Perestroika, Verrat, Untergang, Wiedergeburt – eine Nachbetrachtung

Perestroika, Verrat, Untergang, Wiedergeburt – eine Nachbetrachtung
 
In sieben Teilen hatte ich meine Zuschauer über den Untergang der Sowjetunion und den Zerfall Russlands, einhergehend mit einer Kolonialisierung durch die USA informiert. Lassen Sie mich einige Informationen nachreichen und auf einige Kommentare eingehen.
 
 
 
Das, was ich Ihnen in den vorangegangenen sieben Teilen gezeigt habe, ist nur eine sehr oberflächliche Information der Dinge, die wirklich stattgefunden haben. Die einzelnen abgelaufenen Prozesse, aber auch die Prozesse die jetzt noch weiter ablaufen, um Russland zu zerschlagen, sind manchmal so kompliziert und komplex, insbesondere im finanzökonomischen Bereich, dass ich selbst nach stundenlanger wiederholter Analyse von Informationen und Beiträgen einfach nicht in der Lage bin, Ihnen diese Fakten in einfacher und verständlicher Form darzubringen. Um alles zu verstehen, sind tiefgründige Kenntnisse der russischen Gesellschaft, der russischen und internationalen Wirtschaft, des russischen und internationalen Finanzwesens erforderlich. All das dargelegt, würde den Rahmen meines YouTube-Kanales für uns einfache YouTube-Nutzer überschreiten.
 
In erster Linie habe ich diese Beitragsserie für mich erstellt. Ich wollte verstehen, in welchem Land ich lebe, warum es die Probleme in der Vergangenheit gab und warum es heute noch Dinge gibt, für die es, zumindest bei oberflächlicher Betrachtungsweise, keine logischen Erklärungen gibt.
 
Ich habe mich für Russland als meine neue Heimat entschieden, weil meine alte Heimat, mein altes Vaterland nicht mehr existiert. Es wurde vernichtet und vereinnahmt durch die, denen es gelungen ist, die Sowjetunion zu zerstören und die heute versuchen, Russland zu vernichten. Mit meinen Kenntnissen und Erfahrungen aus der Vergangenheit, mit meinen Möglichkeiten zum heutigen Tag möchte ich versuchen zu verhindern, dass sich Geschichte wiederholt und das Land zerschlagen wird, welches mir eine neue Heimat nach 1990 gegeben hat.
 
Meine Erkenntnisse, meine Meinungen und meine Emotionen bin ich bereit mit Ihnen zu teilen und so hatte ich mich entschlossen, aus meinen privaten Studien und Analysen eine Videoserie zu gestalten und zu veröffentlichen.
 
Alle Beiträge die bisher veröffentlicht worden sind und die ich zukünftig zu dieser Thematik veröffentlichen werde, habe ich, auf Bitten einiger meiner Zuschauer, in einer gesonderten Playliste auf meinen YouTube-Kanälen zusammengefasst.
 
Im weiteren möchte ich auf zwei, drei Fragen meiner Zuschauer eine Antwort geben und spiele weitere Informationen zu ausgewählten Ereignissen ein, die in den vorangegangenen sieben Teilen nicht berücksichtigt worden sind oder auf die ich erst nach Fertigstellung der Beitragsserie gestoßen bin.
 
Beginnen wir mit einer weiteren Information zu Tschubais, einer Persönlichkeit, die auch bei meinen Zuschauern Emotionen hervorgerufen hat. Viele die kommentierten äußerten Unverständnis, wie dieser Mann noch in Amt und Würden sein kann. Ja, dieser Mann ist Ende 2020 von seiner einflussreichen Funktion als NANO-Chef Russlands abgelöst worden. Vor wenigen Tagen wurden erste Bilanzinformationen des Staatskonzerns „RosNANO“ unter Führung eines neuen Generaldirektors vorgelegt und diese zeigen erstmals eine positive Tendenz. Der Konzern scheint Geld zu verdienen. Zufall?
 
Tschubais sitzt heute im Kreml in der Präsidentenadministration. Er ist der Sonderbevollmächtigte des Präsidenten für internationale Fragen. Er reist in der Weltgeschichte rum, spricht mit diesem oder jenem. Er ist damit genau auf dem Posten, wo er wohl hingehört. Er hat keinerlei Einfluss mehr auf reale politische oder wirtschaftliche Prozesse im Land. Die für die Sicherheit des Landes zuständigen Organe müssen nur dafür sorgen, dass der Informationsfluss zu ihm gut sortiert erfolgt.
 
