Leben ist Nehmen und Nehmen. Ausländisches Eigentum im Ausland

Leben ist Nehmen und Nehmen. Ausländisches Eigentum im Ausland
 
Die Liste der Sanktionen der westlichen Staaten gegen den Staat Russland und ausgewählte Bürger ist lang. Mit jedem Tag wird die Liste länger. Eine der Sanktionen betrifft Aktiva russischer Bürger im Ausland. Die westliche Solidargemeinschaft möchte sich an diesen Aktiva bereichern.
 
 
Sagen wir es gleich zu Anfang. Ich habe in meinem Bekanntenkreis niemanden, der irgendein Wort des Bedauerns für diejenigen russischen Mitbürger hat, die jetzt von den Sanktionen des Westens im Ausland betroffen sind und dort ihr Geld, ihr Haus, ihre Yacht und sonstige Reichtümer verlieren. Egal, um wen es sich handelt – es gibt keinerlei Sympathien. Man hat in Russland viel Geld verdient und hat es ins Ausland verbracht. Zum Geld verdienen ist Russland gut. Zum investieren in das Vaterland ist Russland nicht gut genug. Von dem Eigentum im Ausland hat die russische Gesellschaft nie etwas gehabt und somit registriert man höchstens mit ein wenig Schadenfreude, wenn jemand nun seine Aktiva verliert.
 
Ich gehe davon aus, dass Russland natürlich auf derartige Beschlagnahmungen, Enteignungen reagieren wird.
 
Vom rein rechtlichen Standpunkt her, kann doch eine Enteignung erst dann stattfinden, wenn in einem Gerichtsverfahren festgestellt wird, dass es sich um kriminelles Eigentum handelt. Und wenn es sich um kriminelles Eigentum handelt, so muss erklärt werden, wer denn geschädigt wurde. Geschädigt wurde im wesentlichen der russische Staat. Somit müssten die beschlagnahmten Aktiva der russischen Bürger dem russischen Staat übergeben werden. Das wird natürlich nicht erfolgen.
 
Damit hat Russland für seine Antwortsanktionen sehr freie Hände, denn das ausländische Kapital in Russland ist natürlich lupenrein und immer ehrlich in den westlichen Demokratien verdient. Und natürlich hat man in Russland auch immer Steuern bezahlt und natürlich wurden die Gewinne nicht in Offshore-Zonen transferiert.
 
Aber das interessiert alles niemanden in Russland. In diesem Fall ist Leben eben nicht Geben und Nehmen, sondern Nehmen und Nehmen. Nimmt der Westen den Russen Eigentum ab, so nimmt Russland dem Westen Eigentum ab – ganz einfach.
 
Aber neben den großen Investoren wie Siemens, VW, BMW, Mercedes und wie sie sonst noch alle heißen, gibt es auch tausende von kleinen Investoren. Deutsche haben sich in Russland eine Wohnung gekauft, haben ein Cafe, ein Restaurant, eine Pension oder ein Hotel eingerichtet, haben einen landwirtschaftlichen Betrieb aufgebaut.
 
Es ist weit und breit nichts zu hören und zu sehen, dass Russland irgendetwas gegen diese Kleininvestoren unternehmen will – vorausgesetzt, dass auch das Eigentum russischer Bürger in Deutschland nicht angetastet wird. Wenn aber doch? Wenn sich die russophoben Aktionen in Deutschland ausbreiten, der deutsche Staat nicht entschlossen genug dagegen vorgeht?
 
Der Berater des russischen Präsidenten Belousow hat sich mit der Thematik beschäftigt, wie Ausländer ihr Eigentum in Russland schützen können. Er sprach nur von großen Firmen und hatte wohl weniger die kleinen Investoren im Auge. Aber was im Großen funktioniert, könnte auch im Kleinen anwendbar sein.
 
So besteht die Möglichkeit, dass die ausländischen Aktionäre, die Russland verlassen wollen, ihre Firmenanteile an ihre inländischen Partner übergeben. In einem Vertrag regelt man, dass bei einer Rückkehr nach Russland, diese Anteile wieder rückübergeben werden. Diese Lösung setzt natürlich voraus, dass der Investor einen einheimischen Partner hat und dass er diesem vertraut. Wer keinen Partner hat, muss sich eine Vertrauensperson suchen – nicht ganz einfach, auf die Kürze der Zeit.
 
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die Firma einfach abzuwickeln und über das System des beschleunigten Bankrotts aus dem Firmenregister der Steuerbehörde streichen zu lassen.
 
Die dritte Variante ist, dass sich der ausländische Investor standhaft zeigt und sein Engagement in Russland fortsetzt. Das verpflichtet ihn, sich weiterhin um seine Mitarbeiter zu kümmern, diese zu bezahlen und den gesamten Produktionsprozess zu organisieren, einschließlich der Beschaffung des Produktionsmaterials.
 
Belousow kommentierte, dass man genau beobachten werde, wie sich die ausländischen Investoren in Russland verhalten. Man werde den Investoren helfen, die eigentlich im Lande bleiben wollen, aber durch politischen Druck gezwungen sind, sich von ihrem Eigentum zu trennen und das Land zu verlassen. Eine noble Geste, wenn man sich dazu noch in Erinnerung ruft, dass die westlichen Staaten einfach nur wie Straßenräuber gegen das Eigentum russischer Bürger vorgehen.
 
 
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Kommentare ( 2 )

  • Bastian Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 7. März 2022 02:36 pm

    Ich gehe mal davon aus, daß sich der Staat RF nicht um die sogenannten Kleinanleger kümmern wird, die im Lande weiter gesetzeskonform leben und arbeiten wollen. Aber ich könnte mir vorstellen, wenn das Nato-Banditentum zu spinnen anfängt, die RF die im Lande befindlichen stillgelegten Konzernbetriebe des Westens im Gegenzug rechtzeitig beschlagnahmt und an inländische Unternehmer verkauft und mit der Maßgabe übergibt, die Produktion mit sauberen patentrechtlichen Produkten weiter zu führen. Auto- als auch Elektronikkonzerne der weiten Koalition der "Willigen" wären wohl voll "begeistert". Bis jetzt rechnen diese Herrschaften doch in erster Linie mit der Schädigung der RF. Und solche Landesverräter wie Scholz, Baerbock, Habeck u. a. müssen dann aber zusehen, wie sie dem "Volk" erklären, daß dessen Stube kalt bleibt, weil sie US-auftragsgemäß ihren persönlichen Haß auf Kosten des Landes ausleben. SPD-Scholz, der SPD-Noske der Neuzeit im Verbund mit den grünen Kriegsfreunden samt FD

  • Lutz-Dieter Gasdorf

    Veröffentlicht: 7. März 2022 16:38 pm

    Hallo Uwe, VK.com hat die Videos verweigert. So kann ich momentan nur die Texte lesen. Aber alleine die Texte haben es in sich, vielen Dank dafür. Ich bleibe am Ball, Du hoffentlich auch. Wünsche viel Kraft und Gesundheit.

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 7. März 2022 17:36

      ... wieso können Sie die Videos über VKontakte nicht sehen. Klicken Sie nicht auf die Videoanzeige unter dem Text, da gibt es Probleme mit dem Browser. Klicken Sie auf die Grafik ziemlich weit oben, wo der Artikel beginnt. Da funktioniert alles bestens.

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