Как дело? Wie geht es Ihnen? NATO interessiert sich für den Kaliningrader Zustand

Как дело? Wie geht es Ihnen? NATO interessiert sich für den Kaliningrader Zustand

 

Stellen Sie sich vor, Sie wohnen in einem Mehrfamilienhaus. Mit Ihrem Nachbarn sind Sie nicht sehr befreundet – Guten Tag und Guten Weg. Und dieser Nachbar klopft im Verlaufe eines Jahres mehr als 800 Mal an ihre Wohnungstür und fragt: „Na, wie geht es Ihnen?“

 

 

Eine etwas ungewöhnliche Situation – nicht wahr? Und irgendwann werden Sie sich überlegen, was Sie mit einem derart lästigen Nachbarn machen. Nun, Sie könnten umziehen oder Sie könnten ihren Nachbarn einfach mal kurz einladen, damit er sieht, wie sie so leben und dann vielleicht Ruhe gibt.

Wir reden über die NATO und deren gesteigertes Interesse am Kaliningrader Gebiet. Der Kommandierende der Ostseeflotte, Alexander Nosatow gab TASS ein Interview und erzählte dort, dass NATO-Aufklärungsflugzeuge im Verlaufe des Jahres 2019 mehr als 800 Mal vor der Kaliningrader Haustür standen … in diesem Fall müsste man sagen: schwebten.

Mit großer Sicherheit kann man wohl behaupten, dass diese Aufklärer in Form von Flugzeugen und Drohnen ganz bestimmt nicht den fassadenrenovierten Leninski-Prospekt fotografierten oder das immer noch nicht rekonstruierte Haus der Räte. Und auch der Weihnachtsbaum, der, wie alle Jahre wieder, die Kaliningrader auf dem Platz des Sieges in Kaliningrad mehr oder weniger erfreut, wurde bestimmt nicht fotografiert.

„Aufklärungsflugzeuge westlicher Staaten befinden sich ständig im Luftraum und klären die Bereitstellungsräume der Ostseeflotte auf. Im Jahre 2018 registrierten wir 578 Aufklärungsflüge. In diesem Jahr sind es schon mehr als 800. Bei den Flügen von Kampfflugzeugen gibt es eine ähnliche Statistik. Hier registrierten wir um die 500 Flüge“, - wird der Admiral durch TASS zitiert.

Bemerkenswert ist die Formulierung des Admirals: „… Aufklärungsflugzeuge westlicher Staaten …“. Es geht also nicht nur um NATO-Flugzeuge. Es geht auch um Flugzeuge von Staaten, die nicht NATO-Mitglied sind, aber wohl doch ihr Vorgehen mit der NATO koordinieren.

Nosatow informierte, dass die Jäger der Ostseeflotte regelmäßig aufsteigen, um eine Verletzung der Luftgrenze durch diese ausländischen Aufklärer nicht zuzulassen. Man beobachte die Aktivität der NATO in allen einzelnen Phasen.

Zu welchen Erkenntnissen die NATO-Aufklärer konkret gekommen sind, ist natürlich offiziell nicht bekannt. Aber immerhin scheinen es Erkenntnisse zu sein, die den NATO-Generalsekretär Stoltenberg veranlassten, öffentlich zu erklären, dass er sich mit dem russischen Präsidenten Putin persönlich treffen will, um die Situation zwischen beiden Ländern zu bereden. Immerhin, so formulierte Stoltenberg, ist Russland der größte Nachbar der NATO und wird es auch immer bleiben.

Nun, Russland war schon immer der größte Nachbar aller Länder dieser Welt, denn es ist einfach, rein territorial, das größte Land. Das hat die NATO aber nicht daran gehindert, den Kontakt mit Russland defacto abzubrechen. Nun will der Generalsekretär der NATO dies sogar persönlich korrigieren. Also, irgendetwas muss da doch nicht ganz so laufen, wie die NATO es sich vorstellt.

Sollte es zu einem derartigen Treffen kommen, so könnte Russland gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Denn der russische Außenminister Lawrow hatte in der vergangenen Woche die Bereitschaft Russlands erklärt, den USA die Wirkungsweise des Raketensystems „Sarmat“ zu zeigen. Und warum sollte sich Stoltenberg nicht der amerikanischen Delegation anschließen?

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Kommentare ( 1 )

  • Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 25. Dezember 2019 20:22 pm

    Naja, ich weiß nicht. Der Büroleiter der Nato erklärt sich bereit, sich mit dem Präsidenten der Russischen Föderation zu treffen. An Selbstüberschätzung leidet "der Gute" wohl nicht. Er nutzte ja in der Vergangenheit die Gelegenheiten, viel und öffentlich zu reden. Aber Fakt ist doch wohl, daß er nichts zu sagen hat. Das Sagen, also die Entscheidungen werden doch immer noch in Washington und in New York an der Wallstreet getroffen. Dieser Herr Stoltenberg darf dann das Ergebnis der US-Überlegungen den anderen, die es hören wollen oder auch nicht, verkünden. Selbst die praktischen Entscheidungen unterhalb der politischen Ebene in den USA werden doch im Pentagon und vom Kommandeur der US-Streitkräfte in Europa getroffen. Da wird doch der Herr Stoltenberg wohl lediglich informiert.

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