Kaliningrad-Blockade – Rätselraten um Lösungsvarianten

Kaliningrad-Blockade – Rätselraten um Lösungsvarianten
 
Seit Samstag vergangener Woche gibt es eine Transportblockade gegen das Kaliningrader Gebiet. Während Litauen an der weiteren Komplettierung der Blockade arbeitet, denkt Russland über Antwortreaktionen nach. Varianten gibt es einige.
 
 
In Vorbereitung dieses Beitrages habe ich auf meinen Telegram-Kanal „Baltische Welle“ eine Umfrage gestartet und meine Leser und Zuschauer gebeten, mir mitzuteilen, wie Russland reagieren wird. Vier Antwortvarianten hatte ich vorgegeben:
 
  1. Eine diplomatische Reaktion, z.B. den Abbruch der diplomatischen Beziehungen
  2. Wirtschaftssanktionen gegen Litauen
  3. Wirtschaftssanktionen gegen die Europäische Union
  4. Einsatz des Militärs zur Schaffung eines Landkorridors zum russischen Mutterland.

 

 
Meine persönliche Vermutung geht dahin, dass Litauen, in vollem Bewusstsein, die Sanktionsbestimmungen übertrieben, ja sogar falsch ausgelegt hat, um Russland zu einer möglichst harschen, möglichst aggressiven Antwort zu treiben. Dies wiederum würde dem „leidgeprüften Litauen“, aber auch den beiden anderen baltischen Staaten Lettland und Estland die Möglichkeit geben, lautstark um weitere NATO-Hilfe gegen das aggressive Russland zu rufen, welches sich jetzt anschickt, das Land zu überfallen. Die NATO, die bisher mit doch, eher symbolischen militärischen Kräften im Baltikum präsent ist, hätte endlich einen Grund, größere militärische Verbände in die drei Mini-Staaten zu verlegen und würde natürlich dafür die volle Zustimmung der eigenen Bevölkerung erhalten. Die westlichen Medien sorgen bereits dafür, dass die Blockade und das russische „TamTam“ darum im rechten Licht dargestellt wird.
 
Ich glaube an keine militärische Lösung – zumindest nicht im jetzigen Stadium.
 
Litauen arbeitet an der weiteren Komplettierung der Sanktionen und das Atmen für Kaliningrad wird mit jeder Woche schwerer werden … bis letztendlich die Luft gänzlich abgeschnürt wird. Jede Transportmöglichkeit kann blockiert werden – egal ob zu Land, in der Luft oder zu See.
 
Wenn also Russland spürt, dass der NATO-Henker, den schon um das Kaliningrader Gebiet gelegten Strick weiter zuzieht und den Fuß hebt, um den Stuhl wegzustoßen, dann wird es – wie es jetzt modern ist zu sprechen – eine militärtechnische Lösung geben, völlig egal, ob der NATO-Bündnisfall ausgelöst wird oder nicht. Russland spürt, dass es zum Tode verurteilt ist und braucht somit den Tod nicht mehr zu fürchten. Mit jeder Handlung, die der Todeskandidat Russland unternimmt, kann das Leben nur verlängert werden. Und vielleicht kann es so verlängert werden, dass der Henker NATO in der Zwischenzeit an Altersschwäche oder einer anderen Schwäche stirbt.
 
Ich persönlich glaube, dass sich Russland zu einer kombinierten Antwort entscheidet.
 
Das Generalkonsulat Litauens in Kaliningrad wird wohl, ähnlich wie das polnische Generalkonsulat, personell heruntergefahren. Polen ist nur noch mit seiner Generalkonsulin vertreten, ähnlich wird man wohl mit Litauen verfahren und mit diesem Schritt sicherstellen, dass es Litauen, aber auch der NATO und anderen unfreundlichen Staaten jetzt schwerer fallen wird, Informationen in der geopolitisch empfindlichen Region zu sammeln und die Einflussagenten und Fünfte Kolonne, die es unzweifelhaft im Kaliningrader Gebiet gibt, qualitätsgerecht anzuleiten und zu betreuen. Damit einher gehen könnten Visaeinschränkungen für litauische Bürger nach Russland, insbesondere natürlich in das Kaliningrader Gebiet.
 
