Kann Russland das Geld der deutschen Sparer retten?

Kann Russland das Geld der deutschen Sparer retten?

Das Morgenmagazin von ARD/ZDF informierte am 19. August die, vermutlich erschrockenen, deutschen Zuschauer mit der Mitteilung, dass die sparsamen Deutschen mit jedem Jahr ärmer werden, obwohl sie jedes Jahr kräftig sparen. Und wenn die Deutschen nicht investieren, werden sie bald, wegen zu viel Geld auf den Konten, durch die deutschen Banken bestraft.

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Das Morgenmagazin informierte, dass die Deutschen in den letzten vier Jahren rund 500 Milliarden Euro, zu den schon vorhandenen 2.000 Milliarden Euro gespart haben.

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Und man erinnerte die Deutschen daran, dass es auch in Deutschland eine Inflation gibt, eine kleine Inflation von 1,7 Prozent. Aber durch die defacto „Null“-Verzinsung der Bankeinlagen, findet eine jährliche Entwertung der Spareinlagen statt. Theoretisch wäre es also so, dass in rund 50 Jahren der Deutsche für seine heutige Spareinlage nichts mehr kaufen kann.

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Und es kommt noch schlimmer, denn das Morgenmagazin informierte, dass bereits rund 100 Banken in Deutschland von ihren Kunden Gebühren für die Lagerung ihres Geldes auf den virtuellen Konten verlangen.

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Und an der Stelle wurde ich nachdenklich und überlegte, ob Russland vielleicht den Deutschen helfen könnte nicht nur ihr Geld zu retten, sondern vielleicht auch noch richtig schönes Geld zu verdienen.

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Und ich kam zu dem Schluss, dass ein Deutscher in Russland schon die Möglichkeit hat, Geld zu verdienen. Man muss diese Möglichkeiten allerdings mit kühlem Kopf durchrechnen.

Eine der Möglichkeiten wäre eine Festgeldanlage und eine attraktive Verzinsung von bis zu sieben Prozent. Aber, wie immer, gibt es natürlich die kleinen „Unterwassersteine“, wie der Russe zu sagen pflegt. Es gilt auch in Russland das Prinzip: Je höher die Zinsen, um so höher auch das Risiko.

Reden wir zuerst über das passive Geldverdienen, d.h. dem ganz schnöden Festgeld, welches es auch, allerdings unter einer anderen Bezeichnung, in Russland gibt.

Jeder Ausländer kann ein Konto in Russland einrichten. Dazu ist die persönliche Anwesenheit notwendig, der Reisepass mit notariell beglaubigter Übersetzung und die Migrationskarte. Da Kaliningrad seit 1. Juli 2019 die Möglichkeit der Einreise mit dem kostenlosen elektronischen Visum geschaffen hat, kann man also günstig anreisen, um ein Konto anzulegen.

Bleibt die Frage zu klären, wie das Geld nach Russland geschafft werden kann. Eine Variante ist, es einfach Cash mitzuführen. Sollten es Summen über 10.000 Euro sein, so müssen diese Summen sowohl beim deutschen, respektive polnischen, respektive litauischen, wie auch beim russischen Zoll deklariert werden. Das Problem ist, dass man natürlich niemals sicher sein kann, ob auch alle Zöllner verschwiegen sind, oder eventuell mit kriminellen Strukturen zusammenarbeiten.

Eine Überweisung ist nicht möglich, da ja noch kein Konto in Russland existiert. Ein Ausweg wäre, eine Vertrauensperson zu haben, dessen Konto man als temporäres Transitkonto nutzen könnte.

Die Überweisung von Deutschland nach Kaliningrad kann schnell gehen – zwei Tage. Zwei Tage deshalb, weil es keine direkten Bankverbindungen zwischen deutschen und russischen Banken gibt und somit i.d.R. amerikanische Banken, i.d.R. die Bank of New York, zwischengeschaltet werden. Aber die Überweisung kann auch zwei Wochen dauern, nämlich dann, wenn deutsche Behörden – es sei dahingestellt, welche Behörden das sind – meinen, sich mit Geldüberweisungen nach Russland und hierbei insbesondere nach Kaliningrad, beschäftigen zu müssen.

Das nächste Problem ist, dass Russland zwar über einen Bankeinlagensicherungsfond verfügt, dieser aber nur Summen bis zu 1,4 Mio. Rubel versichert, also rund 19.000 Euro. Dies ist für eine effektive Geldanlage in Russland – zumindest meiner Meinung nach – zu wenig.