Video: Interview Tschubais mit Kommersant
 
Bei der Gelegenheit … ich habe ein Interview gefunden, welches Anatoli Tschubais vor Kurzem dem „Kommersant“ gegeben hat. Dort wurde er befragt, was er zu der Information von Putin sagt, dass in seinem Umfeld CIA-Agenten waren, mit denen er zusammengearbeitet hat. Seine lapidare Antwort war sinngemäß, dass es doch in Russland den KGB gegeben hat und es dessen Aufgabe war, auf die Sicherheit des Landes zu achten. Wenn die gepennt haben, so sei das nicht seine Angelegenheit. Tja, so einfach kann man es sich als russischer Patriot und Angestellter des Staates machen. Die Amerikaner wären wohl mit einem Beamten in herausragender staatlicher Position, der sich mit FSB-Agenten umgibt, weniger zimperlich.
 
Zu Anfang des Interviews ließ sich dieser Herr noch umfassend dazu aus, wie er sich in den 80er Jahren mit Gleichgesinnten zusammengetan hat, um konspirativ gegen das bestehende System zu arbeiten und Veränderungen herbeizuführen. Seine Darlegungen zeugen schon von konspirativer Professionalität. Kein Wunder, dass ihn die Amerikaner schnell fanden und für ihre Zwecke benutzten.
 
Kommen wir zur ersten Zuschauerfrage.
 
Ein Zuschauer aus der ehemaligen DDR, schildert seine Lebenssituation, wie er den Untergang der DDR und die darauffolgende Zeit erlebte. Ihn interessiert, ob die Ereignisse von 1990 bis zur Wiedergeburt Russlands, in der russischen Gesellschaft ein Thema sind? Er möchte wissen, wie die Menschen im Alter 49+ über diese Zeit denken und ob es in Russland Diskussionen oder spezielle Themen zu diesem Zeitabschnitt gibt, die von den Menschen hinterfragt werden?
 
Natürlich erinnern sich die Menschen an diese Zeit und ich kenne niemanden, der sich über diese Zeit positiv äußert. Selbst diejenigen, die damals sehr viel Geld verdient haben, häufig die Unzulänglichkeiten des Staates hierfür nutzen konnten, sprechen nicht gut über diese Zeit. Aber wenn man dann konkret wird und Einzelheiten diskutieren will, so stellt man schnell fest, dass Iwan-Normalbürger sich daran nur schwach erinnert. Über politische Hintergründe zu diskutieren ist fast sinnlos. Ähnlich wie in Deutschland wird dann schnell zum Argument gegriffen, dass alle Politiker Verbrecher sind … oder ähnliche Floskeln. Kommt man dann auf die heutige Zeit zu sprechen, so findet man ebenfalls nicht wenige, die alles in Grund und Boden kritisieren und mit dem politischen System nicht einverstanden sind. Am lautesten kritisieren die, die sich in sozial gehobenen Sphären befinden. Fragt man sie, wie sie bis 1990 gelebt und wie sie heute leben und wie sie sich diesen sozialen Aufstieg erklären, wenn denn nicht durch die aktuelle Politik, kommen häufig ebenfalls nur wieder Schuldzuweisungen, dass sich die Politiker die Taschen vollstopfen. Wirklich sachliche und inhaltsschwere Diskussionen erlebe ich selber sehr wenig – leider.
 
Kehren wir zur Thematik des Souveränitätsverlustes für Russland zurück. Russland ist auch heute nicht souverän. Viele Prozesse, die im staatlichen Bereich stattfinden, werden durch westliche Strukturen beaufsichtigt, gelenkt und geleitet. Anscheinend gibt es Dinge, die verhindern, objektiv verhindern, dass man dies gegenwärtig ändert.
 
Video: Elvira Nabiullina im Interview
 
So arbeiten in Russland viele ausländische Ratingagenturen. Alle Ratingagenturen werden über die USA gelenkt. Aufgabe dieser Ratingagenturen ist es, die Regierungsarbeit aller Ministerien und anderer staatlicher Strukturen einzuschätzen und zu bewerten. Auf dieser Grundlage findet dann durch Investoren oder durch Kreditgeber eine Einschätzung statt, wie man im Land weiter arbeiten, weiter investieren oder doch lieber das Kapital abziehen will. Wenn also die Ratingeinschätzungen negativ ausfallen, ziehen die verängstigten Investoren ihr Kapital ab und der russischen Wirtschaft geht es schlechter. Niemand kann so richtig nachvollziehen, wie die Ratingagenturen zu ihren Einschätzungen kommen, aber sie haben gewaltigen Einfluss. Sie, meine lieben Zuschauer, können sich sicherlich an Skandale erinnern, die diese Ratingagenturen immer wieder verursachen. Aber es gibt keine Alternative zu diesen Ratingagenturen und ohne offizielle Einschätzungen dieser internationalen Agenturen sind Russland gegenwärtig die Hände gebunden – so der allgemeine Tenor.
 
