Jeder Russe hat ein beachtliches Sparguthaben – zumindest statistisch gesehen

Jeder Russe hat ein beachtliches Sparguthaben – zumindest statistisch gesehen

 

Im statistischen Durchschnitt verfügt jeder Russe, egal ob Baby oder Veteran, über ein Sparguthaben von 200.000 Rubel. Trotzdem es den Russen angeblich schlecht gehen soll, wachsen die Spareinlagen bei gleichzeitiger Stagnation der Einkommen.

Schon der russische Klassiker Tjuttschew sagte:

So melden die russischen Medien seit Jahren, dass die Realeinkommen der Russen sinken und das Leben in Russland, bei steigenden Preisen, immer schwieriger wird. Aber die Läden sind voll mit Kunden, die übervolle Einkaufswagen zur Kasse schieben.

Die Medien melden weiter, dass die Russen schon aufhören ihre Fahrzeuge zu betanken, weil der Benzinpreis so hoch ist, dass ihn sich nur noch wenige leisten können. Aber auf den Straßen bemerkt man dies nicht. Die Staus sind nach wie vor vorhanden.

 

 

Und trotzdem es den Russen so furchtbar schlecht geht, hat jeder Russe im Durchschnitt Bankeinlagen von 200.000 Rubel – was im Durchschnitt rund einem Halbjahreseinkommen entspricht. Von den Geldern, die er noch unter dem Kopfkissen lagert, wird in den Meldungen nicht gesprochen.

Und die Spareinlagen sind in den ersten neun Monaten des aktuellen Jahres auch noch um 3,1 Prozent gewachsen. Und vergleicht man den Zeitraum Oktober 2018 bis Oktober 2019, so sind die Einlagen sogar um neun Prozent angewachsen.

Wie die russische Zentralbank mitteilte, haben sich somit die Spareinlagen der Russen in den letzten neun Jahren verdreifacht.

Allerdings gibt es Unterschiede zwischen den Regionen.

 

 

In Moskau beträgt das durchschnittliche Sparguthaben 822.000 Rubel, also über das Vierfache des russischen Durchschnitts. Die niedrigsten Ersparnisse haben die Bürger in Tschetschenien mit 8.500 Rubel.

  • Moskau – 822.000 Rubel
  • St. Petersburg – 421.000 Rubel
  • Gebiet Magadan – 318.000 Rubel
  • Krai Kamschatka – 261.000 Rubel
  • Gebiet Sachalin – 248.000 Rubel
  • Autonomer Bezirk Tschukotsk – 229.000 Rubel
  • Gebiet Murmansk – 225.000 Rubel 
  • Gebiet Tjumen – 218.000 Rubel
  • Moskauer Gebiet – 217.500 Rubel
  • Krai Chabarowsk – 191.000 Rubel.

Weiterhin wurden die Spareinlagen innerhalb der Region verglichen mit den dort gezahlten durchschnittlichen Gehältern. So stellte sich heraus, dass die Moskauer 12 Monatsgehälter auf der hohen Kante haben, die St. Petersburger 10 Monatsgehälter und die Kaliningrader sieben Monatsgehälter.   

Im Gebiet Kaliningrad beträgt das durchschnittliche Banksparguthaben 183.800 Rubel und liegt damit unterhalb des russischen Durchschnitts. Trotzdem es den Kaliningradern besonders schlecht gehen soll, haben sich die Spareinlagen in den letzten drei Jahren um 26,3 Prozent erhöht. Damit besetzt Kaliningrad bei den Spareinlagen den Platz 12 von 85 möglichen Plätzen in Russland.

Wer sein Geld der Bank anvertraut, kann auf gute Verzinsung rechnen, wenn er denn eine Anlage in russischer Währung unterzeichnet. Sechs Prozent sind ohne großes Suchen ein realer Zinssatz. Der gegenwärtige Leitzins der russischen Zentralbank liegt bei 6,5 Prozent. Berücksichtigt man die Inflation, die mit vier Prozent geplant ist, bleiben im schlechtesten Fall immer noch zwei Prozent Netto Zinseinnahmen.

 

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