Kasachstan – Glied in der ausländischen Würgekette gegen Russland

Kasachstan – Glied in der ausländischen Würgekette gegen Russland
 
Die aktuellen Ereignisse in Kasachstan ähneln dem Szenario in der DDR, der Ukraine, Weißrussland. Und irgendwie ähneln sie auch den Ereignissen in Russland in den Jahren 2011/2012 und ein wenig auch im Januar und Februar 2021.
 
 
Ein guter Bekannter sagte mir einmal im Verlaufe eines „intensiven“ Gespräches: Uwe, es gibt keine Zufälle im Leben, schon gar nicht im politischen Leben.“ Prinzipiell hat er recht – so meine Meinung. Und so glaube ich nicht, dass aus einem relativ nichtigen Anlass heraus, Revolutionen, Aufstände und Kriege entstehen.
 
Es ist längst für alle sichtbar, dass die westlichen Demokratien, vereint in der NATO, alles unternehmen, den Strick um den Hals Russlands immer enger zu ziehen. Die Ukraine war eine sehr schmerzhafte Erfahrung für Russland. Schmerzhaft deshalb, weil es sich eigentlich um das Land handelt, welches, gemeinsam mit Weißrussland, ideal geschaffen ist, in einer großen Gemeinschaft viel für die Menschen in dieser Gemeinschaft tun zu können.
 
Die Ereignisse in Weißrussland hatte man dann schon besser, … nein, ich würde anders formulieren, … hatte man konsequenter im Griff. Ich hatte den Eindruck, als ob es weder Weißrussland noch Russland wirklich interessierte, welche Meinungen und Besorgnisse man im Westen zu den Vorgängen in Minsk hatte. Man tat einfach was getan werden musste, um die staatliche Ordnung zu gewährleisten. Und es zog wieder Ruhe ein.
 
In Kasachstan reagierte man schon wie ein absoluter Profi – schnell und mit allen Konsequenzen. Niemanden in Russland interessieren irgendwelche Meinungen und Besorgnisse und Appelle aus dem Westen.
 
Wer die Möglichkeit hat, auch die Berichterstattung aus Originalquellen mitzuverfolgen und nicht nur die tendenziöse Berichterstattung deutscher Medien, wird ein paar Nuancen feststellen, die vielleicht zum Nachdenken anregen.
 
Es begann in Kasachstan alles damit, dass die Gaspreise um 100 Prozent angehoben worden sind. Ein unerhörter Vorgang. Preisanhebungen sind normal, sie passieren überall in der Welt, aber um 100 Prozent ist eine Unverschämtheit. Da gibt es überhaupt nichts schönzureden.
 
Heute informieren die russischen Medien, dass Untersuchungen eingeleitet worden sind, um festzustellen, wie es dazu überhaupt kommen konnte und man hat festgestellt, dass es zwischen drei oder vier der größten Gasproduzenten wohl Preisabsprachen gegeben hat. Bewiesen ist noch nichts, aber ein Anfang ist gemacht.
 
Man sollte mal schauen, wer denn die wirklichen Besitzer dieser Konzerne sind, wo sich diese aufhalten und ob es nicht eine gutdurchdachte Aktion war, um das Volk auf die Straße zu bringen. Hätte alles geklappt, wäre Kasachstan ein weiterer Anwärter auf die NATO-Mitgliedschaft, zumindest jedoch assoziierter Partner geworden, auf dessen Territorium man Raketen stationieren könnte, die natürlich nicht gegen Russland, sondern gegen andere imaginäre Feinde gerichtet sind.
 
Erinnern wir uns, dass die ersten Proteste sich nur gegen die Preisanhebung richteten. Die Proteste sahen da noch aus wie Proteste und natürlich konnte man die Bevölkerung verstehen. Die Regierung reagierte schnell und nahm die Preiserhöhung zurück. Damit hätte man sich doch zufriedengeben können – oder?
 
Man gab sich aber nicht zufrieden, sondern begann die Proteste in eine neue Qualität zu lenken. Regierungsgebäude wurden angesteckt, die Zentrale des kasachischen Sicherheitsdienstes (sprich die Normannenstraße in Berlin) wurde gestürmt, bisher 13 Polizisten wurden getötet, davon zwei enthauptet. Geschäfte wurden geplündert, der Flughafen gestürmt, TV-Sender besetzt. Wozu das alles, wenn es doch nur um die Rücknahme der Preiserhöhung ging.
 
