Gespräche in der Sauna: Die Schneckenarmee

Gespräche in der Sauna: Die Schneckenarmee
 
Gespräche in einer russischen Sauna sind vermutlich zu vergleichen mit Gesprächen an einem deutschen Stammtisch. Während der Russe deutsches Bier kennt, kennen nur wenige Deutsche eine russische Sauna. Ich möchte Sie an den Gesprächen teilhaben lassen, die dort jeden Morgen, mehr oder weniger hitzig, geführt werden.
 
 
Warum ich überhaupt noch in die Sauna gehe, ist nicht so richtig logisch nachvollziehbar, denn wir haben jetzt jeden Tag in Kaliningrad rund um die Uhr Sauna – kostenlos. Dazu befindet sich mein Arbeitszimmer noch hoch an der Sonne unter einem Metalldach – so dass mein Arbeitsplatz eine einzige Sauna ist. Aber nun habe ich am 1. Juni ein weiteres Halbjahresabo für das „Albatros“ zum Wahnsinnspreis von 17.300 Rubel gekauft – schade, wenn es nicht genutzt würde. Außerdem würde mir die kollektive Weisheit fehlen, die jeden Morgen mehr oder weniger intensiv ausgeschwitzt wird.
 
Unser Liberalissimus fühlt, dass der russische Staat ihm noch eine Galgenfrist, … äh, eine Agentenfrist gibt. Mit der Überarbeitung des Gesetzes zu den Ausländischen Agenten geht es wohl doch nicht ganz so schnell wie angekündigt, so dass er seine „liberalistischen“ Gedanken, ohne den vorangehenden Hinweis „Ich bin ausländischer Agent“, gegenwärtig noch ausschwitzen kann.
 
Und so begann er sich über die Schneckenarmee auszulassen. Er meinte, dass nicht nur die anfänglichen Hoffnungen, dass man die Ukraine in drei Tagen einnehmen werde, nicht in Erfüllung gegangen sind. Auch jetzt bewege sich die Armee wie eine Schnecke voran. Es kann wohl nicht weit her sein mit dieser Armee – meinte er und sprach wohl von der Armee des Landes, dessen Bürger er ist.
 
Einer aus unserer Saunarunde brachte sich gleich mit biologischen Betrachtungen ein. Er meinte, dass Schnecken zwar langsam sind, aber sie erreichen sehr häufig ihr Ziel, wenn sie den richtigen Weg wählen. Auf dem Weg zum Ziel schützt das mobile eigene Haus. Und Schnecken sind nicht vom Aussterben bedroht … also, so meinte er, betrachten wir die Bezeichnung Schneckenarmee einfach mal als anerkennendes Lob, und beendete damit seine Polemik auf Äußerungen unseres Liberalissimus-Saunamitgliedes.
 
Ein anderer meinte, dass doch außer Gerassimow, Schoigu und Putin niemand weiß, was denn eigentlich in welchem Tempo geplant war. Das, was wir wissen, wissen wir aus den Medien oder von irgendwelchen Politikern, die eigentlich nichts mit der Planung und Durchführung der Militäroperation zu tun haben oder hatten.
 
Unser Liberalissimus empörte sich nun und meinte, dass Putin die Ukraine doch nur als Testgelände für seine neuen Waffen ausnutze. Putin hat bisher die neuen Waffen, die er mit seinen Steuergeldern bezahlt habe, nur theoretisch auf Übungsplätzen und ohne Feindeinwirkung testen können. Jetzt nutzt er die Ukraine für Realtestgelände.
 
Und nicht nur das, meinte ein anders Mitglied unserer Saunarunde. Es gibt jetzt sogar reale Ziele, die man bekämpfen kann, also nicht nur alte sowjetische Technik, sondern nun auch schon etwas modernere westliche Technik, die bisher als Zielobjekt nicht zur Verfügung stand. Und je mehr Technik der Westen schickt, um so mehr Testmöglichkeiten habe man. Mal ganz davon abgesehen, dass einiges von dieser relativ modernen Technik auch unversehrt in unsere Hände fällt – so der dritte Gesprächsteilnehmer und meinte wohl neben den vielen Javelins, auch die zwei französischen Haubitzen Cäsar, für die sich der russische Waffenproduzent „Uralwagonsawod“ neulich bei Makron bedankt hatte.
 
