In der Gebietsregierung dämmern langsam Real-Erkenntnisse

In der Gebietsregierung dämmern langsam Real-Erkenntnisse

Das Kaliningrader Gebiet befindet sich in einer besonderen geopolitischen Lage, umgeben von der Europäischen Union und der NATO. Unmittelbare Nachbarn sind der russischen Exklave äußerst negativ und aggressiv eingestellt. Warum man trotzdem in Kaliningrad glaubte, dass in der Erzeugerindustrie die Zukunft liegt, bleibt wohl ewig unbeantwortet.

Viele Jahre glaubte man, dass sich Kaliningrad als Sonderwirtschaftszone entwickeln könnte. In- und ausländische Investoren sollten sich ansiedeln, interessante Dinge produzieren, diese in alle Richtungen verkaufen und dabei die Zoll- und Steuervergünstigungen Russlands genießen. Seit 1996 existiert das Gesetz über die Sonderwirtschaftszone in verschiedensten Versionen. Real kann man aber nicht von einem Erfolg sprechen, denn Kaliningrad ist kein Investitionsstandort – weder für russische, geschweige denn für ausländische Investoren.

Mit Beginn des Jahres 2014 hat sich die Situation noch weiter verschlechtert. Wenn bis dahin vermutlich einfach nur das negative Image Kaliningrads eine umfangreiche Ansiedlung von Investoren verhindert hat, kamen jetzt handfeste geopolitische Fakten hinzu, die Sanktionspolitik des Westens und insbesondere die Politik, die die unmittelbaren Nachbarn Polen und Litauen gegenüber Russland einleiteten und die konkrete Auswirkungen auf Kaliningrad hatte.

Häufig fielen die Begriffe Blockade und Bestrafung Kaliningrads. Jetzt wird für eine weitere Negativdiskussion und Abschreckungspolitik für Investoren in großem Umfang der Umstand genutzt, dass Russland seine Militärpräsenz in Kaliningrad ausbaut, obwohl man die Militärs nicht sieht und nur selten hört.

 

 

Letztendlich sind aber nur Fakten interessant, denen sich niemand verschließen kann.

Jeder Investor wird das Risiko sehr schnell erkennen, dass er im Falle einer Erzeugerproduktion eingeht, die nicht nur für den Kaliningrader Markt bestimmt ist, sondern für die Ausfuhr aus der Region. Was nützt eine gewinnbringende, effektive Produktion, wenn die Erzeugnisse eben nicht zum Endabnehmer transportiert werden können, weil es im Rahmen von weiteren Spannungen, zur Grenzschließung kommt.

Somit müsste sich Kaliningrad auf Investitionen konzentrieren, die keine physischen Transportprozesse erforderlich machen. Und man müsste andere Formen finden, die die Spannungen rings um das Gebiet entschärfen.

Mit anderen Worten: Kaliningrad eignet sich für IT-Spezialisten, für Finanzexperten, als Kongress- und Veranstaltungszentrum, als internationale Tagungsstätte.

 

 

Und das hat nun wohl endlich auch die Kaliningrader Gebietsregierung erkannt, denn der Vizegouverneur Goldmann äußerte sich in der Richtung, dass man in Kaliningrad mehr in intellektuelle Entwicklungen investieren sollte, denn in die Erzeugerindustrie.

Goldmann wies auf die hohen Transportkosten hin, auf die schwierige logistische Situation, die negativen Einfluss auf eine vorteilhafte und preislich interessante Produktion nehmen.

Ob diesen Äußerungen auch reale Taten, d.h. eine sichtbare Neuausrichtung des Gebietes folgen, bleibt abzuwarten.

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