Heiße US-Sanktionen gegen Gasprom im Gespräch. Es könnte kühl werden in Europa.

Heiße US-Sanktionen gegen Gasprom im Gespräch. Es könnte kühl werden in Europa.
 
Die Gegner des Gasprojektes „Nordstream-2“ hoffen immer noch auf den Endsieg. Früher wurden Wunderwaffen eingesetzt, um den Durchhaltewillen der Germanen zu stärken. Heute führt man Wundersanktionen an die Gasfront.
 
 
Allen ist bekannt, dass die Firma Gasprom den Bau der Nordstream-2 organisiert und koordiniert und letztendlich auch das Gas durch diese Leitung Richtung Deutschland sendet. Die russische Firma unternimmt alles, damit diese Leitung auch in Nutzung überführt wird. Damit verstößt die russische Firma gegen die amerikanischen Sanktionen, die, kurz zusammengefasst und vereinfacht dargestellt, allen Firmen und Personen dieser Welt verbieten, an diesem Projekt mitzuarbeiten oder mitzudenken. Da also die Gasprom gegen die Sanktionen verstößt, muss sie bestraft werden. Sie wird mit Sanktionen belegt, also mit sogenannten verzinsten Sanktionen, denn Sanktionen gegen die Gasleitung gibt es ja bereits.
 
Mal kurz eine Frage, meine lieben Zuschauer … schauen Sie noch durch bei den ganzen Sanktionen? Ich gebe es ehrlich zu … ich habe den Überblick verloren.
 
Als man in der russischen Staatsduma erfuhr, dass die USA die Sanktionen gegen Gasprom mit Zinssanktionen belegen wollen, begann man laut und ziemlich nüchtern zu denken. Als ich die Gedanken der Duma-Abgeordneten las, rauschten eine Unmenge wildester Gedanken durch meinen Kopf, denn ich konnte mir nicht vorstellen, dass es die Amerikaner wagen werden, in der ganzen Welt das Eigentum von Gasprom zu beschlagnahmen. Aber genau das sagen die russischen Abgeordneten voraus.
 
Vorausgesagt wird durch Michael Deljagin, dass überall dort, wo die USA Zugriff haben, die Gasprom-Strukturen defacto enteignet und unter externe Verwaltung, sprich US-Verwaltung gestellt werden. Sollte dies geschehen, wird es eine neue Gaskrise in Europa geben.
 
Um die Sanktionen gegen Gasprom total, totaler als total zu gestalten, arbeitet das amerikanische Finanzministerium mit dem Kongress zusammen. Wir warten jetzt auf die nächste Sitzung des amerikanischen Kongresses, wo der stellvertretende Minister für Finanzen Adeval Adeijemo (… tschuldigung, ich spreche den Namen ganz bestimmt verkehrt aus), die Frage in den Saal ruft: „Wollt ihr die totalen Sanktionen? Wollt ihr die Sanktionen so total, wie sie totaler nicht sein können?“ Und der Kongress wird sich tosend erheben und rufen … äh, was rufen die Amerikaner eigentlich in so einem Fall? „Heil“ doch wohl eher nicht – oder?
 
Dem Herrn stellvertretenden Minister wurde die Frage gestellt, ob denn Gasprom wirklich gegen Sanktionen verstoße. Der Minister tat so, als habe er die Frage nicht gehört und lies sie unbeantwortet. Dafür antwortete ein Abgeordneter in der russischen Staatsduma und meinte, dass es die Amerikaner überhaupt nicht interessiere, ob irgendjemand gegen irgendwas verstoßen habe. Wenn ein Grund benötigt wird, um jemanden zu bestrafen, so haben die Amerikaner bisher immer einen Grund gefunden oder auch einfach nur ausgedacht.
 
Der russische Abgeordnete hatte überhaupt keine Zweifel, dass die Amerikaner völlig bedenkenlos die Konten von Gasprom überall im Ausland beschlagnahmen oder beschlagnahmen lassen. Auch vor anderen Aktiva werden die Amerikaner keinen Halt machen. Ihr Ziel ist es, einen Konkurrenten zu erledigen und dafür setzen sie alles ein.
 
Der russische Abgeordnete fordert von Gasprom, unverzüglich auf diese angekündigten Sanktionen der Amerikaner zu reagieren und ein Maximum an Aktive aus dem Ausland nach Russland zu verlagern. Immobilien können natürlich nicht verlagert werden, aber man kann sie, mit einem großen Preisabschlag verkaufen. Die Verluste werden natürlich riesig sein. Geld kann aber transferiert werden und dies sollte sofort geschehen. Es bleibt keine Zeit mehr, um lange zu überlegen und zu beraten.
 
Weiterhin scheinen die USA die Möglichkeit zu haben, Gaslieferungen Richtung Westeuropa zu beschlagnahmen. Wir wissen ja, dass das Gas, welches für Westeuropa bestimmt ist, im Transit durch die Ukraine und durch Polen läuft. Beide Länder werden sicherlich behilflich sein und den Gerichtsvollzieher imitieren.
 
 
Steht dann die Frage, was die europäischen Länder machen, wenn kein Gas mehr ankommt, weil die USA alles beschlagnahmen lassen.
 
