Freiwillige Kapitulation vorgeschlagen – Banken sollen weiße Fahne hissen

Freiwillige Kapitulation vorgeschlagen – Banken sollen weiße Fahne hissen
 
Der russische Bankensektor hat seit Mitte 2013 eine erstaunliche Entwicklung durchlaufen. Die eiserne Lady Russlands, Frau Nabiullina, hat einigen hundert Banken das Lebenslicht ausgeblasen und damit den Finanzsektor Russlands entkriminalisiert.
 
 
Die neue Freiheit, zu Beginn der 90er Jahre, machte es möglich, dass in Russland neue Banken in Mengen, in Unmengen, entstanden. Der Grund hierfür war einfach. Kredite in Russland von bestehenden Banken zu bekommen, war fast nicht möglich. Die Zinsen waren unverschämt hoch und die noch zusätzlich zu hinterlegenden Sicherheiten durch niemanden bezahlbar. 
 
Videoeinspielung: „Besonderheiten der nationalen Jagd“
 
Wer aber eine Geschäftsidee hatte, der brauchte Geld. Und so wurde zuerst eine Bank gegründet, um mit verlockenden Zinsangeboten das Geld direkt von der Bevölkerung zu bekommen. Das somit erhaltene Geld wurde in die eigentliche Geschäftsidee investiert. War diese Geschäftsidee erfolgreich, so bekam der Bankkunde nach einem Jahr sein verzinstes Geld zurück.
 
Videoeinspielung: „Priwalowskije Millionen“
 
War die Idee nicht erfolgreich … Pech gehabt.
 
Videoeinspielung: „Priwalowskije Millionen“
 
Die Bank meldete einfach Insolvenz an und das war´s dann. Ein Bankeinlagensicherungssystem gab es nicht und die Bevölkerung hatte somit Totalrisiko. Erst im Jahre 2003, drei Jahre nach dem Amtsantritt Putins, wurde ein Gesetz zur Versicherung der Bankeinlagen geschaffen.
 
Immerhin brauchte man noch weitere zehn Jahre, um zu erkennen, dass der Bankensektor in Russland hochkriminalisiert war. Für einen soliden Staat war eine derartige Situation natürlich nicht akzeptabel. Und so beauftragte Präsident Putin im Jahre 2013 Frau Nabiullina Ordnung zu schaffen. Beide kannten sich aus der Zeit, wo Putin Premierminister war. Elvira Nabiullina war zu dieser Zeit seine Wirtschaftsministerin.
 
Grafik: Entwicklung der Lizenzentzüge der russischen Zentralbank
 
Sie meisterte die Aufgabe blendend – wenn auch viele russische Bürger, wohl aber auch ausländische Geldanleger, Verluste erlitten. Das passierte immer dann, wenn man sich nicht mit dem, nun schon existierenden Bestimmungen zur Versicherung von Bankeinlagen, vertraut gemacht und diese beachtet hatte.
 
Grafik: Private Durchschnitts-Geldanlagen bei russischen Banken
 
Russland hat das System der Einlagensicherung ebenfalls im Jahre 2014 reformiert – parallel zur Liquidierung von kriminellen Banken. Heute erhält der Anleger, wie auch die sogenannten Einzelunternehmer, 1,4 Mio. Rubel und wenn eine Bankeinlage entsprechend deklariert ist, so ist diese sogar mit 10 Mio. Rubel versichert. Dies trifft für Bankeinlagen zu, die im Zusammenhang mit Erbschaften stehen oder dem Kauf bzw. Verkauf von Immobilien. Damit ist Russland in der Absicherung von Geldanlagen besser als Deutschland, wo nur 100.000 Euro versichert sind.
 
Grafik: Entwicklung der Versicherungssumme für Spareinlagen bei russischen Banken
 
Aber das reicht Russland immer noch nicht aus. Russland im Allgemeinen und die Zentralbank im Besonderen, sind mit dem erreichten Stand der Solidisierung des Bankensystems noch nicht zufrieden.
 
Grafik: Bankenanzahl in Russland
 
So kommentieren Finanzspezialisten in russischen Medien, dass man davon ausgehe, dass nach einem Jahr relativer Ruhe im Bankensektor – es wurden im laufenden Jahr bisher nur sieben Lizenzen entzogen – vermutlich bedingt durch die Corona-Krise – in den kommenden drei Jahren mindestens 100 Banken freiwillig ihre Lizenz an die Zentralbank zurückgeben und ihre Tätigkeit einstellen.
 
Videoeinspielung: „Oktober“
 
Hierbei soll es sich um kleine und mittlere Banken handeln, die einfach nicht mehr auf dem ständig wachsenden russischen Finanzmarkt bestehen können. Und bevor man Bankrott anmelden muss, gibt man lieber die Lizenz freiwillig zurück und stellt die Tätigkeit gesichtswahrend ein.
 
Grafik: Bankenanzahl im Kaliningrader Gebiet
 
Kommentiert wird, dass es wohl auch Banken gibt, denen die Zentralbank helfende Hinweise geben muss, damit diese freiwillig die Lizenz abgeben.
 
Weitere zehn Banken, so ein Finanzexperte, werden sich mit großen Banken vereinen und somit im Bestand der noch verbleibenden Großbanken weiterhin Geld verdienen können.
 
Videoeinspielung: „Tote Seelen“
 
Somit kann davon ausgegangen werden, dass Russland im Verlaufe von rund zehn Jahren, den Bestand seiner Banken halbiert. Weniger ist manchmal eben mehr.
 
Videoeinspielung: „Besonderheiten der nationalen Jagd“

 

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