Für und Wider zu möglichem Impftourismus nach Russland

Für und Wider zu möglichem Impftourismus nach Russland
 
In der Mitteilung wird kommentiert, dass man den Weg der Forderungen der aktuellen Zeit gehen muss. Allerdings ist die Organisation des Impftourismus keine Aufgabe des heutigen und auch nicht des morgigen Tages. In erster Linie sind die zur Verfügung stehenden Impfstoffe für die Bürger Russlands bestimmt. Und erst wenn hier die Nachfrage befriedigt ist, kann man darüber reden, auch Ausländer zu impfen – so der Generaldirektor der russischen Tourismusvereinigung.
 
 
Impf-Reisen könnten der Auftakt sein, um den Tourismus wieder in Gang zu bringen, der gegenwärtig völlig auf Null gefahren ist. Man könnte diesen Auftakt auch nutzen, um russische Sanatorien und Kurheime in der Zwischensaison mit Gästen aus dem Ausland zu belegen, die eine Möglichkeit zur Rehabilitation nach überstandener Covid-Erkrankung suchen. Als möglicher Startzeitpunkt wurde der Herbst 2021 genannt.
 
Vorläufig hat die Tourismusbranche in Russland nur allgemeine Pläne ohne irgendwelche konkreten Zeitplanungen. Man hofft, dass der Monat März ein wenig Klarheit in die Zukunft bringt.
 
Im Februar beginnt in Russland die zweite große Impfwelle für alle Freiwilligen. Bisher sind vorrangig Mitarbeiter des Gesundheits- und Bildungswesens sowie von Sozialeinrichtungen geimpft worden. Weiterhin erwarte man im Februar die zweite in Russland entwickelte Impfung „EpiVakKorona“. Wenig später erfolgt dann die dritte Impfung.
 
Der Generaldirektor von „Intourist“ informierte, dass es ausreichend Anfragen von Ausländern nach einem derartigen Tourismus gibt. Anfragen in großer Anzahl kommen aus Asien und Südamerika, also aus Ländern, die keine eigene Impfung entwickelt haben.
 
Weniger optimistisch schaut der russische Verband der Reiseveranstalter auf diese Art des Tourismus. Dort glaubt man, dass die Kosten für derartige Reisen zu teuer sind. Es muss beachtet werden, dass zwei Impfungen verabreicht werden und der Zeitraum zwischen beiden Impfungen 21 Tage beträgt. In der Zeit muss der Ausländer im Hotel oder Sanatorium wohnen, was Geld kostet. Die Flugtickets sind gegenwärtig auch sehr teuer. Dazu wird häufig ein Dolmetscher benötigt, Kosten für Visa fallen an und für eine Krankenversicherung. Aus Ländern mit ärmlicher Bevölkerungsstruktur wird ganz bestimmt niemand kommen, aber Reiche lösen ihre Impfprobleme ohne Russland – so eine Vertreterin der Vereinigung der Tourismusindustrie.
 
Diese Überlegungen stießen auf den Widerspruch von „Intourist“ die in erster Linie Touristen aus benachbarten Ländern sehen, die zweimal nach Russland anreisen könnten, ohne langwierige Aufenthalte in Russland. Für diejenigen, die von weit herkommen, könnte man einen Urlaubsaufenthalt von einem Monat organisieren, um das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden – so die Argumentation für einen Impf-Tourismus. Dazu, so gab der Vertreter von „Intourist“ zu bedenken, ist der Kurs des Rubel derart günstig im Verhältnis zu Euro und USD, dass der Urlaub für Ausländer sehr billig wird.
 
Die Staatsduma fand die Idee des Impftourismus gut und befürwortet diesen, nachdem alle russischen Bürger die dies wünschen, die Impfung erhalten haben. Es darf aber auf keinen Fall passieren, dass wir den Ausländern unsere Spritze verkaufen und unsere eigenen Bürger können deshalb keine Impfung erhalten.
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