Ein vierter erinnerte daran, dass die Amerikaner ständig irgendwo auf der Welt Krieg führen. Sie brauchen das, um ihre Offiziere und Generäle unter realen Bedingungen zu schulen und nicht nur auf den Schulbänken der Militärakademien. Russland habe seit vielen Jahrzehnten an keinen realen Kämpfen mehr teilgenommen. Es fehle an praktischer Erfahrung. Der Zwischenfall im Jahre 2008 in Georgien kann vernachlässigt werden, denn real gekämpft wurde ja eigentlich nicht und nach wenigen Stunden war das Theater auch schon wieder vorbei. Der Einsatz in Syrien, trage einen ganz anderen militärischen Charakter, mehr militärtechnischen als militärpersonellen. Dies ändere sich nun mit dem Einsatz in der Ukraine … und wer weiß, vielleicht brauchen auch zukünftig andere Staaten unsere Hilfe bei der Endamerikanisierung … ließ er einen Gedanken unvollendet im hitzigen Raum stehen.
 
Richtig, mischte sich noch jemand aus unserer Runde ein. Die Armee habe in den letzten Jahren ein riesiges neues Führungszentrum der Streitkräfte gebaut und nun kann man unter Realbedingungen testen, ob alle Elemente in diesem Führungszentrum auch funktionieren. Die Ukraine ist ja nur ein, doch relativ kleiner Ereignisschauplatz, und somit für den Anfang der Umsetzung des, von Putin vorgeschlagenen Sicherheitskonzeptes für Europa, eigentlich ideal. Sollte etwas nicht funktionieren, kann man nachbessern, damit dann, wenn weitere, vielleicht umfangreichere Sicherheitsfragen zu lösen sind, alles perfekt funktioniere.
 
Einer, der bisher immer schweigend in einer Ecke der Sauna gesessen hat, meinte plötzlich – wir hörten zum ersten Mal seine Stimme – dass das langsame Vorgehen der russischen Truppen durchaus der eigentliche Plan sein könnte. Als alle fragend auf ihn schauten, ergänzte er, dass zeitlich alles gut abgestimmt sein muss. Der Westen engagiere sich enorm mit materiellen und finanziellen Mitteln. Aber auch die Reserven des reichen Westens sind nicht unbegrenzt. Schon jetzt warnen die westlichen Militärs vor einem beginnenden Defizit an Waffen und Munition. Die Produktion kann nicht ausreichend nachliefern, von fehlender Finanzierung mal ganz abgesehen. Je länger die Militäroperation dauere, um so mehr muss investiert werden, umso mehr Material stehe nicht mehr für die eigene Verteidigung zur Verfügung. Gleichzeitig beginnen aber die wirtschaftlichen Probleme, die Energieprobleme in Europa und das ganze System beginnt zu schwanken.
 
Hm, ja … wir nickten alle verstehend.
 
Und dazu kommt noch, ergänzte der Schweigsame, dass dem Westen noch gar nicht so richtig klar zu sein scheint, dass von all dem investierten Geld, er nichts wieder zurückbekommen wird. Je länger die Kämpfe dauern, umso mehr buttern diese in die Ukraine rein. All das fehlt dann im eigenen Land. Es wird eine kleine Restukraine verbleiben, vielleicht unter einem anderen Namen, als Rechtsnachfolger und der wird entweder gar nichts zahlen, weil er dazu nicht mehr in der Lage ist oder jedes Jahr jedem Gläubiger 100 … tja, was … Dollar, Euro, Pfund … wenn denn diese Währungen noch existieren.
 
