Lawrow kommentiert russophobe Tendenzen in Kasachstan

Lawrow kommentiert russophobe Tendenzen in Kasachstan
 
Seit einigen Monaten gibt es Gespräche in der russischen Gesellschaft, dass sich das Verhältnis der Kasachen zu Russland verändern könnte. Vorgänge in Kasachstan zur Diskreditierung der russischsprachigen Bevölkerung scheinen Anlass zur Sorge für das russische Außenministerium zu sein.
 
 
In wenigen Tagen, am 16. Dezember, feiert Kasachstan den „Tag der Unabhängigkeit“. Es ist der einzige staatliche Feiertag in der ehemaligen Sowjetrepublik. Am 16. Dezember 1991 erklärte die damalige Sowjetrepublik ihren Austritt aus dem Bestand der Sowjetunion. Der Austritt erfolgte unter Verletzung der Verträge, die Kasachstan zum Beitritt zur Sowjetunion unterzeichnet hatte.
 
Die Gründungsdokumente der Sowjetunion sahen eine Prozedur zum Austritt aus der Sowjetunion vor, die jedes Mitgliedsland sich verpflichtete einzuhalten, wenn man der Ansicht war, dass ein weiterer Verbleib in der Sowjetunion nicht von Vorteil war. Keines der 15 Mitgliedsländer der ehemaligen Sowjetunion hat die Formalien eingehalten und die Sowjetunion einfach über Nacht verlassen, was zu den bekannten Folgen führte.
 
Wie man sich ordentlich aus einer Gemeinschaft verabschiedet, hat die Europäische Union gezeigt, als man sich mit Großbritannien über ein Ausscheiden einigte. Pech für die Sowjetunion, dass man sich im Jahre 1991 noch kein Beispiel an der Europäischen Union nehmen konnte.
 
 
Das Verhältnis zwischen den ehemaligen Sowjetrepubliken entwickelte sich unterschiedlich. Einige Staaten stehen sich regelrecht feindlich gegenüber, andere nur unfreundlich oder gleichgültig. Von echter Partnerschaft zu sprechen, gelingt wohl bei keinem einzigen bilateralen Verhältnis zwischen ehemaligen Sowjetrepubliken – zumindest nicht zum gegenwärtigen Zeitpunkt.
 
Dazu kommen Tendenzen in den Republiken, die noch irgendwie ein neutrales Verhältnis zu Russland haben. Gewisse Kräfte haben z.B. in Kasachstan begonnen, die dortige russische Bevölkerung zu diskreditieren. So wurde über kasachische Patrouillen gesprochen, die Sprachkontrollen auf den Straßen durchführten. In aggressiver Form zwangen sie russischsprachige Passanten sich nur noch in kasachischer Sprache untereinander zu unterhalten.
 
Die Meldungen häuften sich und so sah sich der russische Außenminister Lawrow gezwungen, ein paar klärende Worte zum Verhältnis beider Staaten zu sprechen.
 
Lawrow bedauert eine Reihe von Zwischenfällen, die in der Öffentlichkeit große Resonanz hervorgerufen haben und die russischsprachigen Bürger in Kasachstan betreffen. Lawrow zeigte sich überzeugt, dass es sich bei den gezeigten Zwischenfällen um Dinge handelt, die von außen gesteuert worden sind. Ziel ist die Kultivierung von örtlichem Nationalismus und die Diskreditierung der Zusammenarbeit mit Russland.
 
Lawrow kommentierte, dass das Verhältnis beider Staaten sich auf einem sehr hohen Niveau befindet und man operativ auf alle derartigen Ereignisse und Zwischenfälle reagieren kann. Es wurden direkte Informationskanäle zwischen beiden Außenministerien geschaffen, aber auch in den Rechtspflegeorganen, der Justiz und zwischen den beiden Verwaltungen der Präsidenten.
 
Lawrow zeigte sich überzeugt, dass sich beide Länder der Bedeutung der russischen Sprache bewusst sind. Das kommt auch darin zum Ausdruck, dass die russische Sprache offizielle Sprache in Kasachstan und der kasachischen Sprache gleichgestellt ist.

 

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Kommentare ( 1 )

  • Eckart

    Veröffentlicht: 10. November 2021 19:07 pm

    Kasachstan könnte zu Ukraine 2.0 werden, denn da hat Moskau auch alle Warnzeichen inkonsequent ignoriert.
    Die Einfärbung beider Länder in Blau auf der Karte könnte man ja noch als zufällig deuten, aber da hängt doch schon Einiges wie ein Orakel über dem Land.

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