Polnischer General fordert: Kaliningrad, heim ins polnische Reich

Polnischer General fordert: Kaliningrad, heim ins polnische Reich
 
Ein polnischer General, ehemaliger Kommandierender der Landstreitkräfte Polens, will das durch die Russen okkupierte Kaliningrad wieder seinem rechtmäßigen Besitzer zurückgeben – also Polen. In einem Interview hat er sich eindeutig und unmissverständlich geäußert.
 
 
Der polnische General Waldemar Skschipschak wird vom Internetportal „EurasiaDaily“ am Freitag zitiert. Im Rahmen eines Interviews mit der Zeitung „Super Express“ sagte der General: „Das Kaliningrader Gebiet ist okkupiertes polnisches Territorium. Es wird Zeit, dass wir es zurückfordern. Dieser Äußerung ging eine Diskussion voraus, wie man Russland auf seine Handlungen in der Ukraine äquivalent antworten könne.
 
„Wir haben auch Waffen und wenn die Zeit gekommen ist, werden wir eine adäquate Antwort mit dem geben, mit dem man uns bedroht. Historisch gesehen befindet sich das Kaliningrader Gebiet seit 1945 unter russischer Okkupation. Unter Okkupation! Es muss gesagt werden: es war niemals russisches Territorium. Dies zum einen. Zum zweiten: Historisch war das ein Territorium, welches sich in den Händen Preußens befand und jetzt wäre es nötig über dieses Territorium zu sprechen …“, so der ehemalige Kommandierende der polnischen Landstreitkräfte.
 
Neben seiner Meinung, dass Polen das Recht hat, Ansprüche auf das Kaliningrader Gebiet zu stellen, welches durch Russland okkupiert wurde, informierte er seine Zuhörer, dass Kaliningrad kein militärisches Potential mehr hat. 
 
 
„Ein Teil des Potentials, also der Personalbestand der Truppenteile, befindet sich bereits an der ukrainischen Front. Deshalb befindet sich dort (im Kaliningrader Gebiet) nur noch Technik, aber die Soldaten sind in der Ukraine“, - meinte der General.
 
Vermutlich wartet er, sowie die polnische und amerikanische Militäraufklärung nun auf eine heftige Gegenreaktion des Stabes der Baltischen Flotte in Kaliningrad, der erklärt, dass alle Soldaten noch auf ihrem Kaliningrader Gefechtsposten stehen und niemand an die ukrainische Front geschickt wurde. Dann bekommt man bestätigt, was vielleicht bisher nicht aufgeklärt werden konnte. Oder aber der Stab der Ostseeflotte schweigt. Das könnte man als Signal werten, dass man richtig liegt mit der Vermutung, dass es keine Soldaten mehr im Kaliningrader Gebiet gibt.
 
Ich persönlich würde empfehlen, dass der Stab der Ostseeflotte einfach schweigt, egal, was man daraus für Schlussfolgerungen zieht. Wenn nämlich der Stab auf jeden Unfug, der in der Welt über das Kaliningrader Gebiet verbreitet wird, antwortet, hat man keine Zeit mehr, sich mit der eigentlichen Aufgabe zu beschäftigen: Der Vorbereitung auf den Tag, wo aus den Worten von bedeutungssüchtigen Generälen, Taten werden und diese die Büchse der Pandora öffnen:
 
Video: Putin zur Büchse der Pandora
 
Derselbe General hatte bereits im Jahre 2021 seine Gedanken zu einem möglichen Kampf um das Kaliningrader Gebiet, gemeinsam mit der NATO, öffentlich gemacht.
 
Er meinte, dass die zentrale Rolle im Kampf um das Kaliningrader Gebiet die russische Ostseeflotte, zusammen mit ihren landgestützten Einheiten spielen wird. Neben der aktiven Mot.-Schützenbrigade, könnte das Kaliningrader Gebiet mindestens zwei weitere vollwertige Divisionen mobilisieren. In den Mobilisationslagern im Gebiet befindet sich ausreichend moderne Technik und Ausrüstung, um zwei Mot.-Schützenbrigaden und bis zu drei Panzerregimenter auszustatten.
 
