Moderner deutscher Sklavenhandel

Moderner deutscher Sklavenhandel
 
Vorgänge im modernen Russland erinnern stark an Vorgänge im noch mauerfreien Deutschland bis zum Jahre 1961. Es wird bewusster und gezielter Menschenraub betrieben, mit dem Ziel, die Gesellschaft und die Wirtschaft eines Landes zu schädigen.
 
 
Die junge DDR wurde in ihrer Entwicklung nicht durch einen sowjetischen Marschall-Plan unterstützt. Dadurch bedingt unterschied sich das Lebensniveau in der DDR von dem in der BRD. Somit war es ein leichtes für die BRD, gut ausgebildete DDR-Bürger abzuwerben, sie zum Verlassen des Landes zu bewegen, damit diese sich in der BRD eine neue Existenz aufbauen und gleichzeitig natürlich ihre Qualifikation der BRD-Wirtschaft zur Verfügung stellen. Man bekam kostenlos Spezialisten – denn die Ausbildung wurde vom Arbeiter- und Bauernstaat finanziert. Der Prozess der Abwerbung und Abwanderung guter DDR-Spezialisten wurde erst durch den Bau der Mauer 1961 beendet.
 
Leider hat es die DDR versäumt, parallel zum Bau der Mauer, darüber nachzudenken, wie man die materiellen Grundlagen des Lebens in der DDR so aufbauen kann, dass niemand mehr Lust hat, in ein anderes Land auszuwandern. All denjenigen, die aus der DDR geflüchtet sind und von irgendwelchen fehlenden Freiheiten und Demokratien faselten, ging es doch nur um einen besseren materiellen Wohlstand – was wohl auch durchaus nachvollziehbar ist. Man wollte eben sofort gut leben und nicht erst den Sozialismus aufbauen, um dann gut zu leben. Die Art und Weise, wie wir den Sozialismus aufbauten, war wohl aber auch nicht unbedingt für alle verlockend.
 
Hinzu kam natürlich auch die Einflussnahme des Westens, insbesondere der Bundesrepublik, die Entwicklung der DDR mit allen Mitteln zu behindern. Die Situation damals erinnert an die heutige Situation im Verhältnis Deutschlands zu Russland.
 
 
Erinnern wir uns aber noch an einen weiteren Zwischenschritt im modernen Sklavenhandel Deutschlands, den man in den 90er Jahren gegangen ist. Die Sowjetunion brach 1991 zusammen, aber bereits im Jahre 1990 begann die massenhafte Abwanderung von Russlanddeutschen. Deutschland hoffte, als Erfüllungsgehilfe der USA, mit dieser Heimholung von „Landsleuten“, einerseits Demographieprobleme zu lösen, andererseits die Wirtschaft mit billigen und guten, vor allem aber kostenlos ausgebildeten, Arbeitskräften versorgen zu können.
 
 
Ein weiterer angenehmer Nebeneffekt war, dass die sterbende Sowjetunion viele Fachkräfte verlor, die eigentlich das neue Russland für seinen Aufbau benötigt hätte. Da aber als nächster Schritt, im globalen Kampf, die Auflösung der Russischen Föderation vorgesehen war, war das Ausbluten des Landes eine weitere notwendige Voraussetzung der Zielerreichung.
 
Seit dem 24. Februar haben zehntausende von russischen Bürgern, vielleicht auch hunderttausende Bürger, Russland verlassen. Viele davon wohl gerade noch rechtzeitig, bevor die russische Gesellschaft mit einer Selbstreinigung beginnt. Auch die russischen Rechtspflegeorgane werden vielfach aufgeatmet haben, denn gegenwärtig dürften wohl die Möglichkeiten für umfangreiche Ermittlungen zu Landesverrat nicht vorhanden sein. Mit der „Flucht“ hat sich, zumindest vorläufig, das Thema erledigt.
 
Diesen Prozess würde ich sogar im gewissen Sinne positiv bewerten, denn all diejenigen, die ausgereist sind, waren, wenn denn nicht Landesverräter, so doch zumindest Einflussagenten, die der russischen Gesellschaft bei ihrer Entwicklung nicht wirklich geholfen haben. Es gibt also nur wenig Grund, diesen Leuten nachzutrauern.
 