Wieder mischte sich unser Liberalissimus ein und meinte, dass wir ja alle von der Kreml-Propaganda infiziert sind. Er wisse ganz genau, dass die Meldungen nicht stimmen, dass die westlichen Waffenlieferungen nicht die Effekte bringen, wie erhofft. Er glaube nicht an die Meldung ukrainischer Militärs, die alle vom Kreml gekauft sind, die besagen, dass, wenn die russische Artillerie ein Dutzend Schüsse abgibt, die ukrainischen ausländischen Artillerierohre gerade mal mit einer Granate antworten können. Das sei alles Lüge. Wir sollten mal auch die ukrainischen Nachrichten hören, wo die richtige Wahrheit verbreitet werde.
 
Naja, erwiderte jemand aus unserer Runde, von den über 200 gelieferten großkalibrigen 155mm-Geschützen der westlichen Gläubiger, verteilt auf der ganzen, mehrere tausend Kilometer langen Frontlinie, hätte man eigentlich schon etwas mehr erwarten können. Und wenn alles so ideal ist in der ukrainischen Armee, steht schon die Frage, warum die sich überall zurückzieht und sich die Soldaten demoralisiert ergeben oder Fahnenflucht begehen.
 
Aber bald kommen bessere Waffen, meinte unser Liberalissimus und ließ die fragende Bemerkung unbeantwortet im Raum stehen. Deutschland liefere die hochmoderne Panzerhaubitze 2000 und die ist viel effektiver als die amerikanischen M777.
 
Darauf warten unsere Truppen nur, meinte einer aus der Saunarunde. Es gab nämlich niemals bisher Gelegenheit, in der Praxis so eine Selbstfahrlafette aufzuklären und zu vernichten. Jetzt können unsere Raketenspezialisten endlich mal an realen Zielen trainieren. Was für ein Moment, wenn im russischen Fernsehen die ersten brennenden deutschen gepanzerten Fahrzeuge mit Balkenkreuz gezeigt werden.
 
Die haben kein Balkenkreuz, widersprach unser Liberalissimus. Die werden ja vorher umlackiert in gelb-blau.
 
Richtig, erinnerte sich ein weiterer Schwitzender – wie damals, in der Wlassow-Armee oder in den Bandera-Banden. Die wurden auch in nationale Uniformen gesteckt, erfüllten aber deutsche Aufgaben – tja, wie sich die Zeiten gleichen.
 
Zehn, maximal 15 Minuten soll man sich in der Sauna aufhalten, dann eine eiskalte Dusche nehmen und in das Schwimmbecken springen. Die 15 Minuten waren schon längst um und ein weiterer Verbleib in der Sauna wäre unserer Gesundheit nicht zuträglich gewesen.

 

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Kommentare ( 12 )

  • Korallenwelt

    Veröffentlicht: 28. Juni 2022 09:50 pm

    Jeder weitere Kriegs - Tag ist ein enormer Gewinn für Rußland, China und den Rest der Welt. Die westlichen Führungscliquen zerstören ihre eigenen Länder in unvorstellbarer Geschwindigkeit. Ohne Gas wird beispielsweise der deutschen Glasindustrie noch ein diesem Sommer das Licht ausgeknipst und eine Sanktion "russischen" (Was soll das eigentlich sein?) Goldes wird nur nichtwestliche Länder reicher, die Halter westlicher Währungen aber immer ärmer machen! Geld, das durch nichts mehr hinterlegt ist, als eigene Rückkäufe der eigenen Zentralbank wird bei gleichzeitig dramatisch schrumpfender Wirtschaft nicht mehr lange gefragt sein und seine Funktion als Wertaufbewahrungsspeicher verlieren. Ich kenne viele Menschen, die ihre Euroguthaben auf ein Minimum reduziert haben und lieber in werthaltigere Dinge investieren. Auf einem Schweizer Freneli steht ja nicht drauf, aus welchem Gold er gemacht ist, die Schweizer selber schürfen es sicherlich nicht aus ihren Gebirgsbächen....

  • Müller-Thurgau

    Veröffentlicht: 28. Juni 2022 10:50 pm

    Ich als ferner Beobachter bezweifel zwar, daß die Langsamkeit von vornherein so geplant war, aber wenn die Schneckenarmee eines Tages die angestrebten Ziele erreicht, ist es ja in Ordnung. Und wenn die Feinde sich in den eigenen Sanktionen verheddern, umso besser!
     
