Kak dela? Wie geht es Ihnen Herr Nawalny?

Kak dela? Wie geht es Ihnen Herr Nawalny?
 
Keine westliche Demokratie, die etwas auf sich hält, hat es in den letzten 48 Stunden versäumt, überlaut und überdeutlich, ihre Besorgnis zum Gesundheitszustand des Strafgefangenen Nawalny der Weltöffentlichkeit mitzuteilen.
 
 
Der Strafgefangene Nawalny, einer von vielen Strafgefangenen in Russland, der wegen Verletzung von Bewährungsauflagen den realen Strafvollzug in einer Haftanstalt antreten muss, klagt seit einigen Tagen über gesundheitliche Probleme. Liest man die Meldungen der verschiedensten russischen Medien, entsteht der Eindruck, als ob es kein Wehwehchen gibt, welches den Strafgefangenen Nawalny noch nicht befallen hat.
 
Und die westlichen Demokratien haben Russland aufgefordert, sich doch nun endlich um den besorgniserregenden Gesundheitszustand des Inhaftierten zu kümmern. Man mache sich ernsthafte Sorgen um den Kämpfer für Demokratie und Menschenrechte in Russland.
 
 
 
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Journalisten fragten den Pressesprecher von Putin, was er oder Putin denn so über die Sache denke und dieser meinte, dass der Gesundheitszustand von Strafgefangenen nicht zum Aufgabenbereich des Kremls gehört.
 
Der Chef der Duma-Fraktion von „Einiges Russland“ Newerow kommentierte, mit Blick auf die besorgte USA, dass sich Russland die gleiche humanitäre Behandlung, wie sie Nawalny erhält, für russische Staatsbürger wünsche, die seit vielen Jahren in US-Gefängnissen einsitzen. Die Forderungen der russischen Seite, diesen Bürgern medizinische Hilfe zu erweisen, werden von den USA einfach ignoriert und unbeantwortet gelassen.
 
Russland verfügt über eine Reihe von Organisationen und Einrichtungen, die sich um das Wohl und Wehe der Menschen kümmern. So gibt es auch eine „Gesellschaftliche Kontrollkommission“, die sich für den Strafgefangenen Nawalny zuständig fühlt. Vertreter dieser Kontrollkommission, zuständig für das Gebiet Wladimir, wo Nawalny seine Strafe verbüßt, besuchten den kranken Strafgefangenen am Wochenende und berichteten über das Gespräch mit dem Patienten, der seit einigen Tagen über Schmerzen im Rücken und in den Beinen klagt.
 
Die Mitglieder der Kommission bestätigten, dass sie im Gespräch mit Nawalny von ihm direkt erfuhren, dass er Schmerzen im Rücken und in den Füßen hat. Er hatte um eine Spritze „Declofinak“ gebeten, ein Präparat für Schmerzbekämpfung. Ungeachtet seiner Schmerzen kann er selbständig und ohne Gehhilfen laufen und alle anderen Bewegungen durchführen. Über andere Schmerzen klagte der Strafgefangene nicht.
 
Die Mitglieder der Kommission überprüften bei ihrem Besuch die medizinische Dokumentation von Nawalny in der Strafvollzugsanstalt und fanden diese aktuell geführt vor, mit allen Eintragungen zu den vorgebrachten gesundheitlichen Problemen. Die Mediziner in der Strafanstalt wurden gebeten, den Strafgefangenen Nawalny nochmals zu untersuchen.
 
Eine interessante, ergänzende Information veröffentlichten russische Medien am Sonntagnachmittag. Zwanzig russische Ärzte haben einen Offenen Brief geschrieben und gefordert, dass dem Strafgefangenen Nawalny sofort alle notwendige ärztliche Hilfe zuteil wird. Veröffentlicht wurde der Brief im „The Insider“.
 
Die Mediziner meinen, dass die Verschlechterung des Gesundheitszustandes von Nawalny im Zusammenhang mit der noch nicht ausgeheilten Nowitschok-Vergiftung im August 2020 stehen könnte.
 
