Künstlicher Default – ein neuer Begriff für unipolare finanzpolitische Klugheiten

Künstlicher Default – ein neuer Begriff für unipolare finanzpolitische Klugheiten
 
Jeden Monat steht das Thema Default auf der Tagesordnung in Russland, aber auch in den russophoben westlichen Staaten. Man will Russland in den Ruin treiben und dies ist bisher nicht gelungen. Und wenn es gelingt, woran kein Zweifel besteht, so wird es ein künstlicher Ruin sein.
 
 
Schon häufig habe ich in der letzten Zeit über drohende Defaults, also Zahlungsunfähigkeiten des russischen Staates informiert. Nochmal kurz erinnert geht es um russische Staatsobligationen im Gesamtwert von rund 50 Milliarden USD, die Russland für teures Geld in der Vergangenheit aufgenommen hat. Sie laufen über viele Jahre und müssen natürlich jährlich durch Zinszahlungen an die Inhaber dieser Obligationen bedient werden. Die Obligationen sind in USD oder Euro und somit sind auch die Zinsen in USD oder Euro zu zahlen. Um die Zahlungen vorzunehmen, braucht man Zugang zu Überweisungssystemen und zu den Konten, die vertraglich für die Auszahlung der Zinsen vorgesehen sind.
 
Die USA haben seit dem 24. Februar alles unternommen, um dieses ganze System für Russland nicht mehr zugänglich zu machen. Es sei nur die Sperrung des SWIFT-Systems erwähnt, es sei das generelle Verbot des „Transports“ von Euro und USD über die Grenzen Russlands, egal ob in natureller oder elektronischer Form erwähnt.
 
Wenn also vom Westen all diese notwendige finanzielle Logistik blockiert wurde, wie soll Russland dann seine Zahlungen vornehmen, seinen Verpflichtungen gegenüber den Gläubigern nachkommen, die i.d.R. Bürger der USA oder der Europäischen Union sind?
 
 
Russland hat es bisher immer geschafft, jeden Monat einen Ausweg aus der Situation zu finden und hat bezahlt. Geld ist in Hülle und Fülle vorhanden – es kann also gar nicht zur Zahlungsunfähigkeit kommen. Aber nach jeder Zahlung kappen die russophoben Staaten die Möglichkeit, die Russland genutzt hat und somit ist es klar, dass es irgendwann keine Lücken mehr geben wird, die Russland nutzen kann.
 
Nun hat sich Russland ein eigenes System einfallen lassen. Man legt Valutakonten und Rubelkonten in Russland für die Inhaber der Obligationen an und zahlt dort einfach die Verpflichtungen in Rubel ein. Der Kontoinhaber kann dann entscheiden, was er weiter mit dem Geld machen will – Umtausch in Valuta und irgendwie außer Landes schaffen oder aber die Rubel wieder in Russland investieren – was vermutlich die klügste Entscheidung wäre.
 
Das westliche Finanzsystem, vermutlich durch die USA erfunden, erkennt aber eine derartige Vorgehensweise nicht an und wenn die Zahlung nicht so erfolgt, wie es international gegenwärtig Usus ist, wird der Default, die Zahlungsunfähigkeit Russlands ausgerufen.
 
 
Die USA haben also ein perfektes System geschaffen, um alle Staaten dieser Welt mit diesem System erpressen zu können, … vielleicht werden sie aber sogar selber Opfer ihres eigenen Systems … die Zukunft wird es zeigen, wenn nämlich alle diejenigen, die US-Obligationen besitzen, die USA zur Kasse bitten.
 
Nun steht aber die Frage, warum die USA unbedingt Russland in den Ruin treiben wollen, der gar kein Ruin sein kann, weil Russland förmlich in Gold und Geld schwimmt und die bereits jetzt verhängten totalen Finanzsanktionen so perfekt sind, dass ein Default gar keine praktischen Folgen für Russland mehr haben kann.
 
Ein russischer Finanzspezialist hat hierfür nun eine ganz einfache plausible Erklärung gefunden.
 
Mit der Auslösung des künstlichen Defaults sind die Voraussetzungen gegeben, dass die „Gerichtsvollzieher“ in Aktion treten und russische Aktiva im Ausland beschlagnahmen. Wertvolle Immobilien werden zu einem Ramschpreis versteigert und mit dem Erlös dann die Schulden bezahlt. Logisch, dass sämtliches Eigentum Russlands im Ausland nicht ausreichen wird, um die 50 Mrd. USD Obligationen nebst Zinsen zu zahlen.
 