    Etwas besorgt bin ich aber, weil die russische Armee mit relativ schwachen Kräften immer noch eine "Spezialoperation" durchführt, während sich die Selenskij-Bande mit Hilfe der NATO auf totalen Krieg eingestellt hat. Wenn diese demnächst tatsächlich eine Großoffensive startet, wie behauptet wurde (übrigens unter Bezug auf russische Kreise), müssen zur Abwehr ausreichend starke Kräfte bereitstehen - wie 1943 bei Kursk. Ich wäre beruhigter, wenn man den Aufmarsch restlos zerschlagen würde. Eigentlich hoffe ich, daß die ukr. Nazis zu einer Offensive gar nicht fähig sind, aber auf die Hoffnung alleine würde ich nicht bauen.

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 28. Juni 2022 11:57

      Ich erinnere mich an Ihre vorangegangenen Kommentare, wo Sie die geplante Gegenoffensive der ukrainischen Armee erwähnt hatten. Ich erinnere mich aber auch an die Wenck-Armee ... Das war die Entsatz-Armee, die die "Russen" vor Berlin stoppen und den Bolschewismus vernichten sollte ... so hat es Hitler immer wieder ausgerufen: "Wenck, wo ist der Wenck. Aber Wenck hatte die Sinnlosigkeit der Führerbefehle erkannt und die Befehlsausführung verweigert. Irgendwie glaube ich, falls es überhaupt eine geplante Gegenoffensive geben sollte, hier Ähnlichkeiten zu erkennen.

  • Müller-Thurgau

    Veröffentlicht: 28. Juni 2022 12:13 pm

    Wenck hatte weder ausreichend Soldaten noch Kampfmittel, die Armee war am Ende. Ich bezweifel, daß die Ukrainer mit all den neuen NATO-Waffen dermaßen erledigt sind wie damals die Wehrmacht. Ich HOFFE aber, daß es doch so ist, trotz der Waffen.
     
    Falls da ein größerer Aufmarsch im Gange ist, der nahezu abgeschlossen sein soll, wäre mir lieber, man würde ihn vor dem Angriff zerschlagen. Aber vielleicht stehen ja ausreichend Abwehrkräfte bereit. Wenn die Offensive im Juli/August nicht stattfindet, gibt es wohl keine.

  • Vogonendichter

    Veröffentlicht: 28. Juni 2022 12:28 pm

    Ich möchte hier noch anmerken, was nur kurz erwähnt wurde.
    Die westlichen Wirtschaften sind alle auf Just-in-Time ausgelegt, keine ist für ein längeren Krieg geeignet da man erst auf Teile etc warten muss, auch Lagerhaltung ist in westlichen Wirtschaften eher ein Kostenfaktor.
    Die USA kaufen jährlich ca 110 PRISM, 500 JASSM- und 60 Tomahawk aber Russland hat bisher ca 1.100 Marschflugkörper und 2.100 Raketen verschossen. ->quelle RT "Die Jahresproduktion von US-Munition reicht der Ukraine nur für zehn Tage Krieg "

    In der Vergangenheit hatte es der Westen doch nie mit einem ernsthaften Gegner zu tun, der auch nicht in der Lage war das eigenen Land zu gefährden.
    Ein Hinweis, der mir aber auch erst im Nachhinein aufgefallen ist, ist Zahlenmässige Unterlegenheit Russlands mit der man ins Felde zog. Das macht man nicht wenn man den schnellen Erfolg sucht.
    Vieleicht ist es ja uch für Russland ein All-Inn, weil man weiss, es gibt kein hinaus zögern mehr....

  • Vogonendichter

    Veröffentlicht: 28. Juni 2022 12:35 pm

    und hat sich dementsprechend so gut wie möglich darauf vorbereitet, in dem man eben die wirtschaftliche Kraft hat, den Verbrauch aus nachzuliefern und auch genug Reserven hat, um auch mal ein "Zwischenspurt" hinzulegen.
    Ich glaub aber nicht, das es der Plan war, die westlichen Wirtschaften zu ruinieren. Ich glaub da steht der "Russe" bzw Putin immer noch Kopfschütteln da und versteht nicht wie man so Dumm sein kann.

