Moody´s meint: Russland ist besser als alle anderen

Moody´s meint: Russland ist besser als alle anderen

 

Wenn westliche Ratingagenturen Russland beginnen zu loben, dann sollte Russland vorsichtig werden, dann hat das Land bestimmt irgendwo einen Fehler gemacht. In diesem Fall scheint aber das Lob von Moody´s auf so offensichtlichen Fakten zu beruhen, dass man sich nicht beunruhigen muss.

 

 

Moody´s hat den gegenwärtigen „Erdöl-Krieg“ analysiert und ist zu der Schlussfolgerung gekommen, dass Russland auf diesen Krieg besser vorbereitet war, als alle anderen Teilnehmer an dieser Auseinandersetzung.

Russland hat dabei in die Hände gespielt, dass es in den vergangenen Jahren riesige Finanzreserven in Valuta angelegt hat. Auch der sehr flexible Rubelkurs, der seit Wochen eine stabile Sinuskurve mit regelmäßigen Auf- und Abwärtsbewegungen zeigt, hilft Russland, die gegenwärtige Krise besser zu überstehen, als die Gegenspieler in diesem Krieg.

 

 

Moody´s geht davon aus, dass der russische Haushalt mit einem Defizit von höchstens einem Prozent des Bruttoinlandsproduktes für 2020 zu rechnen hat. Russland kann dies leicht wegstecken, denn das Jahr 2019 hat es mit einem Profizit von 5,3 Prozent abgeschlossen.

Moody´s hat die Valutareserven Russlands analysiert und festgestellt, dass alleine die Finanzreserven 90 Prozent der russischen Auslandsverschuldung abdecken. Moody´s hat den Zustand mit dem Jahre 2014 verglichen, ebenfalls einem Krisenjahr. Da hatten die vorhandenen Finanzreserven nur 55 Prozent der Auslandsverschuldung abgedeckt.

Moody´s geht weiter davon aus, dass die anderen Teilnehmer an der gegenwärtigen Auseinandersetzung mit größeren Problemen zu kämpfen haben. Die Haushalte der beteiligten Länder werden im größeren Umfang defizitär werden und somit wird die Verschuldung steigen. Als Beispiel wurde Saudi Arabien angeführt, dessen Verschuldung auf bis zu 30 Prozent des Brutto-Inlandsproduktes anwachsen könnte.

 

 

Insgesamt, so kommentieren russische Medien, ist die gegenwärtige Lage auf dem Erdölmarkt kein Sonnensegeln, sondern eine ernsthafte Angelegenheit und natürlich wird der russische Haushalt dies zu spüren bekommen. Allerdings, so die russischen Spezialisten im Finanzministerium, reichen die Reserven Russlands für mindestens sechs Jahre. Optimisten nannten sogar die Zahl von zehn Jahren.

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Kommentare ( 2 )

  • Frank Werner

    Veröffentlicht: 29. März 2020 13:41 pm

    Ich zitiere mal Prof. Grinberg, Direktor des Instituts für Internationale Wirtschaft und Politik an der (RAN) (russland.capital) :

    Was bedeutet es, „den Sturm überstehen“? Irgendwie kommen früher oder später alle Länder aus der Krise heraus. Die Frage ist nur, zu welchem Preis. Im Gegensatz zu den Analysten der Agentur glaube ich, dass Russland es hier besonders schwer haben wird. Bereits jetzt gehören wir zu denen, die zurückbleiben.

    Im Allgemeinen kann man nur durch zunehmende wirtschaftliche Aktivität aus der Krise herauskommen. Und unsere Unternehmer wissen nicht, was sie tun sollen. Wie dem auch sei, der Optimismus der Moody’s-Analysten sollte dennoch begrüßt werden, obwohl seine Natur in keiner Weise mit ihren Schlussfolgerungen zusammenhängt. Einer meiner ausländischen Freunde, ein großer Kenner Russlands, bemerkte: „Die Situation in Ihrer Wirtschaft ist gut, aber nicht hoffnungslos."

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 29. März 2020 14:00

      ... ja, auch nicht schlecht, diese Meinung. Russland hat - Gott sei Dank - Entwicklungspotential und es entwickelt sich auch - man sieht es seit 2014. Das man sich dazu eines Tempos und Methoden bedient, die in Deutschland nicht verstanden werden oder Verwunderung und Unverständnis hervorrufen ... tja, das ist so. Damit leben wir hier in Russland.

      Wie sagte vor ein paar Tagen ein russischer Bauarbeiter auf den Einwurf einer deutschen Journalistin: "Sie bauen das Krankenhaus in einem Monat? Wieso so lange? In China baut man ein Krankenhaus in einer Woche". Bauarbeiter: "Wir sind keine Chinesen, wir sind Russen."

  • Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 30. März 2020 02:47 pm

    Es geschehen noch Zeichen und Wunder. Ob ich will oder auch nicht, ich muß Herrn Werner diesmal Recht geben.

    Auch wenn es auf den ersten Blick so erscheint, daß Moody´s über seinen Schatten gesprungen sein sollte, es ist große Vorsicht vor dem Versuch des Schleckens nach dem Honigpinsel, der den Russen von Moody´s um die Ohren gehauen wird.
    Man sollte das Ansinnen des US-Regimes sehr aufmerksam beachten, daß die Yankees den Saudis einen Pakt auf dem internationalen Ölmarkt gegen Rußland angeboten haben.
    Auch der Rückzug von Rosneft aus Venezuela und die Übernahme dieser Anteile durch den russischen Staat wird Venezuelas großen Nachbarn im Norden in helle Aufregung versetzt haben. Einem Konzern wie Rosneft zu drohen, daß mag den Yankees noch gelingen, aber derartige Drohungen gegen Aktivitäten des russischen Staates? Das wird sich wohl auch nicht so einfach ein Präsident Blondlocke einfallen lassen. Da wäre wohl die nördliche Passage für deren Schiffe oder Frachten zu.

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