Video: Sowjetski Abhängigkeit Russlands vom IWF
 
Das Schlimmste aber ist, dass diese Ratingagenturen in allen russischen Strukturen präsent sind und natürlich auch Staatsgeheimnisse erfahren. Sie kennen den Staatshaushalt in allen Details, sie bewerten die Arbeit jedes Ministeriums, der Zentralbank, aller Behörden, der großen Staatskonzerne und erhalten tiefen Einblick in russische Interna – auch heute noch. Wer glaubt, dass diese Interna nicht den amerikanischen Geheimdiensten übergeben werden, muss sehr naiv oder aber US-Lobbyist sein – oder aber russophob.
 
Video: Sowjetski Abhängigkeit Russlands vom IWF
 
Ein Zuschauer, Bewohner des Landes Mecklenburg-Vorpommern und Vater von zwei erwachsenen Jungs im Alter von 19 und 21 Jahren, schreibt, dass er in der Familie viel über die DDR-Zeiten spricht. Aber bei seinen Söhnen löst diese Zeit wenig Interesse aus. Sie erinnern sich an Zeiten ab ihrem fünften Lebensjahr. Beide Söhne sind mit der Gegenwart auch nicht immer zufrieden. Und der Zuschauer möchte wissen, wie es den Menschen in Russland geht, ob es dort ähnlich ist wie in Deutschland, sich die Jugend nicht an die Vergangenheit erinnert oder diese uninteressant ist. Welche Gespräche finden in den Familien statt?
 
In meinem Bekanntenkreis habe ich Familien mit Kindern im schulpflichtigen Alter. Ich habe aber auch Bekannte in den Altersgruppen 20, 30 Jahre. Ich kann mich an kein einziges Beispiel erinnern, wo ich durch diese jungen Leute auf geschichtliche Ereignisse angesprochen wurde, also die Gesprächsinitiative von diesen jungen Leuten ausging. Es herrscht ein erstaunliches Unwissen unter den jungen Leuten zum realen Leben in der Sowjetunion. Mit Staunen hört man, wenn ich berichte, wie ich Schlange stand nach einem Stück Butter oder nach einem Paket grünen Kaffee, der erst im Backofen geröstet werden musste, um letztendlich ein Bittergetränk zu erhalten. Die Zeit, sowohl die positiven, wie auch die negativen Momente des Lebens im sogenannten realen Sozialismus, scheinen kein Gegenstand im Schulunterricht zu sein.
 
In Gesprächen mit Schülern und Eltern habe ich erfahren, dass es in Russland keine einheitlichen Schulbücher gibt. Jeder Lehrer sucht sich selber seine Bücher aus, auf deren Grundlage er den Schülern Wissen vermitteln will. Niemand kontrolliert diese Bücher auf sachlichen und zweckdienlichen Inhalt. Somit ist klar, dass der Unterricht subjektiv erfolgt. Ich muss nicht erwähnen, wer dieses Schulsystem organisiert hat … es dürfte allen klar sein.
 
Hören wir mal kurz in ein Video hinein, wo Präsident Putin sich zur Schulbuchproblematik äußert:
 
Video: Putin zur Qualität der Geschichtsbücher
 
Wir müssen uns also nicht wundern, wenn die Jugend nichts weiß. Erinnern wir uns an das perfekte System der Amerikaner in den 90er Jahren, wo alles zerschlagen wurde, Kinderkrippen, Kindergärten, Schulen, generell das Bildungswesen. Und diejenigen, die im Bildungswesen geblieben sind oder die ausgebildet wurden, werden anscheinend nicht auf Loyalität überprüft und ob sie im Interesse des russischen Staates die Menschen ausbilden. Lehrer und Eltern gemeinsam erziehen die Zukunft Russlands. Und erst im Januar/Februar haben wir gesehen, wie diese Erziehung erfolgt, wo tausende von Kindern sich von Nawalny verführen ließen. Einflussagenten treiben ihr Unwesen anscheinend auch im Bildungswesen.
 
