Feindliche Drohnen landen in Russland. Sowjetische Geschichte bringt sich in Erinnerung.

Feindliche Drohnen landen in Russland. Sowjetische Geschichte bringt sich in Erinnerung.
 
Im Mai 1987 landete der Deutsche Mathias Rust, mit einem Sportflugzeug, auf dem Roten Platz. Gerüchte besagen, dass dieser Zwischenfall ein willkommener Anlass für Gorbatschow war, notwendige Säuberungen in der sowjetischen Armee vorzunehmen. Heute gibt es wieder Ereignisse, die die Erinnerungen an das Jahr 1987 wachrufen.
 
 
Was ist passiert?
 
Seit vielen Monaten beschießen ukrainische Militärs grenznahe Städte und Orte in Russland. Es gibt Zerstörungen, Tote und Verletzte. Fast jeden Tag berichten russische Medien darüber. Es ist aber eigentlich nichts zu hören, dass es Russland gelungen ist, die ukrainische Artillerie oder Raketeneinheiten zu vernichten, die russisches Territorium beschießen.
 
Das wirft natürlich Fragen auf, auf die ein Nichtmilitär keine Antwort weiß – leider.
 
Das wiederum gibt viel Spielraum für Gerüchte, Mutmaßungen, Verdächtigungen – leider.
 
Russische Firmen, die sich mit Filmproduktionen und Synchronisationen beschäftigen, haben beschlossen, aus russischen Filmen sämtliche westlichen Musiken herauszunehmen und gegen russische Titel zu ersetzen. Begründet wird dies mit der Vermeidung von Verletzungen von Autorenrechten. Vorerst sind von dieser Entscheidung die Filme betroffen, die sich gegenwärtig noch in der Produktion befinden.
 
Schon mehrmals hatte ich in meinen Beiträgen gegenwärtige Diskussionen in der russischen Gesellschaft erwähnt, wo über eine Fünfte Kolonne und über Verräter in allen Bereichen des Landes gesprochen und vermutet wird. Man muss sich also nicht wundern, wenn Fragen keine Antworten finden, dass dann die Gerüchteküche wieder brodelt.
 
Nun gibt es neue Nahrung für die Gerüchteküche.
 
Am 5. Dezember flogen „Flugapparate“ in die Tiefe des russischen Landes – viele hundert Kilometer. Keiner, niemand, nichts hinderte sie daran. Angeblich soll es eine tiefgestaffelte Luftverteidigung geben … also so, wie damals, im Jahre 1987 auch. Die Flugapparate griffen zwei Flugplätze an, auf denen sich strategische Flugzeuge, also ein Element der russischen Triade, befinden.
 
Es handelte sich mit großer Wahrscheinlichkeit um bereits weit vor dem Jahre 1990 außer Dienst gestellte Drohnen des Typs TU-141, Strisch – eine mehrfach wiederverwendbare Drohne mit einer Flughöhe von maximal sechs Kilometern.
 
Wieder steht die Umbenennung der Stadt Wolgograd in Stalingrad auf der Tagesordnung. Die Stadt hat einen Gesellschaftsrat eingesetzt, der die Frage der Stadtbezeichnung klären soll. Verschiedenste Varianten, von einer Volksbefragung bis hin zu einer Beschlussfassung durch Regierung und Gebietsduma sind im Gespräch. In erster Linie soll sich der Gesellschaftsrat jetzt um eine fundierte Analyse der Meinung der Bewohner der Stadt kümmern.
 
Viele in Russland warten nun auf die Beantwortung von Fragen:
 
Wer hat die Flugapparate gestartet?
 
Von wo sind die Flugapparate gestartet?
 
Wieso hat die Luftverteidigung diese Apparate über hunderte von Kilometern nicht bemerkt? Es gibt doch ein ständiges diensthabendes System der Luftverteidigung – also so wie auch 1987.
 
Warum waren die Flugplätze nicht so gesichert, dass Fremdkörper nicht eindringen können?
 
Schaut man auf die Fotos, die im Internet veröffentlicht worden sind, so kommen weitere Fragen hinzu.
 
Seit Anfang des Jahres hat Russland seine Weinproduktion um 25 Prozent erhöht. Auch die Produktion von Wodka erhöhte sich um 5,3 Prozent. Den größten Anteil an der Erhöhung der Weinproduktion hatten „Schampanja“-Sorten. Obstige Weine blieben auf dem Niveau des Vorjahres. Liköre wurden um das Fünffache mehr produziert. Begünstigend wirken sich die Sanktionen aus, da der Import ausländischer Alkoholika nur eingeschränkt möglich ist.
 