  • Bastian Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 28. Juni 2022 13:06 pm

    " ... wie damals, in der Wlassow-Armee oder in den Bandera-Banden. Die wurden auch in nationale Uniformen gesteckt, erfüllten aber deutsche Aufgaben – tja, wie sich die Zeiten gleichen."
    Paßt ein bisschen zu dem Thema:
    "Wie der Westen die Ukraine im Verborgenen unterstützt! Aktualisiert am 27.06.2022, 17:14 Uhr bei GMX
    Kommandoeinheiten und Geheimdienstinformationen: Laut eines Berichts der US-Tageszeitung "New York Times" sind die USA und andere Nato-Staaten deutlich aktiver in der Ukraine als bisher bekannt.
    Deutschland spielt in dem Netzwerk eine Schlüsselrolle.
    Von mehreren Basen in der Bundesrepublik aus wird ein Teil der militärischen Unterstützung des Westens für die Ukraine koordiniert.
    Dazu soll die 10. Special-Forces-Einheit des US-Heeres bereits kurz nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine am 24. Februar ein Planungszentrum in Deutschland eingerichtet haben. Weitere Basen soll es unter anderem in Frankreich und Großbritannien geben."
    Keine direkte Kriegsbeteiligung??

  • Peter Nagel

    Veröffentlicht: 28. Juni 2022 16:50 pm

    Ich glaube da sind wir uns alle einig das der Westen/NATO hier ganz groß seine Finger im Spiel hat.
    Wenn es in der Ukraine ca. 30 Biowaffen Labore mit Beteiligung der USA gibt oder gab? dann ist das für mich schon ein Grund den AMI mal die Grenzen aufzuzeigen!

    Insgesamt ist der Westen für mich schon längst ein Kriegs beteiligter und damit ist EUROPA bereits im Krieg, wenn auch noch keine Bomben hier gefallen sind!

    Entscheidend hier ist auch Rammstein/Pfalz wo die Amis sitzen von hier aus wird sehr viel gelenkt!
    Wenn man den Westen schaden will, dann sollte man Rammstein als Erstes ausschalten und damit haben die Amis keine Größere Führungsstruktur mehr in Europa!

    Ich denke und hoffe mal das Putin das weiß und dann auch so im Ernstfall dementsprechend auch so handelt!

  • Anton Amler

    Veröffentlicht: 29. Juni 2022 09:32 pm

    Im naturwissenschaftlichen Denken zu Hause, ist mir das Prinzip - Ursache und Wirkung - geläufig.
    Keiner der potentiellen Kriegstreibler sollte sich darüber im Unklaren sein, daß sich die USA als Ursache der Grundübel positioniert haben, und deshalb das einzige, wirkliche Ziel darstellen.
    Die US-Niederlassung NATO ist hingegen ein Konstrukt sehr unterschiedlicher Interessen, wenn es um`s "Sein`, oder nicht Sein`" geht.
    Da gibt es ein paar Kläffer, die dem Tod schon jetzt direkt in`s Auge sehen, aber es nicht glauben mögen.
    Aber, wie "Vogonendichter" es schon sagt, "just in time", ein- und letztmalig Erkenntnisse gewinnen könnten.
    An Wolga und Don sind noch bis 1917 Kähne von genügsamen Menschen gezogen worden, und das Besitzstreben fremder Mächte hat diesem Land, seither, Abermillionen Opfer, und unsägliches Leid beschert.
    Wer da glaubt, das sei vergessen, wird, was ich persönlich bedauerte, mit Millionen US-Toter, ganz sicher eines Besseren belehrt werden.
    Lernen durch Erleben !!!

