Gespräche am Kamin: Eine Frage an Bundeskanzler Olaf Scholz

Gespräche am Kamin: Eine Frage an Bundeskanzler Olaf Scholz
 
Es gibt viele Möglichkeiten, sich zu treffen und Gespräche zu führen. In Russland ist es üblich, dass man sich in der Küche trifft. Auch ich sitze mit meinen Gästen in der Küche. Aber es gibt auch Ausnahmen und wir sitzen neben einem Kamin – auch zu hitzigen Zeiten, und versuchen mit kühlem Kopf Gedanken auszutauschen.
 
 
Es klingelte das Telefon. Ich nahm ab und ein guter Bekannter von mir – er arbeitet im Medienbereich – fragte, ob er mal schnell, für nur eine halbe Stunde, vorbeikommen könne. Er habe eine Frage. Und ich, als Deutscher, könne sie ihm vielleicht beantworten.
 
Wenige Momente später saß er denn auch schon vor meinem Kamin, mitten am Tag, ohne Wein oder andere kräftige Getränke und ich bereitete zwei Tassen Kaffee vor. Nachdem die „materielle Sicherstellung“ der Operation „Mediagespräch“ abgeschlossen war, blickte ich voller Erwartung auf die Fragen an einen Deutschen, der sich eigentlich schon gar nicht mehr so als Deutscher fühlt.
 
Er teilte mir mit, dass er einen Medienbeitrag vorbereite und ihm fehlen noch ein paar Informationen. Vielleicht verfüge ich über andere Informationen, aus russischen Quellen haben er nichts erfahren.
 
Du hast doch sicherlich gehört, dass zwei Aggregate von Nordstream-1 ausgefallen sind. Ein Aggregat befindet sich in Kanada zur Instandsetzung, das zweite Aggregat zeigte technische Probleme und wurde abgeschaltet. Kanada verweigert die Rücklieferung des Aggregats an Siemens, also an die deutsche Firma, die für die Wartung verantwortlich zeichnet. Die Sanktionen verbieten die Rücklieferung – begann mein Bekannter die Einleitung.
 
Ich nickte mit dem Kopf – ich erinnere mich.
 
Stimmt es, dass Dein Bundeskanzler Scholz in Kanada war, um mit dem dortigen Premier Trudeau über das Thema zu sprechen?
 
Nun, meinte ich, zum ersten ist Scholz nicht mein Bundeskanzler. Ich habe ihn nicht gewählt. Mir wurde sogar die Teilnahme an den Wahlen in der Bundesrepublik per Gesetz verboten. Aber das nur nebenbei – antwortete ich auf den provokatorischen Einlass meines Bekannten.
 
Zum anderen … ja, ich habe gehört, dass es Gespräche gegeben haben soll. Scholz hatte gesagt, dass alles unternommen wird, um das Aggregat von Kanada zu bekommen, damit es wieder in die Nordstream-1-Leitung eingebaut werden kann. Ob Scholz nun persönlich in Kanada war, per Telefon oder Video mit Trudeau gesprochen hat oder aber irgendeine Regierungsdelegation nach Kanada geflogen ist – das entzieht sich meiner Kenntnis.
 
 
Und?, fragte mein Bekannter. Was ist dabei rausgekommen? Ist das Aggregat zurückgeliefert worden?
 
Ääähm, … Du kannst Fragen stellen. Ich denke mal nicht, denn es wurde nichts davon berichtet und Nordstream-1 liefert weiterhin nur eingeschränkt 40 Prozent der Gesamtkapazität. Aber Du sitzt doch an der Informationsquelle und musst es doch besser wissen als ich – erwiderte ich.
 
Ja, mir liegen auch keine optimistischen Informationen vor. Ich wollte nur nochmal die Bestätigung aus anderen Quellen, damit ich keine falschen oder unaktuellen Informationen mit meinem Beitrag verbreite – so mein Medienkollege.
 
Also ich verstehe die Situation jetzt so – begann mein Bekannter seinen geplanten Medienbeitrag vor mir virtuell auszubreiten:
 
Bundeskanzler Scholz, guter Bekannter des kanadischen Premiers Trudeau, beide sind Verbündete in der NATO und Verbündete im Geist, beide vereint das Ziel, Russland wirtschaftlich zu ruinieren, bittet darum, das Kanada ein Aggregat an Russland zurückliefert, denn wenn es nicht zurückgeliefert wird, wird Deutschland nicht ausreichend Gas aus Russland erhalten. Dies wiederum führt zum Zusammenbruch der deutschen Industrie, zu Massenarbeitslosigkeit, vermutlich auch zu sozialen Unruhen. Das politische System in Deutschland bricht zusammen.
 