Dies dürfte dann schon wirtschaftliche Auswirkungen haben, denn wenn ein litauischer Unternehmer sein Unternehmen nicht mehr besuchen, kontrollieren und anleiten kann, dürfte sein Business bald vor dem AUS stehen. Wenn man das Ganze noch verbindet mit gesetzlichen Festlegungen, dass litauische Unternehmer kein Kapital, keine Dividenden, keine Überweisungen mehr ins Ausland tätigen dürfen, dürfte es sich um eine abgerundete Antwortsanktion handeln. Die litauische Wirtschaft ist in Kaliningrad stark vertreten.
 
Somit sind wir bei dem zweiten Komplex der kombinierten Antwort – den Wirtschaftssanktionen.
 
Im ersten Schritt wird sich Russland nur auf Wirtschaftssanktionen gegen Litauen beschränken und diese nicht auf die Europäische Union ausweiten, wohl wissend, dass die Auswirkungen der Rücklaufsanktionen in Europa so viel Schaden, auch ohne russisches Zutun anrichten werden, dass der Rest der Europäischen Union damit, vorerst genug gestraft ist.
 
Dies könnte sich ändern, wenn sich die weiteren Transportblockaden gegen Kaliningrad auf Energieträger, wie z.B. Ölprodukte, Benzin, Gas und Kohle ausdehnen – was bereits geplant ist und im August durchgesetzt werden soll.
 
 
Es sei daran erinnert, dass Kaliningrad durch eine Transitleitung über Litauen mit Gas versorgt wird – ein bedauerliches Versäumnis Russlands, weder beim Bau der Nordstream-1, noch beim Bau der Nordstream-2 einen Abzweig nach Kaliningrad eingeplant zu haben. Sollte Litauen, auf Weisung der Europäischen Union, diese Blockadeerweiterung umsetzen, so dürften wir am Rand eines Krieges stehen, der mit der Abschaltung der Gasversorgung Europas beginnt. In diesem Fall, wo es um Leben und Tod geht, dürfte Russland auf sein, immer noch gehegtes und gepflegtes Image pfeifen, Energieträger nicht als Waffe eingesetzt zu haben.
 
Welche konkreten Wirtschaftsblockaden gegen Litauen könnten erfolgen?
 
Russland wird den Transitverkehr von Fahrzeugen der baltischen Staaten durch sein Kaliningrader Gebiet verbieten. Litauen erhält sehr viele Waren aus der gesamten Welt, die dann über die litauischen Häfen im Transit durch Kaliningrad nach Westeuropa gebracht werden. Diese gesamte Logistik muss nun neu organisiert werden und die litauischen Häfen können versanden, mal von den Einnahmeeinbußen ganz abgesehen. Und die Waren werden natürlich für Westeuropa durch die neue Logistik teurer. Natürlich wird bereits kommentiert, dass kaum ein Fahrzeug durch das Kaliningrader Gebiet fährt und somit diese Sanktion keinen Schaden anrichtet. Wenn dem so ist, dann können sich die Litauer und natürlich auch die Westeuropäer freuen.
 
 
Eine weitere Möglichkeit ist, Litauen vom gemeinsamen Stromverbund BRELL abzuschalten. Dieser Stromverbund verbindet die Länder Russland, einschließlich Kaliningrad, Weißrussland und die drei baltischen Staaten. Man beliefert sich gegenseitig und gleicht Stromschwankungen innerhalb dieses Systems aus. Schon lange planen die baltischen Staaten aus diesem System auszusteigen, haben aber technische Probleme. Kaliningrad hat diese technischen Probleme bereits gelöst und kann ohne diesen Stromverbund sich selber versorgen. In dieser Woche erfolgt ein nochmaliger, nicht geplanter Test der Arbeitsbereitschaft, was stark darauf hindeutet, dass Kaliningrad sich entscheiden könnte, nicht mehr das BRELL-System zu nutzen. Damit ist es unterbrochen und die baltischen Staaten haben Energieprobleme.
 
