Finanzminister meint, die Bürger zahlen zu hohe Sozialabgaben

Finanzminister meint, die Bürger zahlen zu hohe Sozialabgaben

 

Der russische Finanzminister erklärte in einem Interview gegenüber RBK, dass die russischen Arbeitgeber mit den Abgaben in die Sozialkasse über Gebühr gefordert sind. Es müssen Mittel und Wege gefunden werden, diese Abgaben zu senken.

 

 

In Russland zahlt der Arbeitgeber alle Sozialabgaben für seine Mitarbeiter im vollen Umfang. Daraus erklärt sich, dass viele Arbeitgeber daran interessiert sind, ihren Mitarbeitern nur den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestlohn zu zahlen und den „Rest“, i.d.R. das Doppelte bis Dreifache des Mindestlohnes dann im Umschlag an die Mitarbeiter ausreichen. Das vermindert die Sozialkosten und für den Arbeitnehmer die Lohnsteuer von 13 Prozent.

 

 

Das damit die Sozialkassen geschädigt werden und der Arbeitnehmer sich auch selber schädigt, insbesondere im Hinblick auf die Rentenzahlung, ist eine weitere Folge.

Nun steht aber die Frage, warum die Abgabenbelastung für die Arbeitgeber so hoch ist. Gegenwärtig zahlt der Arbeitgeber 30 Prozent des Gehaltes in die Sozialkasse ein, davon 22 Prozent in den Rentenfond, 5,1 Prozent in die Krankenkasse und 2,9 Prozent in die Arbeitslosenversicherung. Hypothetisch sprach der Finanzminister über eine Senkung auf 20 Prozent, immerhin ein Drittel weniger als bisher.

 

 

Da eben viele Arbeitgeber überhaupt kein Interesse haben, derartige Abgaben zu zahlen, müssen andere ehrliche Arbeitgeber eben mehr bezahlen – mit einfachen Worten: die Ehrlichen bezahlen den Anteil für die Unehrlichen mit und werden somit über Gebühr hoch belastet.

Noch weiß der russische Finanzminister nicht, wie er eine Umverteilung im Haushalt so vornehmen kann, dass es zu keiner Finanzierungslücke in den Sozialkassen kommt, wenn die Beiträge gesenkt werden.

Ein Gedanke, mit dem sich der Finanzminister Russlands vielleicht anfreunden sollte, wäre, wenn endlich – zumindest temporär – eine Steuerpolizei geschaffen würde, die nach Steuerdieben und Steueroptimierern sucht, so, wie die normale Polizei nach Bankräubern und Taschendieben fahndet.

Der Finanzminister informierte, dass ihm die Diskussionen um die sogenannte „Sozialgerechtigkeit“ in Russland bekannt sind. Somit steht die Frage, wann der fixierte Steuersatz von 13 Prozent abgelöst wird durch eine progressive Besteuerung von Einnahmen. Der Minister erinnerte, dass die Regierung versprochen hat, bis zum Jahre 2024 keinerlei Änderungen in der Besteuerung vorzunehmen. Aber Nachdenken muss man über dieses Thema schon jetzt.

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