Geschichtskorrekturen – Gleiches Recht für alle

Geschichtskorrekturen – Gleiches Recht für alle
 
Schuld an dem, was geschehen ist, ist nicht Deutschland. Schuld ist Hitler und seine blutrünstigen Mordgehilfen. Nicht Deutschland hat 60 Mio. Menschen im Zweiten Weltkrieg ermordet. Das war Hitler. Nicht die deutschen Soldaten haben 27 Mio. Sowjetmenschen ermordet, erschossen, vergast, aufgehängt, in die Zwangsarbeit getrieben … das war Hitler …
 
 
Und somit ist das, was mit Deutschland am 8/9. Mai 1945 geschehen ist, nicht die Schuld Deutschlands, sondern die Schuld der Hitlerklicke, also die Schuld von Einzelpersonen, die nicht die Interessen Deutschlands von 1933-1945 vertreten haben. So in etwa verstehe ich die Politik, die von Deutschland, dem Westen Deutschlands, bestehend aus den drei westlichen Besatzungszonen, nach dem 8/9. Mai 1945 betrieben wurde, um die besudelte Weste des „unschuldigen“ deutschen Volkes wieder reinzuwaschen.
 
All das, was nach dem Krieg auf dem Gebiet des ehemaligen Deutschlands geschah, war also eine Korrektur von Fehlern, die durch Einzelpersonen begangen wurden und nicht von Fehlern einer verfehlten Staatspolitik – sollte man meinen. Diese „Fehler von Einzelpersonen“ wurden in Deutschland ab 1949 korrigiert – Schritt für Schritt, so wie die gesellschaftlichen und internationalen Möglichkeiten es gestattete.
 
Alles begann mit der Vereinigung der drei westlichen Besatzungszonen zum Gebilde „Bundesrepublik Deutschland“, einer Art „Rest-Deutschland“. Fortgesetzt wurde die Korrektur der Ergebnisse des Zweiten Weltkrieges mit der Heimholung des Saarlandes in die sogenannte Bundesrepublik Deutschland.
 
Der vorerst letzte Schritt erfolgte am 3. Oktober 1990 mit der Eingliederung des Gebietes der souveränen DDR in das Gebilde BRD.
 
Es verbleibt noch ein weiterer Schritt, der wohl schwierigste Schritt bei der Korrektur der Ergebnisse des Zweiten Weltkrieges durch Deutschland. Dieser Schritt wird wohl nicht realisiert werden können – es sei denn, man will ein neues, feindliches Verhältnis zu Polen und Litauen in Kauf nehmen, von Russland ganz zu schweigen. Manche geschichtlichen Ereignisse sind eben nicht korrigierbar – selbst wenn man es noch so will.
 
Ein weiteres Beispiel von, wohl nicht mehr korrigierbarer Geschichte, ist die Wiedergeburt der Sowjetunion. Sie ist nicht zerfallen, weil sich die 15 Mitgliedsrepubliken auf der Grundlage der vertraglichen Vereinbarungen entschlossen hatten, die Sowjetunion aufzulösen. Sie ist zerfallen, weil drei sowjetische Verräter und Separatisten in diktatorischen Einzelentscheidungen, in einer Nacht- und Nebelaktion beschlossen hatten, sich gegen die Interessen des sowjetischen Volkes zu wenden. Im Ergebnis dessen wurde die Existenz des Landes Sowjetunion beendet und es entstanden 15 Besatzungszonen.
 
Sie verstehen meine vergleichenden Einlassungen, liebe Zuschauer?
 
Die Sowjetunion zerfiel nicht von Staatswegen, auf der Grundlage vertraglich und juristisch korrekter Vorgänge, sondern durch Fehlleistungen Einzelner. Leider unternahm das sowjetische Volk nichts, um diese Fehlleistungen zu korrigieren, ebenso, wie das deutsche Volk damals nichts unternahm, um die Fehlleistungen der deutschen Verbrecher um Hitler zu korrigieren.
 
Ich sprach von 15 entstandenen Besatzungszonen im Ergebnis des Zerfalls der Sowjetunion.
 