Natürlich wurde auch diese Variante bereits kommentiert und man beteuerte, dass der Strombezug aus Russland durch die drei baltischen Staaten kaum der Rede wert ist. Wenn dem so ist, so kann man sich für Litauen, Lettland und Estland nur freuen.
 
Sie, als vermutliche Konsumenten der staatlich gelenkten deutschen Medien, werden die Argumentation Russlands zur Blockaderegelung wohl nicht kennen. Ich fasse sie kurz zusammen.
 
Eine Reihe von westlichen Staaten hat über 10.000 Sanktionen gegen Russland verhängt. Diese Sanktionen beinhalten, dass keinerlei Waren und Dienstleistungen nach Russland reindürfen und auch nicht aus Russland rausdürfen. Soweit, so klar.
 
Aber bei der jetzigen Situation geht es nicht um Im- und Export, sondern um Transporte innerhalb Russlands, wenn auch unter Nutzung eines Transitkorridors. Es wird Ware aus dem russischen Mutterland in die russische Region Kaliningrad transportiert und umgekehrt.
 
Litauen hat sich bei seinem Beitritt zur Europäischen Union und zur NATO in Verträgen schriftlich verpflichtet, diesen Transit zu garantieren. Jetzt sind diese schriftlichen Vereinbarungen nichts mehr wert und man versucht in und um Kaliningrad eine Situation zu schaffen, die zu einem Krieg in ganz Europa führen kann und wird.
 
Sie, meine lieben Zuschauer und Leser, haben jetzt noch die Chance, bis 10. August diesen Krieg zu verhindern, indem Sie Ihre, außer Rand und Band geratenen europäischen Politiker aufrufen, zur Realpolitik zurückzukehren. Erfolgt dies nicht und Kaliningrad gerät in die vollständige Blockade und eine Million Menschen müssen um ihr Leben kämpfen, wird es ganz bestimmt keinen kalten Winter in Europa geben, sondern einen ganz heißen Sommerausklang, nach dessen Ende sich niemand mehr Gedanken machen muss, ob die Gasvorräte ausreichen oder nicht.

 

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Kommentare ( 11 )

  • Manfred SCHARTOW

    Veröffentlicht: 23. Juni 2022 09:40 pm

    Also Erichowitsch ,warum drohen sie denn ihre USER.
    Ich bin überzeugt, dass die russische Führung eine Antwort ohne Kriegsgebahren finden wird und damit noch mehr Menschen in der EU überzeugen wird, dass Russland ein sehr souveräner Staat ist.
    Es wird wohl eher so sein, dass ab Herbst sich die Wut der Bürger in Westeuropa so weit steigern wird, dass dann nicht nur die bunten Blätter fallen.
    Die deutsche Regierung und ihre fraktionsgezwungenen Abgeordneten rudern doch schon im Kreise und kommen nicht vorwärts, selbst wenn sie jetzt zeitweise die Kohleverstromung wieder priorisieren.
    Allerdings gefällt mir das Handeln Russlands in der Ukraine immer weniger. Aus der Geschichte der Sowjetunion und auch Russlands ergeben sich Hinweise, wie die russische Armee innerhalb weniger Tage die ganze militärische Infrastruktur und mit wenigen bedauerlichen menschlichen Opfern von Drittländern blockierte. Damit beginnt man eine "Befreiung" von Neo-Nazismus und Korruption. Zerstörung schafft Haß

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 23. Juni 2022 10:01

      ... ich weiß nicht, welche Informationsquellen über die Ukraine-Ereignisse Sie nutzen. Ich nutze russische Quellen und die berichten nur über Zerstörung von Objekten, wie z.B. Wohnhäuser, Schulen, Krankenhäusern, Kindergärten, Einkaufszentren, wenn sich dort militärische Strukturen eingerichtet haben und diese bekämpft werden müssen. Die deutschen Nachrichtenquellen die ich verfolge, verzichten leider häufig auf die lästigen Zusatzinformationen, dass die Schule, der Kindergarten, das Krankenhaus schon längst mit mehr zweckbestimmt genutzt wird. Das führt dann zu Mißverständnissen bei dem nicht-russischsprachigen Medienkonsumenten.