Der polnische General vermutete 2021, dass die militärische Gruppierung in Kaliningrad die Aufgabe habe, eine landgestützte Verbindung der NATO zu den baltischen Staaten zu verhindern – sprich, den sogenannten Suwaler Korridor zu blockieren und natürlich einen Durchbruch der NATO durch das Kaliningrader Gebiet nicht zuzulassen.
 
Grafik: Suwalker Korridor
 
Nach Meinung des polnischen Generals – ich wiederhole, es handelt sich um die Meinung des polnischen Generals und nicht um Einschätzungen irgendwelcher russischer Offizieller oder Militärs, benötigt die russische Armee zwei bis maximal vier Tage, um das Baltikum zu besetzen.
 
Wenn das Baltikum besetzt ist, meint der Pole, wird sich die russische Armee in Richtung Polen bewegen und die dortige Küste besetzen.
 
Schon im Jahre 2019 beschäftigte sich ein wissenschaftlicher Mitarbeiter einer der US-Denkfabriken mit der Thematik und meinte, dass Kaliningrad das erste Opfer in einem zukünftigen Krieg zwischen Russland und der NATO sein wird. Im gleichen Jahr informierte der Kommandierende der Luftstreitkräfte der USA in Europa, dass das amerikanische Kriegsministerium ausgearbeitete Pläne habe, um die vielschichtige Luftverteidigung des Kaliningrader Gebietes zu durchbrechen.
 
Am 16. März informierte die Armeezeitung „Swesda“ – nicht zu verwechseln mit dem deutschen Journal „STERN“, dass Warschau eine Vielzahl von möglichen Kriegsszenarien für eine Vereinnahmung des Kaliningrader Gebietes erarbeitet habe. Polen erfüllt damit die Aufgabe, die die NATO am meisten beunruhigt: Die Vernichtung des Kaliningrader Gebietes.
 
 
Ob dieses Szenario die in Deutschland lebenden und von der Heimholung Königsbergs träumenden Revanchisten erfreut, darf bezweifelt werden. Denn man will ja ein heiles Königsberg bekommen. Aber „Königsberg“ wird, wenn sich die Träume des polnischen Generals erfüllen, nur noch ein Haufen Asche, vielleicht sogar atomar verseuchter Asche sein. Und Polen wird sich dieser Asche annehmen – denn „Königsberg“ ist polnisches Gebiet – sagt der polnische General.
 
Aber egal, was diese neuesten aktuellen Äußerungen des polnischen Generals bedeuten. Alle wissen, dass ein Angriff auf das Kaliningrader Gebiet für den Rest Europas mindestens so gefährlich ist, als wenn die NATO sich direkt in die ukrainische Angelegenheit einbringt. Somit hat der polnische General wohl einfach nur die Aufgabe erfüllt, die Bevölkerung Polens zu erschrecken, damit diese auch die neuerliche Verstärkung des Landes mit NATO-Truppen, mit Brot und Salz und nicht mit Steinen und Knüppeln, begrüßt.
 
Der russische Politologe Schurawljow/Журавлев, Leiter des Institutes für regionale Probleme, kommentierte, dass Polen bereit ist, die bekannte „Rote Linie“ im Verhältnis zu Russland zu überschreiten. Selber dies zu tun, hat das Land aber Angst und versucht sich für seine weiteren Pläne Rückendeckung von der NATO und den USA zu holen. So ist man durchaus bereit, sich in die Angelegenheit der Ukraine direkt einzumischen – wenn man weiß, dass die NATO und die USA helfen werden, wenn die bekannte „braune Biomasse“ am dampfen ist. Der russische Politologe kam zu der Meinung, dass Polen gerne die Geschichte korrigieren möchte. Gegenwärtig sind in Polen Leute an der Macht, die imperatorische Ambitionen haben. Sie sehen Polen schon als Großpolen, in dessen Bestand sich Weißrussland, die Ukraine, Moldawien, Litauen und vielleicht auch noch ein kleines Stück von Lettland befindet.
 