Vielleicht noch ein Beispiel, warum die heutige Jugend, ja sogar Studenten von Universitäten, über viele Dinge nicht informiert sind.
 
In Kaliningrad existiert die Kant-Universität, eine Universität, die auch Fördergelder aus dem Ausland erhält. Diese Universität hatte den Auftrag erhalten, ein Lehrbuch „Die Geschichte des Kaliningrader Gebietes“ zu erarbeiten. Es wurde ein Machwerk aus … ich glaube, sieben Bänden. In einigen kurzen Absätzen wurde über die Entwicklung des Kaliningrader Gebietes von 1946 bis zur aktuellen Zeit informiert. Die restlichen hunderte von Seiten informierten über Königsberg und die deutsche Geschichte. Aber die Aufgabe stand nicht, ein Lehrbuch zur Gesamtgeschichte dieses Gebietes zu schreiben, sondern über das Kaliningrader Gebiet. Thema verfehlt, würde mein Lehrer gesagt haben. Es gibt kein Lehrbuch über die Entwicklung Kaliningrads. Der Rektor der Universität, über zwei Jahrzehnte im Amt, bekannte sich schuldig. Heute ist er kein Rektor mehr. Er wurde Ehrenpräsident der Universität und darf an Empfängen teilnehmen und Sekt schlürfen. Das Lehrbuch wurde mit staatlichen Mitteln gefördert, vermutlich auch mit ausländischen staatlichen Mitteln. Dies als winziges Beispiel für die Germanisierung des Gebietes. Steht die Frage, wer bei der Erarbeitung des Lehrmaterials Pate gestanden und die Arbeiten gelenkt und geleitet hat.
 
Kommen wir nochmal auf die Frage zurück, wie es den Amerikanern gelungen ist, in so kurzer Zeit das Land völlig unter ihre Kontrolle zu bringen.
 
Dazu müssen wir uns erinnern, dass die Sowjetunion durch die Kommunistische Partei geleitet wurde. Dieser Partei waren alle staatlichen Strukturen untergeordnet und natürlich saßen in allen staatlichen Strukturen Parteimitglieder. Damit war die sogenannte führende Rolle der Partei gesichert und alles funktionierte perfekt – perfekt im Sinne der Kontrolle und Aufgabenstellung. Die Effektivität dieses Systems brauchen wir jetzt nicht zu beurteilen, da sie bekannt ist. Wäre sie hoch gewesen, würde die Sowjetunion noch heute existieren.
 
Die Amerikaner haben dieses System einfach übernommen – eine genial einfache Lösung. Man musste sich nur der Loyalität der ehemaligen kommunistischen Funktionäre vergewissern und das System auf amerikanische Belange umstellen. Das passierte in rasender Geschwindigkeit. Die Menschen waren verunsichert, sie hatten keine Partei mehr, denn diese war 1990 durch Gorbatschow abgeschafft worden. Niemand wusste wie es weitergeht. Und plötzlich kam jemand, der hilfreich die Hand reichte. Man musste nur das tun, was der sagte. Dann blieb man auf seinem Posten – häufig jedoch nicht mit der Aufgabe, eine marode Fabrik aufzubauen, sondern sie endgültig abzureißen, nicht ein Kulturhaus mit neuem Leben zu füllen, sondern es abzuwickeln usw. usw.  
 
Video: Sowjetski: USA haben KPdSU-Apparat für sich umgebaut
 
Man kann über die Amerikaner denken, was man will. Aber in den 90er Jahren haben sie in Russland perfekte Arbeit geleistet. Und alle wissen: dort, wo die Amerikaner waren, gab es nie Frieden, nie bessere Demokratie. Es gab immer nur Chaos und Zerstörung.
 
Einer meiner Zuschauer möchte wissen, wie die russischen Bürger mit diesen schrecklichen Erfahrungen der jüngeren Geschichte umgehen. Insbesondere interessiert meinen Zuschauer, wie die Aufklärungsarbeit unter Kinder und Jugendlichen erfolgt.
 
Hierzu hatte ich mich schon geäußert. Die heutige Jugend weiß wenig von der Vergangenheit und das Bildungswesen scheint, ähnlich wie das Gesundheitswesen, kurz vor einer Revolution zu stehen, denn Putin hat im September während der konstituierenden Sitzung der neuen Staatsduma die Abgeordneten hingewiesen, dass eine der Hauptaufgaben der neuen Staatsduma darin besteht, Gesundheits- und Bildungswesen zu reformieren. Wenn der russische Staat im Rahmen dieser Reformen den Lehrern und Medizinern auch beginnt, vernünftige Gehälter zu zahlen, entfällt vielleicht für viele aus diesem Personenkreis die Notwendigkeit, ihren bisherigen Status als Einflussagent der USA oder aber auch eines anderen Staates zu pflegen.
 