 
Nachtrauern muss man anderen Leuten, die Opfer des neuen deutschen Sklavenhandels geworden sind und über die die russischen Medien berichten. So, wie die Wehrmacht bei ihrem Rückzug aus der Sowjetunion die Politik der verbrannten Erde betrieben hat, so scheint jetzt die Deutsche Bank in Russland die Rolle der Wehrmacht übernommen zu haben – zumindest teilweise.
 
Im Rahmen der antirussischen Sanktionen hat die Deutsche Bank ihre Tätigkeit in Russland eingestellt. Man hat nicht nur Dokumente und sonstiges Eigentum der Bank ordentlich verpackt und aus Russland ausgeführt, sondern einen Großteil des IT-Personal der Bank aus Russland abgeworben.
 
Für die Deutsche Bank arbeiteten in Russland 1.500 hochqualifizierte IT-Spezialisten. Das sind rund 25 Prozent aller IT-Spezialisten, die die Deutsche Bank insgesamt angestellt hat. Die Aufgabe bestand, in zwei Bankzentren in Moskau und St. Petersburg Programmlösungen für Finanzoperationen der Bank zu programmieren.
 
Allen Mitarbeitern wurde vorgeschlagen, nach Deutschland überzusiedeln. Entsprechende Arbeit wurde angeboten. Die Hälfte der IT-Spezialisten soll, nach Information von drei unterschiedlichen Quellen, dem Angebot der Sklavenhändler der Deutschen Bank gefolgt sein.
 
Ein Großteil ist bereits umgezogen, gemeinsam mit ihren Familien und Haustieren – so informieren russische Medien unter Bezug auf „Financial Times“. Sie wurden mit Flugzeugen von Moskau nach Helsinki und von dort nach Berlin gebracht. Alles wurde in kürzester Zeit so vorbereitet, dass die Übersiedler ohne Unterbrechung ihre Arbeit in Deutschland fortsetzen konnten.
 
1961 entschloss sich die DDR zum Mauerbau, um den Menschenhandel westlicher „Demokratien“ zum Schaden des Landes einzudämmen. Wozu sich Russland entscheiden wird, bleibt abzuwarten. Eine Mauer wird es nicht werden – dazu ist das Land zu groß.
 
 
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Kommentare ( 5 )

  • Bastian Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 10. Juni 2022 19:47 pm

    "Für die Deutsche Bank arbeiteten in Russland 1.500 hochqualifizierte IT-Spezialisten. Das sind rund 25 Prozent aller IT-Spezialisten, ... "

    Warten wir mal ab, wieviele von denen in 5 Jahren noch bei der "Deutschen Bank" arbeiten. BOb es diese Bank in diesem Format und unter diesem Namen überhaupt noch gibt. Bei dieser Bank ist doch nur noch der Name - Deutsch - . Bei nächster Gelegenheit, wo es wieder Mal um die Konzentration und Rationalisierung bei diesem Finanzinstitut geht, sind doch wohl dann die Russen, die zuerst "freigesetzt" werden.
    Außerdem sehe ich als den zweiten wichtigen Grund für die Abwerbung, genau wie beschrieben, die Schädigung des Staates und der Wirtschaft Rußlands.
    Bis sie rausgeschmissen werden, haben sie noch den Auftrag, weiteren Schaden durch Abwerbung der Leute aus der Heimat anzurichten. Die kehren dann aus gutem Grund nicht wieder nach Rußland zurück.

  • Manfred SCHARTOW

    Veröffentlicht: 11. Juni 2022 09:42 pm

    Ach Erichowitsch....Flucht oder Weggang Ostdeutscher vor 1961 und danach.....offenbar sehr einseitig betrachtet.
    Wenn ich ihre Vita lese, waren sie sehr lange Militärangehöriger und damit in der DDR gut versorgt.
    Ihre Vita gibt es her, dass sie zu den 18 Monate verpflichteten Soldaten ein anderes Verhältnis hatten.
    Im Endzeitpunkt der DDR, etwa mit Abgang von Markus Wolf, dem Tod von Werner Lambertz....ergab sich immer mehr der Wunsch der DDR - Bürger nach einem Leben wie er im ND und den anderen Presseorganen der Partei beschrieben stand. Da gab es eine große Kluft.
    Und mit der Einführung einer Westmark, als Militär hatten sie ja bestimmt keinen Zugriff darauf, wurde vielen DDR- treuen Menschen, die sich dem Sozialismus verbunden fühlten, aufgezeigt, dass sie im eigenen Land Menschen zweiter Klasse sind.
    Wen wundert es dann, wenn die Menschen nach den Filmen "Anton der Zauberer", "Eine Anzeige in der Zeitung"....nicht nur mental sich aus der DDR verabschiedeten.