Vielleicht wird es Zeit, dass sich auch andere Staaten an die Geschichte Polens erinnern. Man teilte das Land in drei Teile und hatte ab 1796 ein paar Probleme weniger in Europa. 

 

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Kommentare ( 4 )

  • Eckart

    Veröffentlicht: 26. März 2022 14:46 pm

    In der Tat hat es Polen als Staatsgebilde um 1800 nicht gegeben, aber noch 200 Jahre zuvor hatte es seine größte Ausdehnung und reichte vom Finnischen Meerbusen bis fast ans Schwarze Meer.
    Nun hat sich im Laufe der Geschichte diese einst riesige polnische Staatsfläche reduziert und es musste Gebiete für die Staatsflächen zur Bildung Estlands, Lettlands, Litauens, Weißrusslands, der Ukraine und Teilflächen an Russland abtreten.
    Sowas ist natürlich bitter für die verquarzte Seele eines polnischen Generals - aber bald besteht ja die Chance für ihn sich Teile von der Ukraine, wie die Regionen Lwow, Iwano-Frankowsk, Wolynien, Rownensk und Ternopol, mit seinen gierigen Händen zu schnappen.

  • Uwe Kettmann Kettmann

    Veröffentlicht: 26. März 2022 18:07 pm

    Diese polnischen Gedanken mussten kommen. Mich wundert das nicht. Diese Absicht kennen wir schon lange. Dann noch die polnische NATO-Friedensmission. Oh oh....

  • Bastian Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 26. März 2022 20:01 pm

    " ... aber bald besteht ja die Chance für ihn sich Teile von der Ukraine, wie die Regionen Lwow, Iwano-Frankowsk, Wolynien, Rownensk und Ternopol, mit seinen gierigen Händen zu schnappen."
    Ich vermute mal, daß nicht nur Polen schon seine "Friedensmission" in die Ukraine geplant haben, bevor die russischen Truppen in Gebiete einrückt, die auch die anderen Anreiner der Ukraine als ihr historisches Gelände ansehen.
    Da könnte es wohl dem Kiewer Präsidenten-Darsteller dämmern, daß er auf verlorenem Posten steht und das Exil-Angebot vom derzeitigen Inselchef, Blondschopf Johnson dann doch annimmt.

  • Bastian Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 26. März 2022 21:44 pm

    "Der polnische General Waldemar Skschipschak wird vom Internetportal „EurasiaDaily“ am Freitag zitiert. Im Rahmen eines Interviews mit der Zeitung „Super Express“ sagte der General: „Das Kaliningrader Gebiet ist okkupiertes polnisches Territorium. Es wird Zeit, dass wir es zurückfordern."
    Besteht denn wirklich keine Möglichkeit, diesen Pan General darauf aufmerksam zu machen, daß er sich mal bei Wikipedia schlau macht, daß es für diesen begrenzten Zeitrahmen, als Königsberg mal unter polnischer Herrschaft war, davor ältere derartige Ansprüche geben könnte. Oder ihn mal darauf hinweisen, daß Warschau mal viele Jahre zum russischen Zarenreich gehörte. Wenn die Russen ...
    Oh, ich höre schon den Pan General schnaufen und sich kampfeslustig geben.
    Wie ist es denn mit den "ehemaligen" deutschen Gebieten im Osten, Waren ja - nur - unter polnischer Verwaltung. Es wird Zeit, diese zurück zufordern - oder? Diese Gebiete machten etwa ein Drittel des Deutschen Reiches aus.

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