Mein Bekannter warf einen kurzen prüfenden Blick zu mir, ob ich denn aufmerksam zuhöre.
 
All das oder so ähnlich, wird Scholz seinem Freund Trudeau erzählt haben. Und Freunde müssten sich doch in schwierigen, lebens-, überlebensnotwendigen Situationen helfen. Aber der Freund Trudeau hat dem Freund Scholz nicht geholfen, hat das Aggregat nicht zurückgeliefert. Dem Freund Trudeau ist das Schicksal seines Freundes Scholz und somit das Schicksal Deutschlands und somit das Schicksal Europas, egal. Die Sanktionen verbieten, Deutschland und Europa vor der wirtschaftlichen und soziale Katastrophe zu retten. Und die USA unternehmen auch nichts, um den Kanadiern zu signalisieren, dass sie nicht so streng sein sollen. Also unterstützt auch die USA den Prozess des Zusammenbruchs Deutschlands und Europas.
 
Damit beendete mein Bekannter seine virtuellen Überlegungen zu seinem geplanten Medienbeitrag und schaute mich fragend an: … kann man das so schreiben, könnte man solche Schlussfolgerungen ziehen? – fragte er mich.
 
Ich war mit meinen Gedanken schon ganz woanders und überlegte mir, ob es nicht jetzt dringend notwendig wäre, meine 93jährige Mutter zu mir nach Russland zu holen.
 
Ach so, ja, die Frage an den deutschen Bundeskanzler Olaf Scholz! Sagen Sie, Herr Scholz, sind Sie immer noch befreundet mit Herrn Trudeau, dem Mann, der den Untergang Deutschlands will?
 
 
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Kommentare ( 4 )

  • Müller-Thurgau

    Veröffentlicht: 6. Juli 2022 11:54 pm

    Trudeau ist sicher nicht unser Freund, aber wenn Scholz das so sagen würde, wäre er bald weg vom Fenster. Wir wollen nicht vergessen, daß die Sanktionen sich nicht nur gegen Rußland richten, sondern auch gegen Deutschland! Es war das Ziel der US-Machthaber und ihrer Vasallen, Nordstream 2 zu verhindern und uns das russische Gas ganz abzudrehen. Da Scholz auch zu den Vasallen gehört, vertritt er nicht die deutschen Interessen, obwohl er andererseits gerne "das Gesicht wahren" möchte. Aber darauf nehmen die Strippenzieher keine Rücksicht. Irgendwann verschwindet Scholz, dann kommt eine andere Marionette.

  • Vogonendichter

    Veröffentlicht: 6. Juli 2022 21:49 pm

    Naja, soweit wie ich weiss, ist die ehemals "grosse" Firma Siemens, für die Wartungsarbeiten zuständig, das diese Firma nicht mehr selbst in der Lage ist, eine Turbine zu reparieren, hat sie diese nach Kanada geschickt.
    Der Rest ist bekannt.

  • Anton Amler

    Veröffentlicht: 7. Juli 2022 08:11 pm

    Wenn man einem Freund seinen Wohnungsschlüssel überläßt, dann weiß man, was man tut.
    Wenn man sich aber, wie in diesem Falle Siemens, in strukturell existenzieller Form in Abhängigkeit bringt, es kann einen ja selbst treffen, dann ist das sogar firmenschädlich.
    Die Globalisierung bringt eben nicht nur ungetrübten Gewinn, sondern, wie aktuell erkennbar, gefährliches Erpresserpotential.

  • Anton Amler

    Veröffentlicht: 7. Juli 2022 12:15 pm

    Wenn mich eine Frage plagt, dann die, auf das Danach:
    Und jetzt bitte keine Hinweise auf das im Zusammenhang nebensächliche, durch schwerste Bedrohung grob fahrlässig ausgelöste Geschehen in der Ukraine - denn die Sanktionen lasten schon lange, nicht sachlich, sondern vorsätzlich herbeigeführt, auf der RF !!!
    Wer übt Druck, einfach so gewollt, aus - und muß sich der Bedrückte dann beugen?
    Im Ergebnis steht da keine Frage!
    Wenn es danach eine Schuldzuweisung gibt:
    Siehe darüber!

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