Weiterhin empfiehlt der russische Abgeordnete, sofort den Dollar als Bezahlwährung abzuschaffen und komplett auf den Rubel umzusteigen. Er wies darauf hin, dass jeder Dollar durch die USA kontrolliert wird und somit der Zugriff auf jeden Dollar möglich ist.
 
Der Abgeordnete lies in seiner Einschätzung auch keine Zweifel aufkommen, dass das amerikanische Rechtssystem wirklich frei und unabhängig ist. Somit sollte man gar nicht auf den Gedanken kommen, dass eine externe Verwaltung des Gasprom-Eigentums wirklich korrekt durch die Amerikaner durchgeführt wird.
 
Hört und liest man diese ganzen Darlegungen, so glaubt man, sich im Reich das Phantastischen, des Unmöglichen zu befinden. Aber wir befinden uns eigentlich nur im Reich der Amerikaner, dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten.
 
Deljagin, der russische Abgeordnete, brachte es auf den Punkt, als er meinte, dass die Amerikaner vor nichts und niemanden Halt machen. Selbst wenn jemand glaubt, der gesetzestreueste Bürger auf dieser Welt zu sein, der niemals auch nur einen Cent Steuern unterschlagen hat, der nie bei Rot über die Kreuzung gelaufen ist … der einfach immer und überall nur Vorbild war … das hilft ihm nicht, wenn die USA meinen, dass es ihm zu gut geht und er einfach zu artig ist. Sie werden dem Mann (oder auch der Frau) Probleme organisieren, einfach, weil sie nicht anders können.
 
Der russische Abgeordnete erklärte auch die Psyche der amerikanischen Gerichte. Diese gehen davon aus, dass, wenn eine staatliche Struktur meint, dass jemand etwas Unrechtes getan hat, dass dem auch so ist und keine Zweifel daran bestehen. Somit bleibt dem Gericht nur noch das richtige Strafmaß zu finden. Zweifel an der Meinung der Regierung gibt es nicht im amerikanischen Rechtssystem.
 
Zum Schluss forderte der Abgeordnete dramatisch, dass Gasprom jetzt alles fallen lassen sollte und retten soll, was noch zu retten ist. Es muss sich retten und seine Sicherheit gewährleisten.
 
Und wenn Gasprom diesem Ratschlag folgt? Tja, dann wird es kalt in Europa, sehr kalt.

 

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Kommentare ( 3 )

  • Bastian Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 24. Oktober 2021 01:37 pm

    Man sollte nicht vergessen, daß die Yankees in der Regel aber nur so etwas tun, wo sie selbst schadlos aus der Schose heraus gehen. Und das wird aber bei diesem angekündigten Handeln aus Washington wohl nicht passieren.
    Meines Wissens nach kaufen die USA in Rußland eine beträchtliche Menge besten Erdöls aus Rußland, welches für deren Industrie fast lebenswichtig ist, denn vom Iran werden sie wohl kein Erdöl in dieser Qualität bekommen. Ich weiß, man sollte dieses überseeische aus aller Welt zusammengewürfelte Völkchen mit den zugekauften Experten geistig nicht überbewerten. Aber so ein paar klar denkende Leute, vor allem in der Wirtschaft, die dann wieder hohe Arbeitslosenzahlen und ihre Profite weg schwimmen sehen, gibt es ganz gewiß.
    Auch wissen die Cowboys nicht, wie sich dann China verhalten wird. Auf jeden Fall werden sie den Russen das überzählige Erdöl abnehmen, so daß auf diesem Gebiet keine wesentliche Einbuße entstehen wird.

  • Anton Amler

    Veröffentlicht: 24. Oktober 2021 11:07 pm

    Geld sollte nie der Grund dafür sein, daß Rußland von den USA dringend benötigte Dinge und Stoffe dort hin liefert.
    Vor allem sollte das Abwandern gut ausgebildeter Intelligenz unterbunden werden.
    Adenauer hat mal gesagt: "Ich hole mir meine Intelligenz aus Mitteldeutschland."
    Laut "Kapital" in den 80-zigern, kamen 20% aller Führungskräfte der BRD aus der DDR - was für eine Kosteneinsparung bei sofortiger Bereitstellung in jener wichtigen Aufbauphase ?
    Ich kannte die personelle Struktur in der Forschung bei GM, und nur eine Minorität davon war auf eigenem Mist gewachsen.
    Ehrfurcht vor den Ami`s müssen wir nicht haben - aus eigener Kraft haben sie noch nie viel auf die Wege gebracht - aber das sehen die Einwohner mangels Wissen, und der von Kindheit anerzogenen Arroganz, ganz anders.
    Französische und deutsche U-Boote haben bei Manövern die Verwundbarkeit der US-Navy nachgewiesen.
    Rußland sollte vielleicht mal einen Blindgänger vor einem Flugzeugträger auftauchen lassen - zum Nachdenken

  • Bastian Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 24. Oktober 2021 20:02 pm

    Anton Amler

    Guter, recht deutlicher Beitrag! Da bin ich ganz Ihrer Meinung. Und nicht nur da!

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