Wieso Besatzungszonen? Nun, die Amerikaner hatten ihre „Truppen“ in diese exSowjetrepubliken entsandt – natürlich nicht mit Waffen. Die „Truppen“ waren bewaffnet mit amerikanischen Vorstellungen, wie man diese Republiken effektiv und in kurzer Zeit versklaven und kolonialisieren konnte. Nicht wenige haben Leichenfledderei betrieben, sich persönlich bereichert. Die Situation dessen, was sich seit 1990 in der Sowjetunion abgespielt hat, ähnelt in vielem dem, was sich in Deutschland nach dem Krieg getan hat.
Wenn es aber Deutschland gelungen ist, natürlich mit Hilfe der westlichen Besatzungsmächte, geschichtliche Fakten zu korrigieren, warum sollte es nicht möglich sein, die Fehlleistungen von drei sowjetischen Separatisten und Verrätern aus dem Jahre 1991 in der Sowjetunion zu korrigieren?
 
Damit ich richtig verstanden werde … so, wie es im heutigen Deutschland nur noch wenige gibt, die das Land wieder teilen und die DDR wiedererrichten wollen, so gibt es auch in Russland und den ehemaligen Sowjetrepubliken nur sehr wenige, die die Sowjetunion, so wie wir sie alle kannten, restaurieren wollen. Russlands Präsident Putin hat sich hierzu sehr klar bereits im Jahre 2010, im Rahmen eines Gespräches mit dem Leiter des Motorradclubs „Nachtwölfe“, Chirurg, geäußert:
 
 
Viel wird gegenwärtig in der russischen Gesellschaft über die Aufarbeitung der jüngsten russischen Geschichte gesprochen, über Korrekturen und über die Feststellung von Verantwortlichkeiten ehemaliger Entscheidungsträger. Die Innenpolitik des Staates ist in den letzten Monaten sehr erfolgreich bei der Wiedererrichtung der Souveränität und der staatlichen Ordnung gewesen. Die Gesellschaft ist erstarkt und feindliche Elemente der russischen Gesellschaft, befinden sich entweder im Ausland oder unter staatlicher Kontrolle – beste Voraussetzungen, um sich mit weiteren Korrekturen zu beschäftigen und Weichen für die Zukunft zu stellen.
 
Russland befindet sich gegenwärtig – Vergleiche sind in diesem Zusammenhang eigentlich unzulässig – in einer ähnlichen Situation wie Deutschland im Jahre 1949. Deutschland existierte defacto nicht mehr – es existierten vier Besatzungszonen, also ähnlich wie die Sowjetunion, die ebenfalls nicht mehr existiert, es existieren 15 Besatzungszonen. Damals wurden drei Besatzungszonen zum Gebilde einer „Bundesrepublik Deutschland“ zusammengeschlossen. Das entsprach nicht ganz den Vorstellungen Stalins, der gerne ein ganzes Deutschland haben wollte, ein neutrales, entmilitarisiertes Deutschland. Er konnte sich damals nicht durchsetzen. Ähnlich heute in Russland. Man träumt davon, einen Staatenbund zu errichten, in dem sich Länder mit gleichartigen Kulturen, ähnlicher Historie und gleichen Interessen im Interesse aller vereinen. Im Idealfall könnten dies 15 Länder oder mehr sein. Wir wissen, dass dies Träumereien sind – heute sind es Träumereien, denn es steht nur ein Staatenbund, bestehend aus zwei Ländern auf der Tagesordnung. Aber wir erinnern uns: Auch Deutschland hat klein angefangen, seine alte Größe wieder zu errichten – mit der Heimholung des Saarlandes. Es hat eine Zeit gedauert, 40 Jahre, bis man weitere Ergebnisse des Zweiten Weltkrieges korrigieren konnte.
 
Wenn also Deutschland das Recht hat, seine Geschichte zu korrigieren, warum sollte Russland nicht auch dieses Recht haben? Gleiches Recht für alle!
 
Vermutlich ist die wichtigste Voraussetzung die geschaffen werden muss, dass juristisch und international sattelfest festgestellt wird, dass der Zerfall der Sowjetunion ungesetzlich war. Damit wird ein sauberer Schlussstrich unter das Kapitel „Sowjetunion“ gezogen und man kann sich unbelastet von juristischen Unklarheiten, der Zukunft zuwenden, egal wie diese Zukunft einmal genannt wird.
 
 
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Kommentare ( 9 )

  • felix

    Veröffentlicht: 26. Januar 2022 13:32 pm

    Hitler war der Ausgangspunkt, aber zu viele Deutsche haben ihn freiwillig unterstützt, man darf nicht nur an seinen Wohlstand denken, und dafür alles tun, damals und heute.

