In der Krise wachsen die Reserven Russlands

In der Krise wachsen die Reserven Russlands

 

Russlands Zentralbank scheint die Finanzen in Russland, trotz monatelang anhaltender Corona-Krise im Land und umfangreicher Finanzhilfen für die Bevölkerung und das Unternehmertum, im Griff zu haben.
 
 

Noch sind die Zahlen für den ablaufenden Monat Mai nicht veröffentlicht, aber die veröffentlichten Bestandszahlen zeigen, dass die Internationalen Reserven Russland mit Stand 1. Mai einen Umfang von über 566 Milliarden USD angenommen haben. Dies sind rund 12 Milliarden USD mehr als zum Jahresanfang und 2,5 Mrd. USD mehr als im März 2020.
 
Grafik: Entwicklung der Internationalen Reserven Russlands

Auch die russischen Goldreserven haben zugelegt. Ende 2019 verfügte Russland über 2.113 Tonnen des begehrten gelben Metalls. Mit Stand 1. Mai waren es 185 Tonnen mehr.
 
Grafik: Entwicklung der Goldreserven Russlands
 
Besonders rasant haben sich die im Fond des Nationalen Wohlstandes angesammelten Reserven entwickelt. Dieser Fond wird gefüttert aus den überschüssigen Einnahmen Russlands aus dem Öl- und Gasgeschäft. Trotzdem aus diesem Fond im Monat April der Kauf der Sberbank durch den russischen Staat finanziert wurde, beläuft sich die dort angesammelte Geldsumme auf über 165 Milliarden USD. Dieser Fond ist in erster Linie bestimmt für die Stützung der russischen Sozialsysteme, insbesondere als Garantiefond für die Rentenzahlungen.
 
Grafik: Entwicklung des Fonds Nationaler Wohlstand

Auch die staatliche Auslandsverschuldung Russlands ist rückläufig. Hatte Russland zu Anfang des Jahres noch Verpflichtungen gegenüber anderen Staaten im Umfang vom 54,8 Mrd. USD, so waren es Ende April nur noch 50,6 Mrd. USD.
 
Grafik: Entwicklung der staatlichen Auslandsverschuldung Russlands
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Kommentare ( 4 )

  • Frank Werner

    Veröffentlicht: 1. Juni 2020 10:11 pm

    Aus der Sicht des 19. Jahrhunderts kann man sich da auf die Schultern klopfen, aus der Sicht des 21. Jahrhunderts kann man nur feststellen, dass die Hausse bzgl. der Rohstoffpreise nicht für eine Diversifikation der Wirtschaft genutzt wurde, dass die Rohstoffe immer weniger Wert werden bzw. der Gewinn daraus immer geringer (höhere Förderkosten, veraltete Technologie), dass im internationalen Verhältniss nur wenig zur Stützung der Wirtschaft, insbesondere des Mittelstandes, in der jetzigen Krise unternommen wurde. Von daher ist der "Geld- und Goldberg" ein schönes Beispiel für einen Scheinriesen. Für einen Privat-Mann sind solche Beträge natürlich immer beeindruckend. Bei einem Staat und unter gewissen Umständen verhält es sich aber leider eher wie ein Eisberg in der Sahara ...

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 1. Juni 2020 10:13

      ... genau auf diesen Kommentar habe ich gewartet. Es kann nicht gut sein, was nicht gut sein darf. Gibt es eigentlich irgendetwas, mit dem ich Ihnen , zumindest einen neutral gewichteten Kommentar entlocken könnte? Oder macht Russland grundsätzlich alles verkehrt und schlecht?