Bleibt nur zu hoffen, dass auch Russland sich an ausländisches Eigentum in Russland erinnert.
 
 
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Kommentare ( 4 )

  • Anton Amler

    Veröffentlicht: 12. Juni 2022 10:45 pm

    Eigentlich setzt ein Default eine pekuniäres Unvermögen, aber nicht die bewußt verhinderte Bezahlung aus einem real zugänglichen Fundus voraus.
    Wer 300 MRD $ einfach "einfriert" hindert dieses Geld am Markt, sich durch klugen Einsatz zu vermehren.
    Die somit unterbundenen Gewinne sind ein zusätzlicher Diebstahl.
    Was das Verramschen von russischen Liegenschaften im Ausland betrifft, so sollte man mal im Hinterkopf behalten, wie man nach Kriegsende mit jüdischem, auf ähnliche Weise enteignetem Besitz verfahren ist, der sogar die Rückgabe von Kunst und Schmuck einschloß!
    Russen wären gut beraten, allen möglicherweise betroffenen Besitz für später zu dokumentieren, denn es wird ein "Später" nach all diesem ungesetzlichen Handeln geben.
    Das Anlegen von verzinsten Valuta Konten zu Gunsten der Gläubiger, ist vor der Weltöffentlichkeit ein ausreichender Beleg für korrektes Handeln.
    Mehr braucht`s nicht !!!

  • Bastian Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 12. Juni 2022 14:24 pm

    Anton Amler
    Veröffentlicht: 12. Juni 2022 10:45 pm
    Diese Sanktionierer und Diebe im Westen wollen doch die Immobilien und Mobilien nicht selbst behalten. Das würde doch "keinen guten Eindruck" machen und würde außerdem Geld kosten. Und es geht ja ums Geld, was man aus dem ungesetzlichen Verkauf herausschlagen möchte. Da wäre es doch eigentlich wichtig, daß die jetzigen russischen Eigentümer als auch von Staats wegen die etwaigen Käufer darauf nachdrücklich hinweisen daß sie beabsichtigen, Diebesgut zu kaufen und somit zum Hehler werden. Der Käufer kann sich dann nicht einmal dahinter verstecken, er hätte es nicht gewußt, wenn z.B. die von ihm gekaufte Jacht oder das Flugzeug irgendwo auf der Welt dann beschlagnahmt wird. Die Beschlagnahmeländer sollen doch an den Unterhaltungskosten für das gestohlene Objekt faktisch "ersticken".
    So dumm wird kein westlicher Milliardär sein, daß er Hunderte Mio. dafür ausgibt, daß das erstandene Objekt in einen Hafen geleitet und beschlagnahmt wird.

  • Anton Amler

    Veröffentlicht: 12. Juni 2022 14:56 pm

    Gerade habe ich das Wort "später" erwähnt, und da stellt sich mir die Frage, wie die bewußt die Unwahrheit Sagenden von heute, sich aus dem selbst erschaffenen Sumpf, später schadarm glauben herausmogeln zu können?
    Da werden Untaten postuliert, losgelöst von jedweder Beweisführung - es ist halt typisch russisch, unmenschlich zu handeln.
    Mein Browswer hat mir wieder eine Info zukommen lassen, wo ein "JihadJulien" - Einpeitscher "Röpcke"- schon am 11.03. das bei Diplomaten übliche Hoheitsemblem am Revers als neugeschöpfte Doppelausführung D/UKR beim Ausspeien von Hasstiraden stolz zur Schau stellte (ganz sicher eine Spezialanfertigung), und wo ein "Jan Fleichhauer" das mit dem Alter etwas fülligere Gesicht Putins auf den Einsatz von "Botox" zurückführte - beide Herren übrigens vom "Spiegel".
    Es betrübt mich zu tiefst, daß "Röpcke", selbst ernannter Journalist, in Potsdam studieren durfte, wo einst Klassenkameraden militärwissenschaftlich promoviert,bzw als Botschafter ausgebildet wurden.

  • Anton Amler

    Veröffentlicht: 12. Juni 2022 19:10 pm

    KORREKTUR !!!
    Die Herren Röpcke und Fleischhauer sind natürlich von "Bild" !!!
    Wollte den Namen "Spiegel" nicht in Verruf bringen, denn ... es gibt ja den sehenswerten "Antispiegel" !

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