Zum Schluss meiner Nachbetrachtung, die nun doch etwas länger geworden ist, als ursprünglich geplant, noch eine Frage an meine Zuschauer.
 
Im Jahre 1993, am 13.12.1993 wurde die erste russische Verfassung erarbeitet und verabschiedet, also das wichtigste Gesetz in jedem Land. Dieses Gesetz ist eigentlich das Dokument, welches die Souveränität jedes Landes widerspiegeln soll. Und in dieser Verfassung wurde geregelt, dass sich russisches Recht dem internationalen Recht unterzuordnen hat. Das internationale Recht, das weiß jeder, wird von den USA diktiert – eben über ihr System der Einflussagenten in allen Teilen der Welt, in allen Organisationen. Wer sich diesem Verständnis beugt, verliert seine Souveränität. Er darf nicht das machen, was er für richtig hält, sondern hat das zu tun, was andere für richtig halten. Sie verstehen? Warum warten die Kinder darauf, endlich 18 Jahre zu werden? Weil sie dann endlich souverän sind und nicht mehr das machen müssen, was die Eltern wollen. Schlecht nur für die Kinder, wenn sie mit 18 Jahren finanziell nicht selbständig sind, denn die Eltern werden nur Geld geben, wenn die Kinder weiterhin das tun, was die Eltern sagen.
 
Soweit zur Vorrede. Nun zur Frage. Wer hat die Verfassung der Russischen Föderation im Jahre 1993 erarbeitet? Ich gebe mal drei Antwortvarianten vor:
 
  1. Die Russische Föderation
  2. Die Vereinigten Staaten von Amerika
  3. Der liebe Gott
 
Richtig, liebe Zuschauer, die Antworten „Russische Föderation“ und „Der liebe Gott“ sind verkehrt. Federführend waren auch hier amerikanische Beraterfirmen – diese sind jetzt in Russland verboten. Und Russland hat eine neue Verfassung, die das nationale Recht wieder an erster Stelle sieht.
 
Video: Sowjetski USA haben russische Verfassung geschrieben
 
Übrigens, noch eine kleine, demokratische Ergänzung. Im September 1993 ließ Jelzin die Staatsduma mit Panzern zusammenschießen. Ein Teil der Abgeordneten und ein Teil der Regierung waren gegen die Verfassungsreform und Jelzin löste das Problem mit Panzern. Die Bilder des brennenden Weißen Hauses in Moskau sind leicht im Internet zu finden. Tja, so wurden Gesetze gemacht, die den Amerikanern genehm sind und niemand im kollektiven demokratischen Westen hat gegen Jelzin Sanktionen verhängt. Wir wissen, die Zeiten ändern sich, denn sowohl in Russland wie auch in Weißrussland sind hunderte von Politikern, die sich gegen US-Machenschaften zur Wehr setzen, mit Sanktionen belegt. 
 
Video: Sowjetski: Verlust der Souveränität durch russische Verfassung
 
Zum Schluss möchte ich eine weitere, zweiteilige Beitragsserie ankündigen. Habe ich bisher über die USA und deren Einfluss auf die Entwicklung der Sowjetunion und Russlands gesprochen, ergibt sich doch die Frage, ob die USA dies alles alleine gemacht haben oder ob es Helfer, also eine Aufgabenteilung gab.
 
Ich bin auf Deutschland gestoßen, das Land, welches die Sowjetunion am 8. Mai 1945 vom Faschismus befreite und am 3. Oktober 1990 die Einheit zurückgab. In zwei Beiträgen beschäftige ich mich mit der Rolle Deutschlands bei der Zerschlagung der Sowjetunion und der geplanten Spaltung der Russischen Föderation. Der erste Beitrag umfasst den Zeitraum ab 1990 bis 2005. Der zweite Beitrag beginnt mit dem Jahre 2005 bis zum heutigen Tag, begrenzt auf die russische Region Kaliningrad, dem ehemaligen Norden Ostpreußens.
 
Auch hier verspreche ich interessante Analysen und Informationen aus der deutschen Außenpolitik und der Arbeit des deutschen Generalkonsulats in Kaliningrad.

 

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