  • Frank Werner

    Veröffentlicht: 2. Juni 2020 08:58 pm

    @UEN
    Ist natürlich nicht alles schlecht. Die Stabilisierung des Bankensektors und der Schutz der Privateinlagen ist sicher sehr lobenswert. Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung ist aber nicht zu beschönigen. Experten gehen z.B. davon aus, das die Ölförderung vielleicht in schon nur etwas mehr als in 10 Jahren im wesentlichen nur noch den Eigenbedarf deckt (alleine aus Kostengründen). Dann der Weg in die Staatswirtschaft. Mann versucht im Sinne von Lenin alles zu kontrollieren (zusätzlich noch mit politischen Hintergrund). Der Mittelstand wird eher als Melkkuh gesehen - ohne das diese überhaupt Gelegenheit hatte, Fett anzusetzen (wird nach Corona nicht mehr viel übrigbleiben). Einigeln hat noch nie gut getan, auch wenn es kurzfristig es in einigen Punkten vorteilshaft erscheint. Irgendwie nähert man sich wieder der Breshnew-Ära und die 90iger haben (leider) die Chance sich in Teilen zu wiederholen (ich weiß - das sehen sie nicht so).

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 2. Juni 2020 09:19

      ... Ihre Allgemeinformulierungen erinnern mich an einen Satz aus DDR-Zeiten ... ein wenig angepasst an die heutige Zeit: "Ich zitiere meine Meinung aus den russophoben deutschsprachigen Medien ..." Werden Sie doch mal konkret. Wo finden Verstaatlichungen statt. Wo entwickelt sich die Staatswirtschaft. Wie kontrolliert der russische Staat konkret und wie kontrolliert wer die Wirtschaft. Hoffentlich verwechseln Sie nicht die Kontrolle der Steuerehrlichkeit durch den Staat mit genereller Kontrolle ... Ich, z.B. bin seit 2001, der Gründung meiner Firmen, nicht ein einziges Mal kontrolliert worden. Wie ist der Mittelstand Melkkuh? Was wird gemolken? Die lächerlich geringen Steuern? Die niedrigen Sozialabgaben? Sie sprechen von Einigeln. Wo und wie igelt sich Russland ein - bitte konkret und keine Phrasen ...

  • Frank Werner

    Veröffentlicht: 3. Juni 2020 17:19 pm

    @UEN
    Das ist natürlich komplex und auf ein paar Zeilen schwierig. Der Anteil staatlicher Unternehmen liegt jetzt wieder bei ca. 40% der Wirtschaft, der Schwerpunkt in Schlüsselsektoren (der öffentliche Dienst als solcher hat nur einen geringen Anteil). Das behindert den Wettbewerb und wirkt sich wachstumshemmend aus. Die niedrigen Steuern sind nicht das Problem, sondern Rechtsunsicherheit (wird von den Unternehmerverbänden meines Wissens ebenso kritisiert) und Einflußnahme insbesondere bei "politischer Unbotmäßigkeit". Und wenn Russland sich nicht einigelt, wer dann (gut Nord-Korea natürlich noch mehr). Einigeln politisch und wirtschaftlich (Stichwort Eigensanktionen).

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 3. Juni 2020 17:24

      ... alles klar, Ihre Meinung zitiert aus deutschen Medien ... ich schrieb es ja schon.

      Mein Problem ist nur, warum ich dies alles nicht spüre und nicht sehe ... vermutlich bin ich, um andere zu zitieren, blind, taub, habe eine Rosa-Brille auf und bin Putin-Propagandist ... wenn nicht sogar mehr ...

      Belassen wir es dabei. Ich weiß wie ich seit 1995 lebe und sehe wie mein großes Umfeld lebt und da brauche ich eigentlich keine Meinungen aus dem Ausland, die dem widersprechen, was ich real sehe.

      Fazit: Behalten Sie Ihre Meinung und Ansichten und werden glücklich damit. Sie stört niemanden in Russland. Und ich behalte meine Meinung und Ansicht und weiß, dass dies auch niemanden in Deutschland stört.

  • Frank Werner

    Veröffentlicht: 4. Juni 2020 14:22 pm

    @UEN
    Dazu brauche ich keine Meinung aus den bösen Medien. 40 % Staatsanteil sind nunmal nicht effektiv. Das ist Grundlage Volkswirtschaftlehre und zeigt auch die Geschichte. Aber sie haben Recht. Belassen wir es dabei und schauen uns die nächsten Jahre an.

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