Keine russischen Dörfer in Kaliningrad. Aber deutsche Dörfer in Königsberg?

Keine russischen Dörfer in Kaliningrad. Aber deutsche Dörfer in Königsberg?

 

Das liberale Informationsportal „rugrad“ veröffentlichte einen Beitrag unter der Überschrift „Wir brauchen keine Einfamilienhäuser“. In dem Beitrag geht es um die Schwierigkeiten des Baus von neuen Siedlungen im Kaliningrader Gebiet.

Im Kaliningrader Gebiet gibt es mehrere Projekte des Neubaus von Siedlungen. Ausgangspunkt der Überlegungen war sicherlich, dass man auf freiem Feld, unbelastet von allen anderen Dingen der modernen Zivilisation, eine ideale neue Siedlung, nur mit kleinen individuellen Häusern aus dem Boden stampfen könnte. Man rechnete auf die Entwicklung der Infrastruktur, so dass die Bewohner der neuen Dörfer mit ihren Autos schnell zu ihrem Arbeitsplatz oder zu anderen Zielen des modernen Lebens gelangen können, selber aber in ökologisch unbelasteter Natur, ihr freizeitliches Leben gestalten.

Alle diese Gedanken sind seit rund 20 Jahren nicht in Erfüllung gegangen. Mehrere Projekte, die seit Anfang des neuen Jahrtausends in Angriff genommen wurden, stehen leer, sind nicht vollendet und ein Massengrab für viele Millionen und sogar Milliarden Rubel geworden.

Im Rahmen einer Veranstaltung in der Kaliningrader Industrie- und Handelskammer kamen nun alle diese Misserfolge zur Sprache.

 

 

Eine Firma ging im Jahre 2015 aus einem Ausschreibungswettbewerb als Sieger hervor. Sie plante ein Dorf auf einer Fläche von 100 Hektar im Kreis Gurewsk, einem Vorort von Kaliningrad. Im Verlaufe von vier Jahren hat man nichts erreicht. Mit Eigenmitteln hat die Firma jetzt begonnen, kleine Häuser zu bauen, allerdings gibt es keinerlei Infrastruktur, d.h. keine Straßen und Wege, kein Gas, Wasser, Licht. Trotzdem sämtliche Dokumente und Genehmigungen vorlagen und auch die Kosten für den Bau von Häusern deutlich unter den Kosten für den Bau von Wohnungen in Kaliningrad lagen, konnten die Pläne nicht umgesetzt werden. Wesentlicher Grund sind fehlende Finanzmittel, denn es gibt keinerlei Unterstützung seitens staatlicher Stellen oder privater Banken.

Der Vorsitzende der Kaliningrader Industrie- und Handelskammer Felix Lapin informierte, dass es noch weitere dieser Firmen und Bauprojekte im Kreis Selenogradsk gibt, die alle erfolglos sind. In ein Projekt investierte die Firma „Telebalt“ bisher eine Milliarde Rubel Anfang des neuen Jahrtausends – erfolglos.

Lapin informierte über ein anderes Projekt in Malinowk. Dort wurde im Jahre 2008 alles gebaut, was notwendig war. 60 Häuser, Infrastruktur. Und bisher stehen immer noch 14 Häuser leer und keiner will diese kaufen.

Auch ein Vertreter der bekannten russischen Firma „Dom.rf“ informierte über derartige erfolglose Projekte im Kaliningrader Gebiet. Genannt wurden u.a. die Projekte „Marienburg“ und „Europäisches Dorf“

Derartige Informationen sollten Anlass für Deutsche sein, darüber nachzudenken, ob der Bau von deutschen Dörfern im „Königsberger Gebiet“ wirklich eine reale Möglichkeit ist, unzufriedene Deutsche aus Deutschland in das Kaliningrader Gebiet umzusiedeln. Sollte sich herausstellen, dass auch das „Deutsche Dorf am Fuchsberg“ der Herren Bachmann und Tischer ein derartiges Schicksal erleidet, werden die unzufriedenen Deutschen aus Deutschland ganz schnell zu unzufrieden Deutschen im exKönigsberger Gebiet mutieren.

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