Hat Alexander Lukaschenko oder hat er nicht …?

Hat Alexander Lukaschenko oder hat er nicht …?
 
Ja, Alexander Lukaschenko, der weißrussische Präsident, hat seinen russischen Amtskollegen Putin um militärische Hilfe bei der Sicherung der Staatsgrenze gebeten. Diese Nachricht verbreiten russische Medien am Dienstag.
 
 
„Wenn wir heute irgendeine Hilfe militär-technischen Charakters benötigen … zur Verteidigung unserer Grenze … es ist ja unsere gemeinsame Grenze, die von verbündeten Staaten, so sagen Sie es. Ich spreche mit dem russischen Präsidenten und bitte ihn, dass er sich einschaltet und die notwendige Hilfe leistet, damit Russland nicht in die Flüchtlingskrise hineingezogen wird“, - wird Lukaschenko zitiert
 
Lukaschenko ergänzte, dass die „ … мерзавцы (ein unhöfliches Wort … Schurke, Schuft, Halunke, Saukerl, Scheißkerl) des kollektiven Westens wollen die Verantwortung für die Migrationskrise auf Russland abwälzen, welches überhaupt keinen Anteil daran hat.
 
Nun steht dann aber gleich die Frage, wer denn Anteil an dieser Flüchtlingskrise hat, von der zum gegenwärtigen Zeitpunkt direkt und unmittelbar Weißrussland und Polen betroffen sind.
 
Vielleicht habe ich irgendwo etwas überlesen, aber ich habe nirgendwo Beweise gelesen, dass irgendwelche Strukturen Weißrusslands konkret identifiziert werden konnten, dass sie sich mit der Organisation der Flüchtlingskrise beschäftigen. Mit einem Mal waren Flüchtlinge an der weißrussisch-polnischen Grenze und sofort stand die Anschuldigung im Raum, dass Lukaschenko seine Finger im Spiel hat. Also ähnlich, wie Putin Nawalny vergiftet hat und diesen anderen Russen, Litwinow hieß er wohl und dann gab es da noch irgendwelche Nowitschok-Opfer … ich glaube in England…
 
Ach, ich erinnere mich noch an ein Schloss, welches Putin am Meer für sich gebaut hat, wenn er in Rente geht, damit es ihm dort gut geht. Sie, meine lieben Zuschauer, erinnern sich doch noch an den Zeichentrickfilm der wohl über 100millionen Mal angeschaut wurde und über den sich die demokratische Bevölkerung des kollektiven Westens so furchtbar aufgeregt hat. Was ist denn nun mit diesem Märchenschloss?
 
Helfen Sie mir also, wenn ich vielleicht einige Dinge nicht gelesen habe … gibt es Beweise, dass Lukaschenko die Angelegenheit organisiert hat oder leben wir nur wieder vom allgemeinen Eindruck, den wir im Fernsehen sehen und in den Zeitungen lesen?
 
Warum überlegen wir nicht die Möglichkeit, dass die Flüchtlingswelle nur ein weiterer Versuch des kollektiven Westens ist, die Situation in Weißrussland zu destabilisieren. Warum wollen wir nicht auch annehmen, dass die westlichen Dienste durchaus in der Lage sind, hochqualitative und gut durchdachte Aktionen zu organisieren, die andere Menschen oder Staaten diskreditieren? Warum soll es nicht auch in diesem Fall so sein? Nur weil alles den augenscheinlichen Anschein hat, dass nur Lukaschenko dies getan haben könnte?
 
Es gibt Meinungen, dass Polen diese Krise selber organisiert hat. In Polen stehen Wahlen bevor und die jetzt herrschende rechtskonservative Partei hat, bedingt durch die bekannte konservative Politik, in der polnischen Gesellschaft keinen festen Stand mehr. Aber die Prognosen zeigen, dass die Popularität der Partei seit dem Zeitpunkt der Flüchtlingskrise wieder wächst – natürlich dank der Politik, die in Polen jetzt mit den Flüchtlingen betrieben wird.
 
Helfen Sie mir, meine Überlegungen zu entkräften und informieren mich bitte über Beweise, dass Lukaschenko mit dieser Aktion nur Rache nehmen wollte an den europäischen Ländern, die Sanktionen gegen ihn verhängt haben.
 