Gegenwärtig läuft noch der Bankendisziplinierungsprozess in Russland, d.h. die Liquidierung krimineller und unprofessioneller Banken. Im Jahre 2020 wird dieser Prozess abgeschlossen sein und Russland hat dann 500 Banken weniger, als noch im Jahre 2013.

 

 

Vielleicht überlegt sich die Zentralbank bis dahin, die Versicherungssumme von 1,4 Mio. auf 14 Mio. anzuheben. Das würde mit Sicherheit viel Geld aus den dunklen Kopfkissen-Gefilden und aus Großmutters Sparstrumpf hervorlocken.

Aber bis dahin muss man sich eben mehrere Banken für eine Geldanlage suchen, um das Verlustrisiko auszuschließen. Kaliningrad verfügt gegenwärtig über 40 russische Banken mit diversen Filialen. Es bleibt aber ein mühseliger Vorgang, denn jede Bank hat eine andere Verzinsung und andere Bedingungen. Die effektive Verwaltung derartig gesplitteter Finanzanlagen bringt zwar 100prozentige Sicherheit, aber ist natürlich mühselig.

 

 

Legt man Geld an, muss man sich entscheiden: Valutaanlage oder Rubelanlage. Eine Valutaanlage (also Euro oder USD) bringt gegenwärtig ähnliche Zinsen wie in Deutschland – also bis zu einem Prozent. Es macht also wenig Sinn. Eine Rubelanlage bringt bis zu sieben Prozent.

Entscheidet man sich für eine Rubelanlage, muss man sich des Kursrisikos bewusst sein, denn der Rubelkurs kann sich so entwickeln, dass man am Ende der einjährigen Festgeldanlage trotzdem kein Geld verdient hat, weil die Zinsen, durch den veränderten Wechselkurs, aufgefressen worden sind.

 

 

Kurz und gut, für denjenigen, der nicht vor Ort lebt und sehr schnell auf Entwicklungen des russischen Finanzmarktes reagieren kann, lohnt sich eine Anlage bei einer russischen Bank gegenwärtig nicht. Selbst wenn man eine Vertrauensperson vor Ort hat, die einem diese Sorge abnimmt, rechnet es sich nicht, denn auch diese Person arbeitet nicht zum Null-Tarif.

Steht also die Frage, wie man sonst noch Geld in Russland verdienen kann.

Und hier scheint der Bereich der Mietwohnungen immer mehr an Attraktivität zu gewinnen, insbesondere in Kaliningrad.

Machen wir eine vorsichtige, pessimistische Rechnung.

Der deutsche Investor kauft eine Ein-Raum-Wohnung – die liquideste Immobilie für eine Vermietung. Benötigt wird ein Kapital von drei Millionen Rubel (42.000 Euro) für eine möblierte Wohnung.

Gegenwärtig erzielt man eine Kaltmiete von 15.000 Rubel in Kaliningrad. Rein theoretisch hätte sich die Investition somit nach 200 Monaten, also 17 Jahren amortisiert, ausgehend davon, dass es zu keinerlei Mietanpassungen kommt. Allerdings haben wir Steuern, Verwaltungsgebühren und sonstige Kosten vernachlässigt, die nicht auf den Mieter umgelegt werden können. Berücksichtigen wir diese, so müssen wir, pessimistisch gerechnet, 30 Prozent der Kaltmiete hierfür aufwenden. Es verbleibt also eine reine Netto-Miete von 10.000 Rubel im Monat, 120.000 Rubel im Jahr. Dies würde einer Verzinsung von vier Prozent entsprechen, einer Verzinsung, die wohl in absehbarer Zeit in Deutschland kaum zu erwarten ist.

Hinzu kommt, dass die Immobilie wohl kaum an Wert verlieren wird. Somit haben wir, neben den realen Zinseinnahmen, auch noch einen Wertzuwachs für die Immobilie – zwischen zwei bis fünf Prozent jährlich.

Es würde sich also lohnen, für Deutsche, die mit ihrer Finanzsituation in Deutschland unzufrieden sind, über eine Alternative in Russland, insbesondere im Immobilienbereich nachzudenken.

Was der Deutsche bei seinen Überlegungen nicht vergessen sollte ist, dass es zwischen Russland und Deutschland ein Abkommen zum Austausch von Bankdaten gibt, d.h., wer glaubt, dass er in Russland Geld anlegen oder verdienen kann, ohne dass das deutsche Finanzamt davon erfährt, der irrt. Aber es gibt mit Sicherheit Möglichkeiten so zu arbeiten, dass weder Gesetze in Deutschland, noch in Russland verletzt werden und die Seele trotzdem in den Himmel springt, wenn das Gold im Säckel klingt.

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