  • Vogonendichter

    Veröffentlicht: 23. Juni 2022 10:16 pm

    10.000 Sanktionen in über 100 Wellen und das nicht erst seit dem "Einmarsch" in die Ukraine.
    Russland kann machen was es will, es wird immer weiter an der Eskalationsschraube gedreht.
    Es gibt nicht eine Einzige Sanktion des Westens, egal gegen Wenn, die im Einklang mit dem Völkerrecht ist. siehe zB Kuba seit ca 60 Jahren unter Embargo des Westens und keinen stört es.
    Trotzdem würde ich nochmal Antwort 5 benutzen. -> den Weg über die UNO !
    Das eben auch alle anderen Staaten sehen, was passiert und das Sie als nächstes dran sein könnten, wenn keinerlei Verträge überhaupt noch eingehalten werden.
    Taiwan zB sollte sich das Spiel ganz ganau ansehen. Denn die werden genauso geopfert wie die Ukraine oder Baltikum.
    Ich vermute mal, das der nächste Schritt, eine Seeblokade durch die Nato sein wird. Jetzt wo Finnland und Schweden quasi offiziell zum Klub der Befehlsempfänger, ähm Schutzbefohlenen gehören.
    Das immer nur ein US-General der Oberbefehlshaber der Nato war, sagt eigentlich schon alles

  • Manfred SCHARTOW

    Veröffentlicht: 23. Juni 2022 11:08 pm

    Sie als ausgebildeter Militärführer sollten doch wissen, dass man auf alle Fälle 1. Entscheidungszentren des Gegners ausschaltet.
    Aber was macht Russland? Es droht lediglich damit. Statt der Entscheidungszentren, werden die Wohnungen der zu Befreienden zerstört, weil die Entscheidungszentren entscheiden können, dass der Russe dort bekämpft wird.
    Die zu " Befreienden", auch die der russisch sprechenden Ethnie, erleben einen 7/24 andauernden Dauerbeschuss.
    Und die bereitst" Befreiten" im Donbass erleben, dass laut Entscheidung aus den ukrainischen Entscheidungszentren, diese wiederum mit entsprechender Militärausrüstung traktiert werden.
    Okay...die Zerlegung der Verkehrsknotenpunkte, Waffenlager und Depots gehört auch dazu. Aber wie kann es sein, dass nun NATO - Technik im umfangreichen Maße noch an die Frontlinie gelangt? Und vor allem, wie kann es sein, dass sich die ukrainischen Panzer noch bewegen, wo doch die Treibstoffproduktion eingestellt wurde.
    Siehe auch strana.ua.

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 23. Juni 2022 11:44

      ... ich habe meine militärische Laufbahn 1990 beendet und Gerassimow war noch nicht in unserer Sauna und saß auch noch nicht neben meinem Kamin, so dass ich Ihnen Ihre Fragen nicht beantworten kann. Ich möchte mich nicht in die Reihe deutscher allwissender Militärs einordnen, die sich jetzt in den deutschen Medien zeigen. Ich habe einfach Vertrauen, dass alles getan wird, um die gestellten Ziele zu erreichen. Wichtig ist, dass ich mich zum Glück durch die deutschen Medieninformationen nicht beeinflussen lasse, die wesentliche Fakten geschickt "einsparen".

  • Manfred SCHARTOW

    Veröffentlicht: 23. Juni 2022 12:06 pm

    Ich habe heute mal etwas Zeit. Beteilige mich aktiv an der geforderten Energieeinsparung im wertschöpfenden Bereich.

