Mordanschlag an Julia Nawalny in Kaliningrad

Mordanschlag an Julia Nawalny in Kaliningrad
 
Am 14. Dezember, aus dem sicheren Ausland heraus und vermutlich gerade noch rechtzeitig vor den lange angekündigten Sanktionen Russlands gegen Deutschland, meldete sich Alexej Nawalny mit einem großen Interview zu Wort. Neben vielen anderen Informationen, ließ er seine Frau Julia zu Wort kommen, die den Zuschauern mitteilte, dass ihr während des Urlaubs schlecht geworden ist.
 
 
Alexej Nawalny selber kommentierte den Zwischenfall im Sommer dieses Jahres in der Siedlung Jantarny, einem bekannten Ostseestädtchen im Kaliningrader Gebiet klar und deutlich: Seine Frau sollte ermordet werden und Befehlsgeber ist der russische Präsident Putin, der einem speziellen Sondereinsatzkommando des FSB für die Ermordung unliebsamer Personen, persönlich die Aufgaben stellt.
 
In Abhängigkeit von der Ausrichtung der Medien, berichteten diese über dieses Detail bzw. das gesamte Interview überhaupt nicht oder aber es wurde begierig die Information aufgegriffen, dass nun auch Julia Nawalny Opfer der russischen Giftmischer vom FSB oder dem GRU geworden ist.
 
Die Parallelen zum Fall Skripal sind nicht zu übersehen. Damals sollte eigentlich nur der Verräter Skripal, mit vieljähriger Verspätung, den Rachegelüsten von ex-KGB-Putin zum Opfer fallen. Und so nebenbei traf es seine Tochter gleich mit. Ein wenig später waren dann noch andere zufällige Bürger Opfer des Giftanschlages und verstarben sogar daran.
 
Somit bleibt jetzt nur noch abzuwarten, wer in einigen Tagen sich noch zu Wort meldet und informiert, dass er irgendwann mal in der Nähe von Nawalny war und ihm danach auch schlecht geworden ist. Persönlich kann ich mich daran erinnern, dass ich selber im Dezember 2017 fast Schulter an Schulter mit Nawalny in Kaliningrad, auf dem Moskowski Prospekt gestanden bin. Danach war mir auch schlecht.
 
Videoeinspielung: Meeting mit Nawalny im Dezember 2017
 
Kaliningrad-Domizil hat für die deutschsprachigen Zuschauer zwei Ausschnitte aus dem Interview von Nawalny herausgeschnitten und übersetzt. Im ersten Ausschnitt sehen wir Julia Nawalny mit ihrer Erzählung zu den schrecklichen Vorgängen im Sommer am Strand von Jantarny:
 
Videoeinspielung: Interview Julia Nawalny vom 14. Dezember 2020
 
Anschließend erzählt Alexej Nawalny, wie ihn die Schilderungen seiner Frau erst jetzt, nachdem er selber vergiftet worden war, bekannt vorkommen. So, wie seine Frau ihr Unwohlsein schildert und dass urplötzlich alles wieder vorbei war … genau so ging es ihm auch.
 
Und er suchte nach Zeugen, damit niemand behaupten kann, seine Frau hätte sich das alles ausgedacht. Er fand den Direktor des Cafè, in dem das Paar eigentlich zu Mittag essen wollte, dass aber Juliа auf Grund ihres Unwohlseins, vorzeitig verlassen hat. Warum Alexej, als besorgter Ehemann, seine Frau nicht zurück auf das Hotelzimmer begleitete, sondern sich dem Mittagessen widmete, geht aus dem Beitrag nicht hervor.
 
Und in einem zweiten Videoausschnitt interviewt Alexej Nawalny nun den Direktor des Cafès:
 
Videoeinspielung: Interview mit Direktor des Cafè „Kaktus“ in Jantarny
 
In seinem Interview zeigt Alexej Nawalny auf, wie unprofessionell anscheinend alle russischen Geheimdienste arbeiten und in diesen Diensten wohl nur Stümper sind, die ihr Handwerk nicht verstehen. Die russischen Dienste sind nicht in der Lage, ihre Mitarbeiter und deren operative Arbeit zu tarnen. Diese Mitarbeiter sind nicht in der Lage irgendjemand zu vergiften, versagen in allen bisher bekannten weltweiten Fällen und ziehen daraus aber auch nicht die Schlussfolgerung, dass sie eben keine wirklich qualifizierten Giftmischer sind.
 
Je nach persönlicher Orientierung wird das Interview von Nawalny diejenigen gut einstimmen, die in wenigen Tagen, wenn denn endlich die russischen Sanktionen gegen Deutschland und weitere europäische Staaten verhängt werden, aufschreien und die Äußerungen Nawalnys und die „Beweise“ der Journalisten als Grundlage nehmen, um Russland in die Ecke zu stellen, in die die westlichen Demokratien Russland gerne sehen wollen.  
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Kommentare ( 3 )

  • Rene Adametz

    Veröffentlicht: 15. Dezember 2020 22:36 pm

    Vorigen Sonnabend war mir Vormittags auch schlecht.Was will Putin nur von mir? An dem Schnaps vom Freitagabend lag es bestimmt nicht,das waren astreine 4 verschiedene Sorten.Jeder normal denkende Mensch ,kann über soviel Verlogenheit dieses Navalnys und seiner Entourage nur den Kopf schütteln.

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 15. Dezember 2020 22:38

      ... tja, es gibt aber leider viele Menschen, die darüber nicht den Kopf schütteln und alles glauben, was die demokratischen Medien schreiben ...

  • A. Bienenfreund

    Veröffentlicht: 15. Dezember 2020 22:50 pm

    " Danach war mir auch schlecht." : Mir wird schon schlecht wenn ich die Visage sehe. Vielleicht leidet der ja an einer Art Autotoxie und manchmal muß auch die Umgebung darunter leiden - muß man die Frau nun bedauern? Wohl er nicht.
    Irgendwann wird hoffentlich mal einer ne ordendliche Kömmödie aus der Räuberpistole machen. Gruß

  • Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 17. Dezember 2020 21:24 pm

    Nawalny kann in Rußland nicht mehr westliche "Freiheit" und "Demokratie" kämpfen. Da wartet der Staatsanwalt mit dem Haftbefehl. Da wartet ein Unternehmer, der der Firma für das Schulessen die Schuldtitel Nawalnys abgekauft hat. Da gibt es aus GB keine Pfund und keine Dollar, aber auch keine Rubel mehr. Aber von irgend etwas muß der verwöhnte Nawalny samt Familie doch leben. Also verkauft er er als russophober Märchenerzähler.

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