Wenn dem so ist, so ist dies eine Möglichkeit für russische Ärzte, doch noch vorhandene Rückstände des tödlich wirkenden Giftes im Blut von Nawalny feststellen zu können – wenn es denn überhaupt Gift im Körper von Nawalny gegeben hat. Findet man keine Giftreste, so hat es keine Vergiftung gegeben und der jetzige Gesundheitszustand Nawalnys steht auch nicht im Zusammenhang mit der nicht stattgefundenen Vergiftung.
Eine weitere Vermutung, die die russischen Mediziner anstellen ist, dass Nawalny keine vollständige Rehabilitation in Deutschland nach der Vergiftung durchlaufen hat und es dadurch zu einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes gekommen ist.
 
Dies ist eine interessante Vermutung, denn wie wir wissen, hat Nawalny in Deutschland während seiner Rehabilitation einen aufwendigen Film produziert, der sicherlich eine große gesundheitliche Belastung hervorgerufen hat. Eine sehr leichtfertige Verhaltensweise, eines vom Tode erretteten Patienten. Somit wäre Nawalny an seinem jetzigen Gesundheitszustand selber schuld.
 
Die russischen Mediziner entwickeln dann ihre Gedanken weiter. Sie vermuten, dass sogar ein chirurgischer Eingriff nötig sein könnte und wenn dieser nicht erfolgt, könnte dies schwerste gesundheitliche Folgeschäden haben – bis hin zum völligen Versagen von Gliedmaßen.
 
Weiterhin gehen die Ärzte davon aus, dass die Nichtverabreichung der von Nawalny geforderten Spritze einer vollendeten Folter gleichzusetzen ist.
 
Die Autoren des Offenen Briefes fordern, dass Nawalny von Zivilärzten untersucht wird.
 
Wir können wohl davon ausgehen, dass der Märtyrer Nawalny, wie bereits einige Medien in Russland vermuten, heroisiert werden soll und im Rahmen der anstehenden Duma-Wahlen, aber insbesondere der im Jahre 2024 bevorstehenden Präsidentenwahlen, noch seine Rolle zu spielen hat. 
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Kommentare ( 2 )

  • Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 28. März 2021 20:55 pm

    Kennen wir dieses Theaterstück nicht schon? Ich glaube mich zu erinnern, das hieß damals "Julia, die Simulantin" und spielte 2013/2014 in der Ukraine vor dem Putsch und endete mit einer Wunderheilung mit dem Sieg der Putschjunta . Die Schurkenrollen spielten damals wie auch diesmal eine Bundeskanzlerin und damals noch ein Chariteárzt, Dr. med. Harms, der sich nicht entblödete offensichtlich vorsätzlich falsche Diagnosen zu stellen. Und wie es das Drehbuch für diese tragische heutige Kommödie will, spielt auch wieder die Charite´eine Rolle.
    Um den "gesundheitlichen Beschwerden" des Patienten Nawalny auf den Grund gehen zu können, wäre es doch wohl sehr hilfreich für ihn, wenn er den deutschen Behörden den Auftrag erteilen würde, die als vertraulich eingestuften Ergebnisse der Untersuchen des Patienten in der BRD an die russischen Behörden zu übergeben. Dann müßten die russischen Ärzte nicht so im Trüben fischen. Ich merke es schon, Ihr lacht Euch auch darüber schief.

  • Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 29. März 2021 02:47 pm

    Ich habe etwas vergessen, was wohl unbedingt dazu gehört.
    Woher weiß der "Patient" Nawalny den Namen der schmezstillenden Spritze „Declofinak“ ? Hatte er früher bereits Rückenbeschwerden oder Schmerzen in den Beinen? Wäre dies der Fall, dann hätte er seine "Leiden" vor der Aufnahme in den Strafvollzug verheimlicht. Warum?
    Aber daran glaube ich nicht. Er wird scheint gar nicht so aufgefallen zu sein, die Forderung, den Nawalny zwecks einer angeblichen OP in ein ziviles Krankenhaus zu verlegen. Nawalny hat offensichtlich keine oder nur wenige Möglichkeiten vom Knast aus auf den Wahlkampf zur Duma gar keinen oder nur wenig Einfluß nehmen zu können. In einem zivilen Krankenhaus wäre das besser. Da könnte er die Besuche seiner Firma empfangen, die ja eigentlich liquidiert ist, seiner Familie und Anwälte. Über alle Kanäle wäre eine Kontaktaufnahme zu seinen Anhängern möglich. Ansonsten wie ist es im russischen Strafvollzug? Dürfen die Sträflinge wirklich ein Handy haben?

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 29. März 2021 05:35

      ... ich versuche mal einen Beitrag über das IK-2 zu machen, in dem N. einsitzt ...

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