Faschisten in Kaliningrad – sagt Dr. Stephan Stein

Faschisten in Kaliningrad – sagt Dr. Stephan Stein

 

Der Leiter, der vor wenigen Tagen geschlossenen Vertretung der Hamburger Handelskammer in Kaliningrad, Dr. Stephan Stein, hat dem stellvertretenden Chefredakteur des liberalen Informationsportals „newkaliningrad“ ein Interview gegeben.

 

 

98 Prozent des Interviews beschäftigen sich mit wirtschaftlichen Fragen und Antworten, mit einigen wenigen Schwenks in die Politik, insbesondere im Hinblick auf die gegenseitigen Sanktionen, die Dr. Stein als „Bankrotterklärung der Politik“ bezeichnet.

In Russland ist es üblich, dass das Wichtigste immer erst ganz zum Schluss des Gespräches kommt, egal, wie lang das Gespräch, bzw. in diesem Fall das Interview, war.

Und so fragte Wadim Chlebnikow seinen Interviewpartner:

„Vor drei Jahren befanden wir uns auf dem Höhepunkt der Germanisierung. Jetzt scheint die Atmosphäre etwas besser zu sein. Oder haben Sie irgendwelche anderen Eindrücke?“

„Три года назад у нас была на пике так называемая борьба с германизацией. Сейчас атмосфера в этом смысле получше. Или у вас сохраняется ощущение какой-то проблемы в этом направлении?“

Ich fand die Fragestellung von Wadim bemerkenswert, der den Höhepunkt der Germanisierung – oder, wie man diese gesellschaftliche Erscheinung besser nennen sollte: „End-Russifizierung“ – auf das Jahr 2016 legte – wohl dem Jahr, wo das ehemalige Deutsch-Russische Haus zum Ausländischen Agenten erklärt und geschlossen wurde.

Ich würde somit das Jahr 2016 nicht zum Höhepunkt erklären, sondern würde wohl eher kommentieren, dass im Jahre 2016 die tiefsten Tiefen der deutsch-russischen Beziehungen in Kaliningrad erreicht worden sind und wir uns immer noch in dieser Grube befinden.

Aber interessant ist die Antwort, die Dr. Stein dem stellvertretenden Chefredakteur gegeben hat. Dr. Stein ist dafür bekannt, aus seiner Meinung keinen Hehl zu machen und er antwortete:

„Natürlich war das eine schreckliche Geschichte. Leute, die Kaliningrad wieder an Deutschland übergeben wollen, sind eine kleine Gruppe, sie leben in Deutschland und haben keinerlei politischen Einfluss in Deutschland und können diesen somit auch nicht einsetzen. Diese Leute haben mit mir gesprochen. Das waren praktisch Faschisten und ich arbeite nicht mit Faschisten. Ich wollte diesen Leuten nicht helfen. Es handelt sich um sehr alte Leute und sie werden langsam aussterben. Aber die jungen Menschen erinnern sich schon nicht mehr an Königsberg.“

Ich gehe davon aus, dass die Leute, die bei Dr. Stephan Stein gesessen haben, also deutsche Faschisten, auch in meinem Office anwesend waren. Sie machten auf mich nicht den Eindruck, als ob es sich um sehr alte Menschen handelt. Sie waren jünger als ich und sprachen über die Notwendigkeit, das Problem „Königsberg“ zu lösen. Und man informierte mich auch, dass man die Absicht habe, in Kaliningrad ein „Widerstandszentrum“ zu gründen und man von hier aus den Kampf gegen Deutschland koordinieren wolle, um dort bestehende Verhältnisse zu ändern.

Diese Leute sind auch heute noch aktiv, sie sind in Deutschland aktiv, sie sind in Kaliningrad aktiv. Und diese deutschen Faschisten sind aktiver Teil der DE-Russifizierung des Kaliningrader Gebietes. Die Aufgabe derjenigen, die an Frieden in Europa interessiert sind, besteht darin, diesen deutschen Faschisten, so wie es bereits 1995 geschehen ist, den weiteren Zutritt zum Kaliningrader Gebiet zu verwehren und deren Aktivitäten offen zu legen.  

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Kommentare ( 1 )

  • Peter Z. Ziegler

    Veröffentlicht: 25. November 2019 00:15 pm

    Das hoffte ich auch einmal, dass die Nazis irgendwann altersgemäß aussterben. Pustekuchen. Höcke, Weidel & Konsorten sind Jahrzehnte jünger als ich (Jg. 1947). Inzwischen beobachte ich die deutsche Politik aus der Schweiz.

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