Also helfen Sie mir den zweiten Teil meiner Überschrift zu beantworten: … hat er nicht nur Putin um Hilfe gebeten, sondern hat er auch die Krise organisiert …
 
Bei der Gelegenheit noch ein paar Worte zu meinem Beitrag vom Montag: „Deutscher Außenminister: Ich bin heute zu Ihnen gekommen, um Ihnen mitzuteilen …“ … Sie erinnern sich …
 
Geschätzte 10 bis 15 Prozent derer, die kommentiert haben, haben gemeint, dass ich mir mit diesem Beitrag keinen Gefallen getan habe und völlig verkehrt liege. Beeindruckt hat mich, dass niemand, der mich kritisiert hat, Formulierungen unterhalb der Gürtellinie verwendet hat. Besten Dank für Ihre Disziplin auf diesem Kanal.
 
Kommentiert wurde, dass es sich um völlig verschiedene Dinge handelt. Damals, 1989 in der Prager Botschaft und an der ungarisch-österreichischen Grenze handelt es sich um Deutsche, die geflüchtet sind. Aber jetzt, an der weißrussisch-polnischen Grenze handelt es sich um Flüchtlinge.
 
Ich bin Ihnen sehr dankbar, dass Sie mich aufgeklärt haben. Ich dachte nämlich immer, dass es sich um Menschen handelt. Ich habe nun verstanden, dass es Deutsche und Flüchtlinge gibt, also Lebewesen mit unterschiedlicher Qualität.
 
 
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Kommentare ( 3 )

  • Bastian Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 16. November 2021 18:37 pm

    Vielleicht, aber auch nur vielleicht waren 1989 in den Botschaften des Westens und an der ungarisch-österreichischen Grenze auch der eine oder andere wirkliche Flüchtling dabei.
    Ansonsten waren die damaligen "Ausreisenden" mit den jetzigen nach Belarus einreisenden, die ja weiter nach Westeuropa, speziell in die BRD wollen, keine Flüchtlinge. Sie erfüllten und erfüllen auch jetzt nicht die Anforderungen an den Status "Flüchtling". Diesen falschen Status haben die "lieben Mitmenschen" diesen Leuten verpaßt, von der Politik, den Medien und sogenannten spezialisierten NGOs, und fast alle nehmen das einfach so auf und quatschen das nach.
    Es sind von der EU aus gesehen Imigranten, Wirtschaftsmigranten, die sich hier in der EU, und da wieder nur in ganz bestimmten Ländern wie der BRD, ein sorgenfreies Leben haben wollen. In der Regel sind es weder hoch gebildete noch Fachkräfte, die hierzulande eigentlich recht unverständlich dringend gesucht werden.

  • Bastian Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 16. November 2021 18:53 pm

    Das ist die Kardinalfrage - Wer hat das organisiert, daß auf einmal das bekannt wurde, daß man sich ein Touristenvisum nach Belarus und einen Flugschein nach Minsk kauft und dann versucht, auf dieser eigentlich "sicheren Route" über das Baltikum oder Polen in das "Gelobte Land" in Mitteleuropa zu kommen. Wenn man bedenkt, daß ein Großteil, der bisher aus diesen arabischen oder auch asiatischen Länder hier gestrandeten Menschen kaum lesen und schreiben, geschweige denn eine Karte lesen können, dann drängen sich doch automatisch die Fragen nach den Organisatoren auf. Ja, die Fragen - alle 7 - und dann die entscheidende Frage nach der Motivation - wem nutzt es - (fragten schon die alten Lateiner) "ist ein geflügeltes Wort, mit dem die Frage nach dem Nutznießer bestimmter Ereignisse oder Handlungen, beispielsweise von Verbrechen oder auch politischen Entscheidungen, gestellt wird. "
    Hat wirklich der Lukaschenko etwas davon - außer dem Ärger?
    Haben Rußland oder Putin echt was davon?

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 16. November 2021 18:55

      ... genau diese Überlegungen wollte ich "provozieren".

  • Anton Amler

    Veröffentlicht: 17. November 2021 09:06 pm

    meine Definition der Prag- und Budapestflüchtlinge habe ich ja bereits eingebracht.

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