Und das machen alles ein paar Bürger, die empört sind über die hohen Gaspreise? Schwer vorstellbar.
 
Kasachstan hat seine Flughäfen und Landgrenzen dicht gemacht. Kein Ausländer darf mehr in das Land. Man hat bereits eine ganze Reihe von besonders aktiven Aufrührern festgenommen und mit Erstaunen festgestellt, dass man nicht weiß, woher diese Leute kommen. Niemand kennt sie in Kasachstan.
 
Man glaubt auch irgendwie lenkende und leitende Strukturen zu erkennen. Daraus entstand dann die Vermutung – noch ist nichts bewiesen, denn die Verhafteten werden wohl gegenwärtig noch befragt – dass auch diese Aktion, wie in Weißrussland, wie in der Ukraine, von außen gesteuert wurde.
 
Man spricht, dass Kasachstan ein autoritär regiertes Land ist. Wenn wir dies einfach als richtigen Fakt stehen lassen, so steht für mich die Frage, wie es denn sein kann, dass den dortigen Sicherheitskräften nicht aufgefallen ist, dass sich irgendetwas zusammenbraut. Wo hatte der kasachische Sicherheitsdienst seine Augen und Ohren. Aber auch andere, befreundete Dienste scheinen nichts bemerkt zu haben und dies zu einer Zeit, wo doch alle hochsensibilisiert sind.
 
In der Zwischenzeit sind die ersten Truppen aus Russland und Weißrussland in Kasachstan eingetroffen. Auch Armenien hat grünes Licht für seinen militärischen Beitrag gegeben. Bei den russischen Truppen handelt es sich um Eliteeinheiten der Luftsturmtruppen. Wer diese Truppen kennt, weiß, dass man auf die vollständige Wiederherstellung der Ordnung in Kasachstan wohl keine sieben Tage mehr warten muss.
 
Der Chef von RosKosmos Rogosin informierte, dass der russische Weltraumbahnhof Baikonur unter besonderen Schutz gestellt wurde.
 
Es sieht so aus, als ob die kasachische Armee und Polizei ihren Fahneneid erfüllen. Man versprach radikal gegen die Marodeure vorzugehen. Niemand gibt sich mehr Mühe, nach freundlichen, wohlklingenden Worten zu suchen, um die Vorgänge in einem seichteren Licht darzustellen. Wer mit einer Waffe angetroffen wird und diese nicht niederlegt, wird liquidiert. Russische Medien berichten über dutzende von derartigen Fällen.
 
Lukaschenko forderte, dass alle Aufrührer sich vor dem Militär auf die Knie herabzulassen haben.
 
Der Generalsekretär des Verteidigungsbündnisses informierte, dass die Truppen des Bündnisses nur wenige Tage oder Wochen in Kasachstan verbleiben werden. Man wird die vollständige Ordnung wieder herstellen und dann alle Truppen aus dem Lande abziehen.
 
 
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Kommentare ( 5 )

  • Eckart

    Veröffentlicht: 6. Januar 2022 23:56 pm

    Besonders den Gas und Öl Oligarchen aus der Nasarbajew Ära fliegen in Kasachstan jetzt die Früchte ihrer hemmungslosen Gier um die Ohren. Den letzten einfachen Kasachen ist klar geworden, dass dieses Oligarchengesindel sich jetzt sogar daran machen wollten die Öl und Gas Ressource westlichen Hyänen zugänglich zu machen, um sich so die Taschen auf einem noch höheren Niveau weiter zu füllen. - Die Geldgier dieser Typen hat nun das Fass zum überlaufen gebracht, und jetzt ist alles nur noch am überkochen. ----- (Den Russen müsste das doch alles aus der Jelzin Ära noch geläufig sein - alles schon vergessen, oder einst gar nicht begriffen ?)