    Die Darstellungen und Nachrichten in den hiesigen staatsnahen Medien meide ich auch weitestgehend.
    Kann es vielleicht sein, dass ehemalige Schüler von Gerassimow die Strategie und Taktik in den russischen und ukrainischen Entscheidungszentren mit bestimmen?
    Es gibt doch offenbar direkte Kommunikation. Wenn von russischer Seite die Liquidierung nur angedroht wird, bleibt es beim Leiden der Menschen in den Wohngebieten und Schützengräben.
    Die führende Nomenklatura der US NATO, Ukraine und Russland führen offiziell eine Propagandaschlacht. Doch intern...?
    Der ganze Reisetourismus nach Kiew, also eine intakte Transportroute, nicht nur für die westliche Nomenklatura....das ist doch alles nicht mehr nachvollziehbar. Da hat doch jeder Sofageneral seine Zweifel.
    Und jetzt noch der Skandal mit dieser Taira aus dem ASOW -Regiment. GerneralLtn. Konaschenko wird unglaubwürdig

  • Bastian Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 23. Juni 2022 14:12 pm

    "Litauen erhält sehr viele Waren aus der gesamten Welt, die dann über die litauischen Häfen im Transit durch Kaliningrad nach Westeuropa gebracht werden."
    Allen Ernstes, daß wäre ja ein Riesen-Umweg, wenn die Waren erst von West nach Osten geschippert und dann auf dem Landwege wieder zurück nach Westeuropa gefahren werden. Und das dann auch noch durch russisches Gebiet. Das es Warenströme gibt, ist ja nicht auszuschließen, aber die werden eben dann nicht in Klaipeda sondern in Polen oder in deutschen Ostseehäfen angelandet .
    Das Ergebnis wird sein, daß Kaliningrad die Transitgebühren verliert. Die litauischen Häfen verlieren an ziviler Bedeutung. Die Häfen von Lettland und Polen werden an Bedeutung gewinnen. Die Großschnauze Landsbergis wird sich über ein stetig wachsendes demografisches Minuswachstum freuen können. Die durch diese Maßnahmen freigesetzten jungen Litauer werden es ihren etwas älteren nachtun, das Ränzlein schnüren und sich woanders in der Welt ansiedeln.

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 23. Juni 2022 14:38

      ... wir sind angewiesen auf die Informationen, die wir aus den baltischen Republiken und die wir aus Russland/Kaliningrad erhalten. Beide Aussagen sind diametral entgegengesetzt. Anscheinend ist die bisherige Logistik einfach preiswerter gewesen, d.h. Anlandung in baltischen Häfen und Weitertransport auf dem Landweg. Wenn dies nun nicht mehr möglich ist, werden die baltischen Häfen bald nicht mehr ausgelastet sein. Die Ware, die über den neuen Logistikweg nach Europa läuft, wird teurer ... schauen wir doch ganz einfach mal ...

  • Manfred SCHARTOW

    Veröffentlicht: 23. Juni 2022 21:22 pm

    Da werden wohl vor allem fiskalische Aspekte eine Rolle spielen. Ich denke da, an die Abzocke der Mehrwertsteuern etc.
    Und es werden wohl auch EU Subventionen fließen, wenn die Ware(möglicherweise auch umdeklariert,) als Produkte aus dem Förderland Litauen, Lettland oder Estland kommt. Und diesen Waren kann man mehrfach hin- und herschieben und dann die MwST Erstattung erhalten.
    Damit wird dann ein EU subventionierter Vorteil im Handelsgeschäft ggü. Mitkonkurrenten geschaffen.

  • Müller-Thurgau

    Veröffentlicht: 23. Juni 2022 23:05 pm

    Die litauische Blockade ist in Wirklichkeit eine EU-Blockade, eigentlich eine NATO-Provokation. Rußland müßte daher an Sanktionen gegen die ganze EU denken. Allerdings ist zu bedenken, daß dann als Gegenzug mit ziemlicher Sicherheit die Gasleitung nach Kaliningrad unterbrochen wird. Wenn Rußland in der Lage ist, auch das irgendwie zu verkraften, sollte es jetzt hart gegen die EU vorgehen. Falls Kaliningrad den Gasausfall nicht ausgleichen könnte, was ich vermute, und Rußland nicht hart reagiert, wäre trotzdem damit zu rechnen, daß die Gasunterbrechung früher oder später als Waffe gegen Rußland eingesetzt wird. Die Lage ist also prekär, Rußland *soll* immer weiter in die Enge getrieben werden, wie schon im Fall des Donbass. Wenn ich mich nicht täusche, sehe ich am Horizont einen Krieg aufziehen.