Es sind Sprengkörper abgeworfen worden und Flugzeuge wurden beschädigt. Es gab drei Tote und vier Verletzte. Jemand hat also nicht blind irgendeine Drohne fliegen lassen, sondern diese Flugkörper zielgenau geführt. Sie, also die Flugzeuge, standen wie auf dem Präsentierteller und ich wage mir gar nicht auszumalen, was passiert wäre, wenn die Airports mit anderen Waffen beschossen worden wären und aus der russischen Triade ein Duett geworden wäre.
 
Wieso stehen diese Flugzeuge so frei und ungeschützt und für jeden sichtbar? Irgendwelche leichten Konstruktionen, unter denen man diese strategischen Bomber abstellen kann, so dass sie sich nicht auf dem Präsentierteller befinden, können doch nicht so teuer sein. Manchmal sollen ja auch ein paar Tarnnetze ausreichen, um zumindest die Aufklärung um ein Minimum zu erschweren. 
 
Vertreter der ukrainischen Regierung drohten, zukünftig auch Ziele in Sibirien angreifen zu wollen. Die Drohungen wurden vor dem Hintergrund des Angriffes auf drei Ziele in Russland am 5/6. Dezember, ausgestoßen. Es gibt in der Ukraine keine Entfernungsbegrenzungen mehr – man kann jedes beliebige Ziel in Russland erreichen, verlautete aus der ukrainischen Regierung. Niemand kann jetzt mehr in Russland sicher sein.
 
Es gibt aber auch andere erschreckende Überlegungen.
 
Der Angreifer, der für seinen Angriff ausgemusterte sowjetische Drohnen genutzt hat, über die bekanntlich nicht jeder Verbrecher oder Terrorist verfügt, sondern staatliche Strukturen, hat natürlich genau gewusst, auf welche russischen Militärflughäfen er die Flugapparate abschickt. Auf diesen Flughäfen sind die strategischen Langstreckenbomber stationiert – ich erwähnte es bereits. Diese sind zu einem Großteil ständig einsatzbereit, d.h. auch mit Atombewaffnung bestückt. In unmittelbarer Nähe zu diesen Airports befinden sich Lager für die atomare Bewaffnung dieser Flugzeuge. Wenn nun der Angriff vollumfänglich gelungen wäre?
 
Europa würde jetzt wohl schon nicht mehr über das Weihnachtsfest nachdenken, denn die Atomwolke hätte den Westen bereits erreicht. Und gegen diese Atomwolke ist Hiroschima, Nagasaki und Tschernobyl kaum der Rede wert …
 
Die Welt und Europa haben also einfach nur Glück gehabt … am 5. Dezember 2022.
 
Der Vorsitzende der russischen Staatsduma Wjatscheslaw Wolodin kommentierte, dass es für Washington und Brüssel keine „Guten Russen“ gibt. Alle diejenigen Russen, die in den Westen ausgereist sind, können nur so lange ruhig und zufrieden dort leben, wie sie gegen ihr Heimatland Stellung beziehen. Tanzen diese nicht mehr nach der Pfeife der westlichen angeblichen Demokraten, wird man sie genau so entsorgen, wie man Schrott entsorgt. Als Beispiel führte Wolodin das Schicksal des TV-Senders „Doschd“ an, der nun sowohl in Lettland, wie auch in Litauen verboten wurde.
 
Aber wie viele Drohnen gibt es noch? Freuen wir uns, also ich in Kaliningrad und Sie in Deutschland, also nicht zu früh, dass wir dem Atomtod gerade nochmal so von der Schippe gesprungen sind, denn morgen kann schon die nächste ausgemusterte sowjetische Drohne nach Russland fliegen.
 
 
Auch westliche Experten, ehemalige hochgestellte NATO-Militärs, kommentieren, dass diese Angriffe sehr gefährlich sind, denn sie spitzen den Konflikt zwischen beiden Ländern zu. Leicht kann es passieren, dass sich die NATO oder die USA mit Russland in einem direkten Konflikt befindet. Das wollen aber die Wessis nicht und versuchen deshalb, hektisch Einfluss auf die ukrainischen Militärs zu nehmen. Dabei ist offiziell noch gar nicht bekannt, wer diese Angriffe ausgeführt hat.
 