  • Bastian Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 7. Januar 2022 01:36 pm

    Ich bin da für den Anfang des Berichts ein bisschen anderer Meinung. Aber Uwe, unser Fleißmensch, der weiß das schon. Diese ganze Geschichte geht eigentlich schon viele Jahre, daß sich die kasachischen Nationalisten gegen Nasarbajew wendeten und russophobe Anwandlungen hatten. Nasarbajew hatte sich in der Vergangenheit ähnlich wie Lukaschenko verhalten. Er meinte wohl auch, daß er der Größte und Schlauste sei, mal mit dem Westen und mal mit Rußland flirtet, um irgendwelche kleineren Vorteile zu erhaschen. Vor einigen Jahren hieß es mal, daß eine Gruppe Nationalisten ausgehoben worden wäre, die einen Anschlag auf den Großen Nursultan vorbereitet hätten.
    Erst wurde aus Almaty eine Millionenmetropole aus dem Boden gestampft und dann eine neue "fantastische" Hauptstadt mit sehr viel Geld faktisch aus dem Nichts gezaubert.
    Ehrlich, ich kann es wirklich nach Syrien und Kiew nicht verstehen, daß in Nursultan nicht schon vor zwei Jahren lautstark die Glocken geläutet haben.

  • Bastian Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 7. Januar 2022 01:50 pm

    Fortsetzung; Denn lt. dem sogenannten Revolutionshandbuch von Gene Sharp und den Aktivisten von OTPOR braucht es eine Vorbereitung eines Putsches ca. 2 Jahre, Diese Strukturen müssen mit Unterstützung der im Lande agierenden ausländischen NGOs als GD-Residenturen erst einmal Netzwerke geschaffen und geeignete Kader zur Gehirnwäsche und Qualifizierung für höhere Aufgaben nach dem erfolgreichen Putsch ins westliche Ausland geschickt werden. Das läuft natürlich unter Legendierung eines angeblichen Studiums oder ähnlich. Daß es auch in Kasachstan so war, ist an den plötzlichen und fast gleichzeitigen Ausbrechen der "Unruhen" in fast allen größeren Städten zu erklären. Es gibt weitere Merkmale. Was mich verdammt stutzig macht, daß die kasachischen Dienste angeblich nichts mitbekommen haben wollen. Da besteht wohl erheblicher Erklärungsbedarf. Denn in gleicher Weise lief es doch in den verschiedensten Ländern ab, die den jeweiligen US-Präsidenten oder deren GD gerade suspekt waren.

  • felix

    Veröffentlicht: 7. Januar 2022 22:14 pm

    Ich kann mich den Einschätzungen im Artikel und in den Kommentaren anschließen - ich sehe schon lange eine Veränderung in einer ehemaligen "weltmacht" , früher haben sie sich mit Militär und Kriegen ausgetobt um Macht und Reichtum zu vergrößern - in jüngerer Vergangenheit machen sie Länder kaputt : z.B. Sanktionen, Embargos, Putsch, usw. bis sie ihnen in die Hände fallen.
    So ist es nicht nur in Europa, so ist und war es auch in Nordafrika und mit dem Iran.
    Um es kurz zu machen, mit meinen hier meist schlecht eingestuften Vorschlägen, kann man dem vielleicht am Besten entgegen treten, denn diese Länder wurden immer erst schlecht gemacht, dann kaputt - diese Möglichkeit "gegen ein aggressives Land vorgehen zu müssen" fällt weg, wenn sich ein Land nicht einschüchtern lässt, sondern fair die Probleme aushandeln will.

  • glider

    Veröffentlicht: 9. Januar 2022 16:07 pm

    Meine Vorredner haben fast schon alles gesagt. Nachdem es in der Ukraine geklappt hatte wollte man das mit Weissrussland wiederholen. Das hat aber nicht geklappt. Belarus war schon gewarnt. Nun musste man es mit Kasachstan versuchen. Ja, so ein Regime Change ist von langer Hand vorbereitet. Es geht nicht nur um die Bodenschätze, sondern um eine Ausgangsposition gegen China und Russland. Mit Stützpunkten und Raketenpasen ist es für die USA eine gute Ausgangsbasis um Russland und China zu versuchen zu destablisieren.
    Daszu kommt sicher auch noch, dass die Anrainerstatten um das Kaspische Meer vereinbart hatten, dass nur Schiffe der Länder das Meer befahren dürfen, die an das Meer angrenzen. Wenn nun Kasachstan eine Marionette der USA geworden wäre, dann könnten Schiffe der USA unter der Flagge Kasachstans das Kaspische Meer befahren. Die USA hätten dann Schiffsstützpunkte und Flugplätze, um von dort aus den Iran und Turkmenistan zu destabilisieren. Putin und Xi haben aufgepasst!

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