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 24. Juni 2022 05:21

      ... Kaliningrad hat sich rechtzeitig auf einen Abbruch des Gastransits durch Litauen vorbereitet - auch wenn es keine Ideallösung ist. Ansonsten schauen wir Beide wohl in die gleiche Zukunft.

  • Anton Amler

    Veröffentlicht: 24. Juni 2022 09:09 pm

    Die in den beiden Vorkommentaren geäußerten Befürchtungen sind ja nicht von der Hand zu weisen, aber jeder Pilot kennt auch den Punkt, an dem ein Start nicht mehr abgebrochen werden kann.
    Ich weigere mich zu glauben, daß an den wirklichen Hebeln im Westen nur inkompetente Leute ohne volle Kenntnis ihres Tun`s sitzen.
    Der dumm arrogante US Normalo mag an die Unbesiegbarkeit der NATO glauben, aber nicht der 4-Sterne General mit gediegenem Wissen, der gegebenenfalls auch über Kampferfahrung in einer kommerziellen Auseinandersetzung mit heimatverteidigenden,kleinen Asiaten, sammeln durfte.
    Rußland hat die Türkei nicht angegriffen, als diese den Jet abschossen.
    Es gibt da ein Spiel, das die Nato bislang weitgehend unbestraft spielt, wenn man vom Abschuß der koreanischen Maschine absieht.
    Die Russen haben jetzt ein Kriegsschiff gut, und es würde mich nicht wundern, wenn bei nächster Gelegenheit ein mehrere Hundert Millionen teures, nationale Interessen stark bedohendes Aufklärungsflugzeug,

  • Anton Amler

    Veröffentlicht: 24. Juni 2022 09:51 pm

    kollateral vom Himmel stürzt.
    Gesponserte Weltproteste flammen auf, (so was können nur Russen machen), Drohungen werden ausgesprochen, Noten ausgetauscht - aber was wirklich wichtig ist:
    Die Erkenntnis, daß man den Start abbrechen muß !!!
    Der "Zweitschlag" ist dann nicht vermeidbar !!!
    Wir stehen also keinen Selbstmördern gegenüber, sondern verwöhnten Konsumenten, die keinen Verzicht kennen, schon garnicht zum Preis des eigenen Lebens.
    Auch wenn die Medien uns laufend einen hochgefährlichen Eindruck über die militärische Schwäche Rußlands vermitteln, die NATO schöpft aus den Ereignissen in der Ukraine ganz sicher andere Erkenntnisse.
    Wie schon mal gesagt:
    Noch ist Rußland ergebnisarm bemüht, schonend zu überzeugen.
    Krieg nach US Art könnten die auch, und der sähe dann ganz anders aus !
    Ungeachtet dessen MÜSSEN jetzt Gegensanktionen dem Westen verdeutlichen, daß das Geschwafel über Energieabhängigkeit, die nie ausgenutzt wurde, in den nächsten Jahren nicht vertretbar zu beseitigen ist

  • Anton Amler

    Veröffentlicht: 24. Juni 2022 10:05 pm

    Man spare sich bitte Kommentare, in denen man mich wegen der in Aussicht gestellten Kollateralschäden an den Pranger stellt!
    Russische Eltern hatten auch Kinder auf einem Kriegsschiff, das nur durch Beteiligung von nicht ukrainischen Kräften zu Schaden kommen konnte!
    Das wird nicht vergessen, und auch nicht "friedlich, in gutem Miteinander" - hoffentlich muß ich diese Formulierung nie mehr lesen -gelöst werden!

  • Bastian Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 24. Juni 2022 14:21 pm

    Das hat aber eine ganze Weile gedauert, bis bei Anton Amler das Überdruckventil am Dampfkessel hoch ging.
    Aber Recht hat er, vollkommen.

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