  • Anton Amler

    Veröffentlicht: 29. Juni 2022 11:45 pm

    Meine Erfahrungen liegen nicht auf dem Sektor "Heer", aber was mir bewußt ist, daß jeder Einsatztag Erkenntnisse bringt, also nicht verloren ist. Nachdenken sollte man mal darüber, daß NATO-STAATEN, die wohl zum großen Teil mit russischen Waffen ausgestatteten Ukrainer, bislang weitestgehend mit eben solchen Waffen aus eigenen Beständen beliefert haben, die ganz sicher schon vor 1990 produziert wurden.
    Man gehe davon aus, daß Putin eine Demilitarisierung der ihm Schutzbefohlenen nicht zugelassen hat!
    Nach einer spontanen, arroganten Auflösung der modernsten DDR-Jagdfliegereinheit, fand diese später wieder Verwendung.
    Die Russen haben in Syrien nicht nur ihre Angriffs-, sondern auch die Abwehrfähigkeit nachgewiesen, und seit dem bestimmt noch dazu gelernt.
    Jetzt überprüfen und erproben sie ganz sicher "Alles" in erforderlichem Maße.
    Sie sind schon in den 50-gern höher und schneller als sonst wer geflogen, ohne dem eine besondere Notwendigkeit zuzuschreiben.
    Braucht eine Sarmat Tarnung

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 29. Juni 2022 12:57

      ... es ist zuwenig über die Sarmat bekannt. Kommentiert wurde, dass man bereits existierende Schächte nutzen kann. Ob es auch mobile Raketen gibt (auf getarnten Eisenbahnzügen oder Container-Kfz) ist mir nicht bekannt.

  • Anton Amler

    Veröffentlicht: 29. Juni 2022 14:18 pm

    Da der mögliche Textumfang erschöpft war, habe ich zum "Hammer" gegriffen.
    Mein Eintrag schließt natürlich auch all die anderen Projektile ein, denen man beim Anflug auf unbewegliche Festziele machtlos zusehen können wird, falls gewünscht!
    Es sollte auch noch mal daran erinnert werden, daß ein submarin ausgelöster, schwerer Tiefwasser-Atomschlag, erdacht vom russischen Friedensnobelpreisträger Sacharow, Nordamerika von beiden Seiten schwer verwundbar macht, das flache Schelfmeer im Norden Rusßlands eine vergleichbare Welle aber weit schadärmer auslaufen ließe.
    Was dann auch in den verzweigten Gefilden Canadas einträte. läßt sich unter bestimmten lunaren Bedingungen in Norwegens Fjorden erleben, die aufgrund ihrer Beschaffenheit, und im Gegensatz zu Obigem, auch einen zerstörungsfreien Rücklauf ermöglichen.
    Ich bin mir sicher, daß Russen auch modernste, mobile Geschütze, echtzeitgesteuert erfolgreich vernichten können, und möglichst beim Ersteinsatz mit Fremdbedienpersonal!

  • Anton Amler

    Veröffentlicht: 29. Juni 2022 19:51 pm

    Keine Sorge.
    Wer wie "Stefan" kommentiert, blickt auf eine, an vielen Fronten gemachte Erfahrung zurück.
    Der reist mit seinem Schuldkonto auch gewiss nicht in den Ostblock - vermute ich mal.
    Aus sicherer Entfernung bellt sich`s ganz vorzüglich.

  • Müller-Thurgau

    Veröffentlicht: 30. Juni 2022 15:35 pm

    Interessant ist in diesem Zusammenhang die Einschätzung von Jacques Baud, Ex-Oberst des Generalstabs und Ex-Mitglied des strategischen Nachrichtendienstes der Schweiz. Er schreibt, die russische Armee geht genau nach ihrer Militärdoktrin vor und hat bisher alle Ziele erreicht.
     
    Die Russen sind ja nicht verpflichtet, nach Art der USA anzugreifen, von denen man gewohnt ist, daß sie aus großer Höhe alles zerbomben. Links sind hier nicht erwünscht, wer den Artikel von Jacques Baud lesen möchte, suche nach "Stand der militärischen Lage in der Ukraine Anfang Juni". - Jetzt ist allerdings Ende Juni.

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