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 26. Januar 2022 14:28

      ... Sie wollten sich doch aus dem Portal verabschieden. Oder habe ich da etwas verkehrt verstanden?

  • felix

    Veröffentlicht: 26. Januar 2022 15:35 pm

    hier musste ich nochmal einschreiten

  • Bastian Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 26. Januar 2022 20:05 pm

    Es waren die drei Verräter, die beschlossen hatten, die Sowjetunion aufzulösen. Man darf aber auch nicht den vierten dieser Sorte vergessen, der eigentlich sein Sicherheitsorgan "KGB" hätte anweisen müssen, diese drei und deren Helfershelfer sofort und alle zu verhaften - Hochverrats.
    Dieser vierte Verräter heißt Gorbatschow, war zu dieser Zeit oberster Repräsentant, also Präsident, der UdSSR. Er hätte die Möglichkeit, die Pflicht und das staatliche Recht dazu gehabt, diesen Putsch zu verhindern. Stattdessen setzt sich dieser .... vor die Kamera und unterschreibt seine eigene Entlassung, packt sein Schnittentäschchen ein und geht. Äußerst Blamabel. Und viele haben Gorbi, Gorbi gerufen. Honecker hatte ein sehr gespanntes Verhältnis zu ihm. Und? Was ist aus diesem - Wer zu spät kommt, bestraft das Leben - geworden? Soviel ich weiß, wird er von seinen Landsleuten, den Russen und auch weiteren, mit Verachtung gestraft. Viele spucken aus, wenn der Name fällt.

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 26. Januar 2022 20:37

      ... ja, so ist es. Ein Mann, der verachtet wird. Ich kenne keinen Russen, der irgendein gutes Wort für diesen Gorbatschow übrig hat.

  • Bastian Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 26. Januar 2022 20:07 pm

    "noch mal einschreiten"?
    Ist das nicht spaßig? Ganz wie eine Respektsperson - einschreiten -. Ja, ja.

  • Bastian Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 27. Januar 2022 03:46 pm

    " ... denn es steht nur ein Staatenbund, bestehend aus zwei Ländern auf der Tagesordnung."
    Ich hoffe doch, daß die auch von Lukaschenko in den vergangenen Jahren künstlich erzeugten Spannungen zwischen Weissrussland und Russland sehr schnell überwunden werden. Es ist auf jeden Fall für beide Länder ein Gewinn, wenn sie eine Union eingehen - in jeder Hinsicht.
    Dann schickt den Luka in Rente. Dann ist das egal.
    Es darf aber auf keinen Fall irgend so eine US-gesteuerte Marionette an wichtige Stellen kommen.

  • Bastian Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 27. Januar 2022 03:55 pm

    " ... so, wie es im heutigen Deutschland nur noch wenige gibt, die das Land wieder teilen und die DDR wiedererrichten wollen,"
    Ich habe dazu immer gesagt, daß man Zeit nicht zurück drehen kann. Was es Gutes oder auch Schlechtes in der DDR gegeben hat, kann man so nicht zurück drehen, aber es vielleicht versuchen es ernsthaft und wahrheitsgemäß zu ergründen . Es gibt bereits solche Ergebnissen, allerdings mit großer "Sorge".

  • Anton Amler

    Veröffentlicht: 27. Januar 2022 09:11 pm

    Aus Gesprächen mit ehemeligen Amtsträgern weiß ich, daß die Schicht derer, die die DDR alter Prägung zurück haben möchten, meist die sind, die nur durch Bekenntnis, weniger durch Leistung aufgefallen waren.
    Primitiv ist aber das Verhalten der "Sieger", denen ein Land in die Hände fiel, daß die nach über 30 Jahren immer noch meinen, auf die Leiche eintreten zu müssen.
    Um mit Brecht zu sprechen, scheint da eine tiefe Angst zu existieren, da die Betroffenen nicht so zu funktionieren, wie sie es gefälligst zu tun hätten!
    Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch !

  • Anton Amler

    Veröffentlicht: 27. Januar 2022 09:16 pm

    Wow !!!
    "Einschreiten" ist gut !

  • Anton Amler

    Veröffentlicht: 27. Januar 2022 11:16 pm

    oben ist ein "zu" zu viel.

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