Weiter wird kommentiert, dass die Ukraine nur zeigen will, wozu sie in der Lage ist, auch wenn sich die Zerstörungen, die Schäden, in diesem konkreten Fall, in Grenzen halten – aber wohl unbeabsichtigt in Grenzen halten, denn man plante doch wohl eine atomare Katastrophe.
 
Der russische Präsident Putin sieht keine Notwendigkeit, eine weitere Mobilmachung durchzuführen. Dies erklärte er während eines Treffens mit dem Rat für Menschenrechte beim russischen Präsidenten. Es sind 300.000 Reservisten eingezogen worden. 150.000 befinden sich in der Kampfzone, hiervon wiederum 77.000 unmittelbar in Gefechtseinheiten an der Front. Alle anderen befinden sich als Territorialeinheiten im Hinterland. Die zweite Gruppe aus 150.000 Soldaten befindet sich auf Truppenübungsplätzen in Russland. Es gibt also keinerlei Notwendigkeit für eine weitere Mobilmachung.
 
Und die russische Seite? Was sagt das offizielle Russland?
 
Da ist wenig zu hören – ich würde fast sagen: Gott sei Dank.
 
Natürlich bin ich auch neugierig und will alles wissen. Aber wir leben in einer Zeit, wo die persönliche Neugier sich den Interessen des Staates, dem Sicherheitsbedürfnis der Armee, unterzuordnen hat.
 
Somit bleibt mir als Blogger nur zu phantasieren und zu hoffen, dass sich die sowjetische Geschichte aus dem Jahre 1987 wiederholt – allerdings ohne Gorbatschow. Russland erhielt einen Anlass, um Säuberungen in der russischen Armee vorzunehmen, insbesondere im Bereich der Luftverteidigung. So wie Rust sämtliche Sicherheitssysteme der Sowjetunion – angeblich – ausgetrickst hat, so ist den heutigen Flugapparaten dasselbe gelungen. Ob es personelle Säuberungen in der russischen Armee gibt, erfahren wir entweder in 50 Jahren, wenn die Archive zugänglich werden oder aber durch Verräter.
 
Der russische Präsident hat versprochen, die nationalen Interessen Russlands „mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln“ zu schützen. Er meinte, dass für die Mehrheit der westlichen Staaten Russland nicht nur einfach ein Land der „Zweiten Sorte“ ist, sondern Russland eigentlich gar kein Recht habe, zu existieren. Russland wird also um seine nationalen Interessen kämpfen und niemand solle daran zweifeln – empfahl Putin während eines Treffens mit dem Rat für Menschenrechte. Wenn friedliche Mittel nicht ausreichen, müssen andere Mittel eingesetzt werden, über die Russland verfügt.
 
Übrigens, Sie, meine lieben Leser und Zuschauer, erinnern sich doch sicherlich an Armeegeneral Surowikin? Er ist seit einigen Wochen der Kommandierende der russischen Einsatzkräfte in der Ukraine. Er ist aber auch gleichzeitig der Chef der russischen Luftverteidigung und Weltraumstreitkräfte. Er hat also zwei Funktionen. Seine Aufgabe in der Ukraine erfüllt er gut – so der allgemeine Eindruck.
 
Und wenn dies nicht jedem gefällt? Und wenn es Verräter in dem Bereich der Luftverteidigung gibt, für die Surowikin ja verantwortlich ist?  Diese organisieren, dass die Drohnen ungehindert fliegen und treffen können und verantwortlich ist natürlich der „Chef“ – der dann logischerweise seinen Hut nehmen muss – wie damals im Jahre 1987. Dann wären die russischen Truppen in der Ukraine ohne Kommandierenden.
 
Die Militäroperation in der Ukraine wird so lange fortgesetzt, bis ein akzeptables Resultat erreicht worden ist – informierte der russische Präsident Putin. So kann es sein, dass die Militäroperation sich über einen langen Zeitraum streckt. Ein akzeptables Resultat ist der Anschluss neuer Territorien an die Russische Föderation, so dass das Asow-Meer zu einem russischen Binnengewässer wird.
 
Aber das sind natürlich alles nur wilde Phantasien eines Bloggers, dem alle Informationen fehlen für eine fundierte, beweisbare Berichterstattung.
 
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Sie sahen einen Beitrag von „Baltische Welle“. Vielen Dank für Ihr Interesse. Tschüss und Poka aus Kaliningrad.
 
 
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