Plan nicht erfüllt – zu wenig Privatbankrotte

Plan nicht erfüllt – zu wenig Privatbankrotte

 

Seit rund vier Jahren hat Russland gesetzliche Regelungen zur Privatinsolvenz. In diesem Zeitraum haben 205.000 Personen einen Antrag auf Privatinsolvenz eingereicht. 163.000 Schuldnern ist es gelungen, sich über das System der Privatinsolvenz von ihren Schulden zu befreien.

 

 

Dies sind aber nur 16 Prozent der potenziellen Privatbankrotteure, die die russische Statistik nennt. Und somit sucht man nach Gründen, weshalb die Menschen, die ihre finanziellen Möglichkeiten falsch eingeschätzt haben, die Möglichkeiten, die das Gesetz jetzt bietet, nicht nutzen.

Um ein Privatinsolvenzverfahren einzuleiten, muss man mindestens 500.000 Rubel Schulden haben – wobei Alimenten-Schulden hierbei nicht berücksichtigt werden. Von diesen Schulden kann man sich nie befreien.

Dann muss der Schuldner bereit sein, für das Gesamtverfahren, welches sich bis zu einem Jahr hinziehen kann, bevor das Gericht einen Beschluss fast, 100.000 Rubel Verwaltungsgebühren zu bezahlen. Der Staat, so erfährt der Schuldner, geht im Insolvenzverfahren großzügig mit den Geldern anderer Kreditgeber um, selber verzichten tut er aber nicht auf seine Bearbeitungsgebühren.

Viele Schuldner haben aber keine Schulden über 500.000 Rubel, wollen aber trotzdem von der drückenden Last loskommen. Hierbei geht es wohl im wesentlichen um den Personenkreis, der am Ende des Geldes feststellt, dass noch immer sehr viel Monat übriggeblieben ist. Diese gehen somit zu sogenannten Mini-Kreditgebern und leihen sich 5.000 Rubel bis zum Monatsende. Und dann beginnen am Monatsende die Augen zu tränen, wenn man statt 5.000 Rubel das Doppelte oder mehr zurückzahlen muss – wer liest schon das Kleingedruckte, wenn der 5000-Geldschein vor einem liegt und verspricht, bis zum Monatsende alle Sorgen zu lösen.

Somit haben Duma-Abgeordnete die Initiative ergriffen und wollen eine Schulden-Amnestie einführen. Diese soll genau den Personenkreis erfassen, der Schulden ab 50.000 bis 500.000 Rubel hat, arbeitslos ist und über keinerlei Vermögen oder andere Reichtümer verfügt. Weiterhin darf der Antragsteller nicht vorbestraft sein. Damit will man verhindern, dass Betrüger ein neues Geschäftsfeld für sich entdecken.

 

 

Diese Person soll auch nicht mehr zum Richter. Es findet nur die Entgegennahme eines Antrages beim zuständigen Verwaltungsgericht statt, die notwendigen Angaben kommen in eine öffentlich zugängliche Datenbank. Der Antragsteller braucht keine Verwaltungsgebühren zu bezahlen, da der bearbeitende Richter seine Gebühren aus einem „allgemeinen Topf“ erhält, in dem die Firmen einzahlen, die am System der Privatinsolvenzen teilnehmen.

Dann heißt es warten. Ein Jahr haben die Kreditoren die Möglichkeit, den Antrag noch an ein normales Gericht zu überweisen. Erfolgt dies nicht und die Situation des Schuldners ändert sich auch nicht zum Positiven, werden ihm nach einem Jahr die Schulden erlassen. Auch hier gilt die Ausnahmeregelung, dass Unterhaltsschulden nicht erlassen werden.

Somit kann nun, wenn dieses Gesetz angenommen wird, ein Großteil der rund eine Million potenzieller Privatbankrotteure darauf rechnen, im vereinfachten Verfahren, seine Schulden loszuwerden.

Und, so kommentierten die Initiatoren des Gesetzentwurfes, so wie man nur einmal im Leben geboren werden kann, so kann man auch nur einmal sich Bankrott erklären lassen. Das sollten alle die wissen, die Böses planen. Und man sollte vor einer Kreditaufnahme wissen, dass man seine Finanzhistorie in Russland immer mit sich schleppt und jeder davon Kenntnis erhält: der alte oder der neue Arbeitgeber, die Bank, die einen neuen Kredit ausstellen soll, das Geschäft welches Ware auf Kredit verkauft. Eine unangenehme Last.

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