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 11. Juni 2022 10:12

      ... Sie bestätigen, was ich gesagt habe: der Weggang der DDR-Bürger war materiell begründet, was nachvollziehbar ist. Was die BRD getan hat war, gelinde ausgedrückt, moralisch bedenklich - damals und heute.

  • Anton Amler

    Veröffentlicht: 11. Juni 2022 10:06 pm

    Es ist wohl davon auszugehen, daß die 1500 IT-ler für den vorhandenen Arbeitsbedarf erforderlich waren, der aber nun weggefallen ist.
    Um die so abgewanderten Kräfte durch Arbeit beschäftigen zu können, müßte ein adäquates neues Arbeitsfeld geschaffen werden, was wohl schwerlich so einfach zu schaffen ist.
    Ich erinnere mich da an eine zurückliegende Aera in der BRD, wo man überproportional die IT-Ausbildung gepuscht hat, um einen Pool zu schaffen, aus dem man sich dann die ohne Zweifel bestens ausgebildeten Kandidaten aussuchen kann, die zusätzlich noch formbar "ALLEN ANFORDERUNGEN" an einen loyalen, abhängigen Arbeitnehmer gerecht werden.
    Die so in den Westen gelockten Überzähligen werden sich einem Kampf ausgesetzt sehen, den zu kämpfen sie bisher nicht genötigt waren, und auf den sie auch nicht vorbereitet sind.
    Sie werden den gleichen Repressalien ausgesetzt sein, die deutschsprachig und -stämmige Rückkehrer gegenwärtig leider erfahren.
    Siehe! sos@russische-botschaft.de

  • M. Braun

    Veröffentlicht: 12. Juni 2022 11:21 pm

    Keine Frage, das ist eine Entwicklung die Russland vermutlich mehr schmerzt als aller anderen Maßnahmen des Westens. Allein mit Sklavenhandel hat das nichts zu tun. Es ist die freie Wahl der Leute wo sie leben & arbeiten wollen. Im Falle der Deutschen Bank sind das natürlich im Verhältnis zu den Gehältern in Russland momentan sehr gut bezahlte Stellen. Die Frage ist nur, wie lange sie diesen Job haben werden. Sollte sich der eine oder andere nach, sagen wir 5 Jahren überlegen, dass ihm das Leben im Werte-Westen nicht mehr gefällt schlage ich bei Rückkehr vor, dass sie dem Russischen Staat eine Abgabe leisten, mit der sich die "Geflohenen" an den Kriegskosten beteiligen. Das macht die Rückkehr dann besonders süß.

  • Anton Amler

    Veröffentlicht: 12. Juni 2022 15:41 pm

    In den letzten beiden Jahrhunderten hat sich gezeigt, daß Russen sehr heimatsverbunden sind.
    Wer jetzt geht, fasst entweder Fuß und bleibt, oder steigt ab und resigniert.
    Die Rückkehr wäre zu Recht ein Eingeständnis des Scheiterns, und die Verbliebenen, sowie der neu herangewachsene Nachwuchs, würden erfolgreich konfrontieren.
    Rückkehrer hätten sicher Verwendung, aber nicht verhätschelt auf dem gehabten Level.
    In den Augen ihrer Mitstreiter wären sie gestrandet, und Schuldner.
    Da wird sich kein junger Russe, voll involviert in den neuesten, im Lande genutzten Technikstand, die Butter vom Brot nehmen lassen.
    In den letzten mehr als Hundert Jahren haben die Russen gezeigt, daß sie nicht nur keine Hilfe in Naturwissenschaften, Technik und Medizin benötigen, sondern vielfach dort Vorreiter waren (auch ich bin schon "Tschuwaschin" geimpft), damals noch eine sehr ernst zu nehmende Krankheit.
    Viele westliche Nobelpreise rekrutieren sich nur aus Zukauf durch Kapital zur Kapitalsteigerung.

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