über den Gartenzaun zu den Holländern zu schauen, um zu wissen, wie man sichere Radwege baut. aber die Leute aufs Lastenfahrrad zwingen wollen.

  • Kh Beyer

    Veröffentlicht: 9. März 2022 22:54 pm

    Ich schwöre gerade meine Leser auf die Notküche ein:-))
    Kommende Woche sind wir dann bei Baumrinde und deren Verarbeitung:-))

  • Anton Amler

    Veröffentlicht: 10. März 2022 11:58 pm

    Aktionisten, die gewählt werden wollen, pflegen im Vorfeld zweckgerichtet eine relativ einfach zu motivierende Clientel - die breite Masse begeisterungsfähiger junger Menschen, die man durch Herabsetzung des gesetzlichen Wähleralters noch vergrößern könnte.
    Diese nach "Grün" tendierende Wählerschaft beinhaltet eine Kraft, die zwar von lauteren Absichten geprägt , aber realitätsfern idealistisch glorifiziert wird.
    Der Glaube mag Berge versetzen, aber nicht in der realen Welt!
    Die Fähigkeit eines so durchaus demokratisch gewählten Parlamentes, dem Lande optimal dienlich zu sein, liegt dann in einer stark emotionsgesteuerten Führung, die aufgrund einer baschämend geringen Wahlbeteiligung nicht wirklich des Volkes Wille reflektiert.
    Zwei Dinge müssen wieder gelernt werden:
    1.
    Gehe wohlbedacht zur Wahl !!!
    2.
    Verhindere unqualifizierte Amtsanstreber konfrontativ, und schon an der Basis!
    Berater können keine Eigenkompetenz ersetzen, allenfalls unterstützend.
    Die Delinquenten sind bekannt!

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