Nun will auch Weißrussland Kaliningrad heim ins Reich holen

Nun will auch Weißrussland Kaliningrad heim ins Reich holen

 

Kaliningrad ist Objekt der Begierde – nicht nur bei Deutschen, die in nicht geringer Anzahl über die Rückführung Ostpreußens – zumindest jedoch des zeitweise durch die Russen zwangsverwalteten Teils von Ostpreußen, träumen.

 

 

So gibt es Litauer, die meinen, dass dieser Teil exOstpreußens schon immer litauisches Urgebiet war.

Und polnische „Experten“ haben vor einigen Tagen darüber spekuliert – natürlich gemeinsam mit den Amerikanern, dass sie nach einem Militärschlag der USA gegen Russland, das exOstpreußen-Kaliningrad als Belohnung dafür erhalten, dass sie den anderen Teil von exOstpreußen-Polen den Amerikanern als Aufmarsch- und Logistikbasis zur Verfügung gestellt haben.

Und die NATO träumt von diesem Gebiet, um anstelle der „Iskander“, die Richtung Westen fliegen können, die „Patriot“ aufstellen zu können, die Richtung Osten fliegen sollen.

Es ist natürlich nicht verboten zu träumen. Manche Träume sollen auch in Erfüllung gehen, aber manche enden auch als Alptraum.

Der Kaliningrader Gouverneur Anton Alichanow hat sich nach Weißrussland begeben, um mit dem weißrussischen Präsidenten, den die westlichen Demokratien noch bis vor kurzem als den letzten Diktator Europas bezeichnet haben, Gespräche über Gemeinsamkeiten zu führen.

Und Äußerungen des letzten Diktators Europas, die dieser nun schon wiederholt tätigt, lassen die russische Öffentlichkeit, insbesondere jedoch die Kaliningrader aufhorchen, denn Batja, wie Lukaschenko liebevoll von seinen russischen und weißrussischen Mitbürgern genannt wird, meinte, dass das Kaliningrader Gebiet zu Weißrussland gehören sollte.

Wörtlich sagte Batja: „Ich und Jelzin und der neue Präsident Wladimir Wladimirowitsch haben häufig darüber gesprochen, dass Kaliningrad unser Gebiet ist. Wir waren hierfür schon immer verantwortlich und nicht Russland. Und Putin meinte, dass er nichts dagegen habe.“

Diese Worte stehen im Raum und es ist nicht das erste Mal, dass Lukaschenko so über das russische Gebiet Kaliningrad spricht.

Der Kaliningrader Gouverneur Anton Alichanow versuchte sofort die Wogen zu glätten und meinte, dass Lukaschenko es nicht böse gemeint habe. Es gibt seit vielen Jahren gute Beziehungen, sowohl auf offizieller, wie auch auf zwischenmenschlicher Ebene und die Wirtschaftskontakte entwickeln sich ebenfalls. Und Anton Andrejewitsch erwiderte geschickt, dass auch Weißrussland „unser Land“ ist, also im Sinne eines Brudervolkes.

Aber auch in Moskau hat man die Äußerungen kommentiert, natürlich auch in einem Sinne, welches keine weitere Zuspitzung zulässt.

Der erste Stellvertreter des Leiters des Verteidigungsausschusses der russischen Staatsduma Alexander Scherin bedankte sich bei Lukaschenko für dessen Worte und meinte, dass diese Äußerungen ein eindeutiges Signal an die NATO seien, dass sich Weißrussland im Konfliktfall für die Verteidigung des Kaliningrader Gebietes einsetzen werde.

Aber russische Medien kommentieren, dass man die Worte von Lukaschenko auch anders verstehen kann. Für den Fall, so unwahrscheinlich wie er auch sein mag, dass es in Russland zu einer großen politischen Katastrophe kommt, ist man in Weißrussland bereit, schnell zu reagieren.

Und die Medien erinnern an Äußerungen von Batja im Jahre 2013, getätigt während einer großen strategischen Übung, gemeinsam mit Russland: „Ich bestehe nicht darauf, dass uns morgen Kaliningrad übergeben wird. Aber wenn dies möglich wäre – warum eigentlich nicht …?“

Das föderale Portal EurAsiaDaily kommentiert, dass das Kaliningrader Unternehmertum die damaligen Äußerungen des weißrussischen Präsidenten als Verhöhnung angesehen haben und nicht als vaterländische Sorge um das brüderliche Kaliningrad. Denn man erinnerte sich an die Beschlagnahme von großen Mengen elektronischer Waren, die in Kaliningrad produziert worden sind und im Transit durch Weißrussland nach Russland gebracht werden sollten. Diese Handlungen brachten einige große Kaliningrader Unternehmer in erhebliche Probleme.

Und man kommt bei EurAsia Daily zur abschließenden Meinung, dass Weißrussland wohl davon träumt, Kaliningrad zu übernehmen, um dann auch endlich einen Zugang zum Meer und eine eigene Flotte zu haben.

Aber wir wissen ja: Träumen ist nicht verboten.

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